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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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 Betreff des Beitrags: Die Geschichte von mir und meinem so sehr geliebten Kleinen
BeitragVerfasst: 09. Jan 2008, 21:47:11 
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Registriert: 03. Jan 2008, 22:11:52
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Hallo,

ich bin relativ neu hier und wollte eigentlich eher ein stiller Leser sein der ab und an mal seinen Senf dazu gibt aber irgendwie hab ich das Gefühl ich platze wenn ich nicht aus meinen Erfahrungen erzähle. Hab das auch mit meiner Reitlehrerin (= Pferdemama) abgesprochen, was mir wichtig war dass sie es weiß.

Also ich bin ein noch 24-Jähriges junges Mädel mit einer angeborenen Form der Querschnittslähmung (Spina bifida). Aufgrunddessen bin ich großteils auf einen Rollstuhl angewiesen. Ich kann aber noch kleine Strecken mit einem Gehapparat und Krücken gehen. (mach ich aber seltenst!!! :oops: )

Von klein auf kam ich immer mal wieder mit Pferden in Berührung da mein Vater als ich noch ganz klein war ein eigenes hatte. Dieses musste er aus zeitlichen Gründen abgeben. Und da meine Tante in dem Haus (Bauernhof) wohnt wo sie aufgewachsen sind und das Pferd stand hat er es ihr gegeben. (Sie ist ebenso verrückt nach Pferden wie er)

Auf diesem Pferd durfte ich meine allererste Erfahrung sammeln. Teilweise hat mich mein Vater damals mit draufsitzen lassen wenn er im Schritt ritt und als meine Tante das Pferd übernommen hat, habe ich mit einer Krankengymnastin teilweise mal Reittherapie machen dürfen. Später als ich so ungefähr 10 Jahre alt war wurde dieses Pferd verkauft und 2 Haflingerstuten gekauft. Auf diesen bin ich dann auch hin und wieder (zeitweise etwas regelmäßiger aber nie länger als 2 monate am stück) geritten. Dort hab ich meine ersten Erfahrungen im englischen Reitstil gemacht.

Irgendwann merkte ich jedoch dass das Pferd irgendwie nicht so ist wie ich mir gewünscht habe. Da fehlte die Beziehung die im Laufe der Zeit entstehen sollte und ich traute dem Pferd nicht ganz. Dann ließ ich es sein und suchte nach einer Möglichkeit Reittherapie in Anspruch zu nehmen.

Und wie diese Suche ausgesehen hat und wie es weiter ging bis heut erzähl ich euch morgen weiter :D :D :D Ist nämlich schon sooooooooo spät und is sooooooooooo viel zu erzählen :D

So dann bis morgen

Liebe Grüße Rolli-Pferdenärrin

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Dein Pferd ist dein Spiegel,
der deine guten und schlechten Launen unverfälscht wiedergibt.

Sieh hinein in das Auge deines Pferdes,
aber erschrecke nicht vor der Wahrheit.
(Bent Branderup)


Zuletzt geändert von Rolli-Pferdenärrin am 04. Mär 2008, 12:47:51, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 10. Jan 2008, 18:23:30 
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Beiträge: 708
Hallo,

finde ich super prima, daß hier jetzt doch einige Erfahrungsberichte kommen.

Bin schon gespannt, wie es weitergeht,

viele Grüße,

Martina


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BeitragVerfasst: 10. Jan 2008, 18:40:07 
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Du sagst es - bin richtig glücklich darüber. Wünsche ich mir ja schon lange...

Also haut rein in die Tasten...

Liebe Grüße :D

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Wo kämen wir hin, wenn alle nur sagen würden "Wo kämen wir hin?" und keiner ginge, um zu schauen, wohin man käme, wenn man denn ginge?


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BeitragVerfasst: 10. Jan 2008, 22:09:55 
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Deinen Schreibstil find ich klasse.... steckt da vielleicht eine Autorin in Dir? *gg*Auf alle Fälle freu ich mich echt auf die Fortsetzung... ist ja fast wie mit Harry Potter... :wink: :lol:

LG :D

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„Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte - das Unum des Universums.“
Novalis


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BeitragVerfasst: 10. Jan 2008, 22:16:31 
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Dein Wunsch ist mir Befehl Pancho :wink:

So nun Teil 2 meiner WAHREN Geschichte:

Als ich nun begriff dass die Pferde meiner Tante irgendwie nicht das richtige für mich waren suchte ich nach einer anderen Möglichkeit. Damals kam für mich nur Reiten als Therapie in Frage, da ich nicht wusste dass trotz meiner Behinderung Reiten als Sport möglich ist.

