Also, ich denke auch, was dir hier an Rat vielleicht am Besten helfen kann, sind unserer Tagesabläufe und wie die Praxis aussieht.
Mein Ablauf sieht so aus: Aufstehen und Frühstücken mit den Kindern, Kinder zur Schule. Um halb neun bin ich in
Passbrunn zur Arbeit mit HBP. Die Vormittage werden alle von der
Anja-Wojahn-Stiftung finanziert.
Mittag bin ich bei meinen Kindern, koche und mache Hausaufgaben.
Dienstag und Donnerstag arbeite ich dann noch von 14.00 bis 18.00 Uhr mit Kindern der Lebenshilfe (eine Gruppe 1,5 Std.) und Privatzahlern (je eine Stunde).
Montag habe ich nur einen Termin am Nachmittag und trainiere die Pferde.
Mittwoch habe ich zwei Termine innerhalb einer Stunde und trainiere die Pferde. Freitag arbeite ich von 15.00 bis 18.00 Uhr HBP mit Privatzahlern. Samstag arbeite ich von 8.30 Uhr bis 16.00 Uhr mit Privatzahlern. Anschließend trainiere ich die Pferde.
Ausmisten läuft immer mal zwischendurch und wenn mir jemand eine Stunde absagt oder am Abend.
So komme ich also nie vor 18.30 Uhr nach Hause. Dann Abendessen mit den Kindern und Zeit für sie haben. Dann Kinder in´s Bett und todmüde versuchen Fern zu sehen um auf dem Sofa einzuschlafen...

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Bevor ich mich mit HBP selbständig machte, arbeitete ich Teilzeit im Kiga. Die Stelle kündigte ich aber, weil ich nicht auf zwei Hochzeiten tanzen konnte.
Die Lebenshilfe hat mich für die Dienstage und Donnerstage eingestellt (angemeldet), mit etwa 410,00 Euro monatlich.
Leben kann ich eigentlich nur die Monate von Januar bis Juli durch die Vormittage von dem Geld. In den großen Ferien mache ich viel Ferienprogramm und Erlebnispädagogisches, da hier die Einnahmen der Lebenshilfe weg fallen. Im Herbst muss ich gucken, wie es um geht. Vor allem möchte ich dann Entspannungskurse anbieten und anderes...
Nur von den Privatzahlern könnte ich nicht leben.
Wirklich davon normal gut leben kann man glaub ich nur, wenn man Gruppen nimmt. Einzelstunden sind sehr aufwendig und du müsstest wirklich mindestens 35-60 Euro verlangen, wenn du mit Einzelstunden durchkommen möchtest. Darum sind mir die Gruppen wichtig. Durch sie kann ich mir die Einzelförderungen leisten anzubieten, zu einem erschwinglichen Preis (25,- Euro).
Eine HBP-Kollegin hat im Rahmen der Festanstellung HBP angeboten. Bei ihrem Arbeitgeber. Möglich ist das sicherlich. Inzwischen hat sie aber ein Baby...

und ich denke, sie wird grad nicht arbeiten.
Wenn du dich rein selbständig machst, denke daran, dass du Krankenversicherung selber tragen musst. Der Mindestsatz ist bei uns im Moment bei ca. 350.- Euro jedes Monat. Dazu ist eine freiwillige Renten- und Arbeitslosenversicherung zu empfehlen (über das Arbeitsamt kann man sich Arbeitslosengeld versichern).
Wie meinst du denn, ein Viertel für die Pferde? Also ein Gehalt für die Pferde? Das hab ich nicht ganz verstanden.
Und ein Konzept erstellen und vorlegen ist doch gut! Wie gut kannst du denn mit deinem Arbeitgeber reden? Könntet ihr eine Testphase vereinbaren?
Ach ja; und PS: An den Abenden schreibe ich oft die Berichte, mache Pläne und Ausarbeitungen und so weiter... Bereite mich für die nächsten Einheiten vor. Privatleben? Naja, im Moment eher mäßig. Aber das macht nix, denn Lebensgefährten habe ich momentan keinen... hätte ich keine Zeit dazu.
Das soll heißen, es ist kein reines Zuckerschlecken, sich selbständig zu machen. Es bringt die erste Zeit wirklich Entbehrungen mit sich und man muss sich sicher sein, es zu wollen.
Der Vorteil ist natürlich die Arbeit für sich. Ich kann meiner Berufung nach gehen, meine Arbeit leben. Diesen Vorteil haben nicht alle und ich sehe es als Privileg an, diese Arbeit machen zu dürfen/können.

LG
