Lehrpferd oder eigenes Pferd käme für mich auf die Inhalte des jeweilgen Seminares an. Wobei, gerade bei den Reitkursen, bei denen ich zugeschaut habe "mit eigenem Pferd" zeigt sich sehr viel mehr (besonders über den Menschen, bzw. Zusammenspiel), als mit Lehrpferd.
Weil das eigene Pferd eben sehr viel mehr spiegelt in dem "wie es mit seinem Menschen ist" (und das meine ich nicht nur reiterlich, sondern überhaupt, im Umgang zusammen), da sieht man sehr viel mehr aus dieser "langjährigen Beziehung", was man in "einmaligen Begegnungen" eben nicht sieht. (Bei Hundehaltern wird das noch deutlicher, finde ich, da zeigt der eigene Hund ja auch ganz viel).
Von daher fände ich "auch mal ne Einheit mit eigenem Pferd" (sofern das praktikabel ist) nicht schlecht.
Lernzielkontrollen, nein. Einfach zum Einen, weil ich nicht wüßte, wie etwas "formal abprüfbar" ist. Jedenfalls nicht "gerecht" und "objektiv".
Mir wären Voraussetzungen (also der Nachweis einer pädagogischen etc. Ausbildung und Berufserfahrung und der Nachweis von Pferde/reiterlicher Erfahrung) wichtig.
Wobei man letzteres (wenn man es nicht am "Schein" festmacht, sondern z.B. durch "vorreiten" feststellt) ja auch schon als "vorherige Kontrolle" bezeichnen könnte. Das fände ich völlig okay.
Aber innerhalb der Weiterbildung wären Lernzielkontrollen nicht mein Mittel. Wie soll das gehen ? Das Wissen (das pädagogische, das um "Krankheiten" etc. setze ich voraus, also alles, was theoretisch abprüfbar wäre, auch das "Pferdewissen").
Es erinnert mich gerade an meine Erzieher-Anerkennungsjahr-Praktikanten, früher war das so, daß die dann ein paar "Vorzeigestunden" in der Einrichtung mit ihrem Lehrer machen mussten (ich hoffe, dieser Blödsinn ist inzwischen abgeschafft). Ich als Anleiterin sehe die ein Jahr über (und die anderen aus dem Team auch), wir können denen viel mehr spiegeln und sagen, als ein Lehrer, der 3 ? 5 ? mal im Jahr für eine "Vorzeigestunde" vorbei kommt.
Also somit wäre "eine praktische RT-Vorzeige-Stunde" als "Lernzielkontrolle" auch verfehlt. (Gerade, wenn man selbst "ständiger Betreuer" ist, dann auf einmal eine "Vorzeige-Stunde" ? Das ist doch künstlich...)
Was ich aber wichtig finde, ist, möglichst viel zu lernen, auszuprobieren und Begleitung/ feedback dabei zu haben. Das kann auch gut "die erste "eigene RT-Stunde" mit Begleitung/Supervision sein", eben die Rückmeldung.
Und - mir wären dabei "unterschiedliche Anleiter" wichtig. Oder ein Praktikum mit Anleitung in einer anderen Einrichtung etc.
Ich fände es nicht ausreichend, nur von einer Person was zu lernen (weil die immer auch ihre Sichtweise, ihren ganzen Hintergrund etc. mit einbringt und andere Menschen und deren Sachen mit ihrem Hintergrund sieht).
Was ich ganz schlimm finde sind Weiterbildungen (kenne ich aus anderen Bereichen), wo es nur einen Anleiter/Lehrer gibt und der dann auch noch "die Eignung" der Person für was auch immer feststellt oder eben nicht. Das ist so subjektiv, so persönlich geprägt (was leider den Absolventen erst sehr viel später klar wird, vorher glauben sie das, was der sagt, egal, ob sie nun "reinpassen" oder "durchfallen" (die "Durchgefallenen" kapieren es eher, daß da was nicht stimmt), das hat was von "dem Guru glauben".
(Ich meine das gerade bei Sachen, die "persönlich geprägt" sind, und eben schlecht objektiv meßbar. Reiterliches geht (in Grenzen) objektiv meßbar, da kann man sagen "kannst Du Seitengänge in allen Gangarten oder nicht", anderes ist eben nicht so "objektivierbar")
Also wenn in irgendeiner Form "abprüfbare Sachen" (wobei ich bei RT nicht wüßte, wie), dann bitte von einem Team von unabhängig voneinander agierenden Menschen.
Abgesehen davon denke ich, das man bei unterschiedlichen Menschen auch immer sehr, sehr viel mehr lernt, eben bei jedem was anderes...
Na, langsam wird dieser thread spannend...