Ich war inzwischen so ca 14 Jahre alt und hatte damals schon einen Wahnsinns-Sturschädel. Also suchte ich trotz ärztlichem, krankengymnastischem und elterlichem Abraten sämtliche Reitställe in der Umgebung ab ob es irgendwo eine Möglichkeit für mich gäbe. Das nächste was ich fand war einfach ca 1 Stunde mit Auto entfernt und auch nicht gerade billig. Leider übernahm die Krankenkasse keine Kosten dafür. So musste ich diesen Traum vom Reiten wohl oder übel begraben, da es bei einer Großfamilie mit 6 Kindern nu mal schwierig ist wenn ich jede Woche 60 Mark damals noch; für eine Reitstunde von meinen Eltern verlangen würde weil ich selbst als Schülerin kein Geld dafür hab. Hinzu kam der weite Weg der es mir dann eben doch unmöglich gemacht hat.

So vergingen Jahre und ich hab immer mal wieder dran gedacht und eine irre Sehnsucht in mir gespürt wenn meine zwei nichtbehinderten Schwestern zum Reiten fuhren.

Und Weihnachten 2006 (wo ich diesen Traum schon längst aufgegeben hatte) bekam ich von meinen Eltern einen Gutschein für eine
Reittherapie-Stunde geschenkt. Das war gerade zu dem Zeitpunkt wo ich meine Ausbildung im Berufsbildungswerk fast abgeschlossen hatte aber keine Aussicht auf eine Stelle. Und somit auch nicht wirklich genug Geld um mir das jede Woche leisten zu können.

Mitte Januar 2007 schloss ich dann meine Ausbildung ab und kam wieder nach Hause. (das Berufsbildungswerk war mit Internat wo ich war) Für mich war es ein Untergang nachdem ich zunächst keine Arbeit hatte (die sich aber dann schneller als erwartet fand); zuhause keine Freunde nur wenig Bekannte und so war es für mich sehr schwer; heimzukommen.

Als ich dann ca 2 Wochen zuhause war kam meine ältere Schwester mal vom Reiten heim und meinte: "Du die Frau die hat was frei! Musst sie aber anrufen." Ich stand da; guckte sie fragend an und sagte ihr dass sie mir doch erst mal sagen soll WER WAS frei hat? Vorher ruf ich nicht an. Und nachdem ich das 3. Mal fragte meinte sie: Du willst doch unbedingt Reiten! :lol:

Hab dann 2 Tage später wirklich dort angerufen und meine jetzige Pferdemama meinte damals sie kann mir zwar nichts versprechen weil die Pferde keinen Rollstuhl kennen aber ich soll einfach mal vorbeigucken. (einfach mal im Stall sein und Pferde streicheln oder die Stallluft riechen ist für mich immer noch sehr viel wert; es muss also nicht unbedingt das Reiten sein)

Und wie es dann weiterging erzähl ich wiederum die nächsten Tage :D
Ein bisschen Spannung muss ja sein :wink:

So nun wünsch ich euch noch eine Gute Nacht.
biba
Rolli-Pferdenärrin

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BeitragVerfasst: 10. Jan 2008, 22:19:18 
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Hi Joey (Claudia?)

hm Autorin nicht ganz aber ich hab schon öfter mal versucht einfach mal meine Geschichte für mich selbst aufzuschreiben, hab aber meistens sehr schnell aufgegeben da es immer so in Seelenklempnerei geendet hat. :?

Aber es freut mich wenn es Dir und den anderen gefällt wie ich schreibe. Und ihr könnt euch sicher sein dass ALLES was ich schreibe WAHR ist.

Liebe Grüße
Rolli-Pferdenärrin

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BeitragVerfasst: 11. Jan 2008, 12:56:04 
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Hi!

Ja, Claudia ist richtig *gg*.

Also, ich les es mit Spannung und Freude und bin schon wirklich auf die Fortsetzung gespannt!


LG Claudia

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BeitragVerfasst: 11. Jan 2008, 19:33:10 
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Und nu Teil 3 meiner Geschichte:

Zur damaligen Zeit war ich wie gesagt grad mit Ausbildung fertig und hab eine Woche vorher in einem Betrieb in Heimatnähe erst stundenweise angefangen zu arbeiten. Ich hatte also genügend Zeit zum Reiten zu gehen. :lol:

An einem Montag abend war es dann soweit. Meine Mutter fuhr mich hin da ich momentan noch keinen Führerschein habe. (Ist aber inzwischen in Arbeit :) )

Ich war höllisch aufgeregt. Und mein Pferdepapa hatte das Pferd schon rausgeholt aus dem Stall und angefangen zu putzen und herzurichten. Als ich vor dem Pferd stand dachte ich mir im ersten Moment: Oh ein Pferd. Hat mir anfangs dann doch gehörigen Respekt eingejagt da ein Pferd im Vergleich zu mir mit meinem Rollstuhl dann doch einiges größer ist. Unser großer Schlanker mit dem ich angefangen habe, hat immerhin ne Größe von ca 1,60 m!!!

Das Aufsteigen war etwas kompliziert. Da ich eine gewisse Restfunktion in den Beinen habe konnte ich mühelos auf einen normalen Stuhl umsteigen damit man das Pferd dann herführen kann und er nicht so nen komischen Rollstuhl an der Seite hat der ihm doch unheimlich war. So konnte ich dann mich am Voltigiergurt festhalten und auf der anderen Seite an der Stuhllehne und mich auf den Stuhl stellen und auf das Pferd hochziehen. Mein Pferdepapa hat dann noch ein bisschen geschoben damit ich das eine Bein über den Rücken drüber krieg und vor ich gucken konnte saß ich schon oben.

Die allererste Stunde haben wir nur ca 30 Minuten gemacht weil meine Pferdemama meinte dass sich der Körper erst dran gewöhnen muss an diese Bewegung und an das breite Sitzen was man im Rollstuhl ja nicht hat. Aber wenn es nach mir gegangen wäre hätten wir auch mit 2 Stunden am Stück anfangen können :wink: .

Nachdem ich wieder unten saß dacht ich mir so: Wie gut dass ich Ohren hab; sonst ginge mein Grinsen jetzt rund rum!
Bis zu dem Zeitpunkt ging ich auch davon aus dass das nur eine einmalige Aktion war weil jemand krank war oder aus sonstigem Grund nicht kommen konnte. Umso überraschter war ich dann als meine Pferdemama und mein Pferdepapa fragten ob ich die nächste Woche wieder kommen wollte. Natürlich sagte ich nicht nein. (Da wär ich ja schön dumm gewesen)

Und so fing alles an. Anfangs ging mein Pferdepapa immer mit nebenher. Aber nach 2 Stunden meinte er: He die is so fit die schafft das auch allein! (Der hatte mehr vertrauen in mich als ich selbst!!! :wink: ) Meistens waren wir im RoundPen oder auf dem Sandplatz und irgendwann als ich mich auch getraut hab allein (ohne dass jemand nebenher lief aber mit Longe) zu reiten, gingen wir auch immer wieder in den Wald. Das war für mich ein wahnsinnsgeniales Erlebnis. Sonst komm ich nämlich nie in den Wald, weil mit Rolli is das alles etwas schwerer. Da hab ich dann auch mal Rehe gesehen, die uns den Weg kreuzten aber die anderen nicht gesehen haben weil sie mitnander so viel geredet haben.

Und unser großer Dünner hatte seine Scheu vor dem Rollstuhl (nachdem ich auch lockerer geworden bin) nach ca 3 bis 4 Wochen verloren. Ungefähr nach diesen 3 bis 4 Wochen fragte ich mal meinen Pferdepapa ob ich dem denn mal Karotten mitbringen dürfte und versuchen ihm die Scheu vor dem Rolli zu nehmen. Das erste Mal kam er ganz zögerlich. Ich bin nämlich bis auf ca 3 Meter Abstand zu ihm hin und hab gewartet bis er sich von selbst entschließt zu mir zu kommen und die Karotten zu holen.

Die Woche danach war sehr lustig. Ich war etwas spät dran da ich inzwischen ganztags arbeitete und etwas spät aus der Arbeit kam. Mein Pferdepapa hatte deshalb das Pferd schon rausgeholt und angefangen zu putzen. (Der wird nie angebunden weil er so gut erzogen ist dass er steht wenn der Strick runterhängt.) Ich kam runter und sagte zu den beiden Hallo. Und das Pferd drehte seinen Kopf guckte mich an und wollte mir entgegen. Mein Pferdepapa hat da dann etwas seltsam geguckt als er ihn am Bauch unten putzen wollte und das Pferd plötzlich weg war. :lol: Und nach dieser Reitstunde habe ich das erste mal das Pferd selbst in seine Box zurückgebracht. Natürlich war mein Pferdepapa dabei weil ganz allein hätt ich mich das nicht getraut. Aber er ist nur mitgelaufen und ich hab alles selber gemacht. Nur das Halfter musste er ihm abnehmen weil ich da den Dreh wie ich das machen muss leider noch nicht raus hatte.

So nu mach ich wieder Schluss. Könnte zwar noch Stundenlang weiterschreiben aber ich wollt noch ein bisschen Spannung aufbewahren für das nächste Mal. :wink:

Euch noch einen schönen Abend und bis zum nächsten Mal.

Fortsetzung folgt bestimmt!!!!!!!!!!!!

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BeitragVerfasst: 12. Jan 2008, 14:37:43 
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Hallo alle miteinander,

hab grad wieder mal Zeit und schreib ein bisschen weiter:

Von dem Zeitpunkt an wo ich unseren großen Dünnen das erste Mal selbst in die Box brachte, merkte ich wie intelligent Pferde sind. Jedes Mal wenn ich kam und noch vor der Stalltür stand streckte er schon seinen Kopf aus der Box und guckte mir zu ob ich auch wirklich zu ihm kam oder ob ich bei einem der anderen Pferde stehen blieb. Mit der Zeit lernte er auch dass er bei mir den Kopf etwas runter tun musste damit ich ihm das Halfter abnehmen kann. Als er das erste Mal seinen Kopf von selber zu mir runter gestreckt hat bin ich fast ausgeflippt vor Freude.

Und beim Reiten ging es auch immer besser. Wir versuchten dann mal die Zügel dranzumachen und dass ich sie einfach mal halte aber meine Pferdemama das Pferd anhielt und loslaufen ließ. Damit ich mich langsam dran gewöhnen konnte ohne ständig als Klammeraffe (wie ich es immer nenne) auf dem Pferd zu sitzen. Das war anfangs eine sehr große Herausforderung da ich als Nebenerscheinung meiner Querschnittslähmung eine Skoliose habe und vom Rücken her dann doch sehr viel arbeiten musste auf dem Pferd. Aber es lief von Mal zu Mal besser. Und inzwischen ging ich mit meiner Pferdemama auch allein auf Tour in die Halle oder ins Round-Pen ohne Pferdepapa. Nur wenn wir spazieren gingen lief er oder jemand anderes mit.

Nach und nach schaffte ich es dann auch mal das Pferd allein anzuhalten oder anlaufen zu lassen. Und nach Pfingsten durfte ich dann umsatteln auf ein anderes Pferd was neu war. Nämlich auf unseren kleinen Dicken.

War anfangs echt komisch plötzlich ca 10 cm tiefer zu sitzen nachdem er nur ca 1,50 m groß ist. Und er hatte einen ganz anderen Gang als der Große Dünne. Aber auch mit ihm funktionierte es sehr gut. Nur hat er mich mehr getestet ob ich meine Befehle auch wirklich so meine wie ich es sage oder zeige :) .

Nach einiger Zeit lernte ich dann auch wie man Kurven reitet. Und manchmal sind mir dann die Kurven etwas arg in den Kopf gestiegen. So musste mein Pferdepapa mich dann vom Pferd pflücken anstatt dass ich ihm in die Arme rutsch wie wir das immer nennen. :oops: Aber sowas passiert halt mal. :wink:

Und dann im August als meine Pferdemama im Urlaub war hat mein Pferdepapa den Unterricht gemacht. Ich hatte da echt Angst dass ich jetz ganze 4 Wochen ohne Pferde auskommen muss. Und ich war inzwischen so verrückt nach denen dass ich mir das einfach nicht vorstellen konnte.

Da sind wir dann teilweise allein spazieren gegangen über Feldwege ne kleine Runde. Oder wir haben unsere Kurven geübt. Und dann hat er mir noch beigebracht wie ich unseren kleinen Dicken rückwärts laufen lasse. Und es hat auf das erste Mal hingehauen riesig freu

So nu muss ich wieder gehen. Fortsetzung folgt wie immer ganz bestimmt die nächsten Tage. :wink:

Liebe Grüße
Rolli-Pferdenärrin

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BeitragVerfasst: 13. Jan 2008, 13:51:25 
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So und nu mal wieder weiter erzählt damit ich dann mal beim aktuellen Stand der Dinge ankomm :wink:

Als meine Pferdemama vom Urlaub zurück war, war ich immer zu zweit in der Stunde. Das war echt lustig. Der große Dünne hatte jemand anders drauf und wurde von meiner Pferdemama geführt und ich mit unserem kleinen Dicken und mein Pferdepapa hatte uns am Strick. :)

Die erste Stunde hat mich das so verunsichert dass ich mich einfach führen hab lassen. Aber mit der Zeit gewöhnte ich mich dran. Wir machten wieder lange Spaziergänge. Und Mitte Oktober passierte es dann:

Meine Pferdemama ging mit dem Großen Dünnen und seiner neuen Reitschülerin schon voraus. Ich und mein Pferdepapa brauchten noch etwas Zeit bis ich auf dem kleinen Dicken drauf war. Wir entschieden uns dann dass wir auf dem Sandplatz blieben und dort über am Boden liegende Stangen reiten und Kurven und Rückwärts reiten übten.

Leider hatten wir beide übersehen dass ich von der Uhrzeit genau diese Zeit hatte wo die anderen Pferde von der Koppel nebenan geholt werden. Unser Kleiner wurde unruhig und schaute immer mal wieder da rüber was dort denn geschah. Und wie das letzte Pferd geholt wurde bekam er es mit der Angst zu tun und wollte mit. Ich konnte mich nicht ganz halten und hab damit gelernt was das größte Glück eines Pferdes ist. (nämlich der Reiter auf der Erde) :twisted:

Aber das gehört für mich zur Reiterei dazu. Als ich unten im Sand lag wollte ich erst mal gucken ob meinem Pferdepapa und dem Pferd was passiert war. Aber war doch ganz schön geschockt dass das so plötzlich kam. Nachdem ich noch vor kurzem gesagt hatte dass es langsam Zeit wird dass ich mal runterflieg da ich sonst Angst krieg davor runterzufallen; kam es doch sehr überraschend. Aber es war und ist gut so wie es war.

Danach hatte ich ein paar blaue Flecken und bin ein paar Tage lang nicht mehr ganz so schnell mit meinem Rollstuhl in der Gegend rumgekurvt. Aber eine Woche später saß ich schon wieder drauf, obwohl meine Pferdemama und mein Pferdepapa meinten dass sie damit rechneten dass ich mindestens eine Woche Pause mache. :o

Da haben sie leider ned mit meinem Dickkopf gerechnet. :P

Seitdem habe ich zwar viel mit Ängsten zu kämpfen aber die kommen aus früheren Erfahrungen und nicht unbedingt vom Sturz. Die letzten Wochen dachte ich öfters daran aufzuhören weil ich immer das Gefühl hatte ich darf meine Ängste nicht dem Pferd mitteilen (was es ja sowieso spürt wie es mir geht). Und außerdem hatte ich das Problem dass ich meinte ich dürfte das nicht in Anspruch nehmen weil ich so starke Stimmungsschwankungen habe, die mit dem Winter zusammenhängen.

Mein Pferdepapa sagte mal als wir über den Sturz gesprochen haben dass wenn dann er schuld daran hätte weil er übersehen hat dass ein Pferd ein Herdentier ist und unser Kleiner da ab und zu Angst kriegt wenn andere Pferde gehen. Aber ich gebe weder ihm noch dem Pferd noch sonst jemand die Schuld. Weil das Runterfallen gehört beim Reiten als Sport dazu. Und es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein. :wink:

Über Weihnachten rum hatte ich jetzt 3 Wochen Pause weil einmal wegen dem Wetter ausgefallen ist und die anderen 2 Wochen waren Urlaub. Und letzte Woche hab ich mir selbst im Weg gestanden weil ich eben meinte dass ich das nicht verdient hätte und dass ich meine seltsamen Stimmungsschwankungen anderen nicht antun darf. Aber meine Pferdemama hat zum Glück nochmal lange mit mir geredet und ich hab mich entschieden weiterzumachen.

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BeitragVerfasst: 13. Jan 2008, 13:56:24 
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ups hab noch was vergessen 8)

Morgen ist es endlich wieder so weit: Ich darf wenn das Wetter so bleibt und es nicht glatt ist nach der Arbeit reiten gehen.

Wie es dort dann war kann ich euch gern erzählen wenn ihr wollt. Aber wenn ich euch zu viel schreibe und erzähle dann erzähl ich es nicht.

Liebe Grüße
Rolli-Pferdenärrin

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BeitragVerfasst: 13. Jan 2008, 17:49:33 
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Finde Deine Einträge sehr interessant. Wenn Du magst, bitte erzähl. Denn mindestens einen Leser hast Du. :wink:

LG Claudia :)

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BeitragVerfasst: 14. Jan 2008, 11:24:04 
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LG Leserin Nr 2


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BeitragVerfasst: 14. Jan 2008, 22:22:50 
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Registriert: 03. Jan 2008, 22:11:52
Beiträge: 654
Hi,

nachdem doch jemand auf Fortsetzung wartet: Hier die Fortsetzung von heute:

Endlich war es wieder mal so weit dass ich in den Stall gehen konnte. Das Wetter war schön brav und hat keine Glätte und keinen Schnee herbeigezaubert. So konnte ich wieder mal reiten gehen.

Das war für mich heut echt ein ganz besonderer Tag. Das erste Mal im neuen Jahr und dann ist noch eine Freundin von mir mitgegangen. Wir haben echt viel gelacht. Meine Pferdemama und mein Pferdepapa haben sich irre gefreut dass ich wieder da war und doch nicht aufgegeben habe. Hätt ich ja auch gar nie gekonnt so süchtig bin ich inzwischen nach dem Pferdestall der für mich ein zweites Zuhause ist.

Unser kleiner Dicker hatte heut nur nen Gurt drauf nachdem ich meinen Pferdepapa einmal umsonst mit Sattel rauslaufen hab lassen. :wink: Hab nämlich zu spät gesagt dass mir der Gurt im Moment lieber ist. Aber ich hab ihn dann doch noch gekriegt. Und da is es richtig gut gegangen. Meine Freundin lief mit und meine Pferdemama hat den kleinen Dicken geführt. Und der Pferdepapa hat vom Reiterstüble aus zugeguckt. Das war richtig toll diese Bewegung zu spüren. Zu merken wie er einen ganz vorsichtig und dennoch flott trägt.

Zum Schluss hab ich ihn dann selbst in den Stall gebracht. Und er hat wie immer in letzter Zeit als ich den Karabiner vom Halfter offen hatte; den Kopf runter getan damit ich ganz ohne Probleme das Halfter über die Ohren runterkrieg. Und dann hat er den Kopf selber rausgezogen.

Am liebsten wär ich gar nimma heimgegangen sondern hätt im Stall übernachtet. Aber is ja leider so kalt im Winter.

So aber nu muss ich schlafen gehen sonst komm ich morgen ned raus.

Wünsch euch noch eine gesegnete Zeit.

Biba. :WINKE:

Liebe Grüße
Rolli-Pferdenärrin

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BeitragVerfasst: 15. Jan 2008, 21:32:57 
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Schon wieder ich :wink:

Ich kann es immer noch ned fassen. Die Reitstunde gestern war echt der Hammer. So locker bin ich scho lang nimma draufgesessen. Hab mich sogar getraut kurz mal eine Hand loszulassen.

Und dann hab ich meinem Pferdepapa im Reiterstüble mal gewunken :lol: .
Hat keiner gesehen nur mein Pferdepapa. :)

Hoffentlich schaff ich es Freitag wieder hinzugehen; einfach so aber nicht zum Reiten.

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