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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
Aktuelle Zeit: 24. Mai 2012, 08:57:12


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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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 Betreff des Beitrags: leichtes Unverständnis
BeitragVerfasst: 17. Okt 2006, 21:23:53 
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Liebe Leute,
ich bitte, mich jetzt nicht falsch zu verstehen, aber ich kann einige Beiträge zum Thema Weiterbildungssuche hier nicht ganz nachvollziehen.
Ich verstehe natürlich, dass jede eine möglichst preisgünstige Ausbildung sucht, ortsnah im passenden Format, mit den passenden Zugangsvoraussetzungen und natürlich mit guten Inhalten.

Bitte bedenkt dabei:
Es muss (!) Zugangsvorausetzungen geben, denn Reittherapeutin ist kein eigenständiger Beruf, sondern eine Weiterbildung. Es ist ein hoher Wissenstand über Mensch und Tier vonnöten, um verantwortungsvoll handeln zu können.
Ausbilder müssen sich diesen Wissensstand ihrerseits erst einmal (in der Regel durch viele teure Zusatzausbildungen) selbst erworben haben. Hinzu kommen gute Referenten, die Fachbeiträge liefern (z.B. Tierärzte etc.), die auch ihren Preis haben. Deshalb kann eine Unterrichtseinheit nicht billig sein. Dann kommt ja noch die Infrastruktur mit Höfen, Pferden, Klienten, etc. hinzu. Eine billige Ausbildung zur RT ist daher kaum möglich.
Rechnet doch mal beispielhalber Seminarkosten von ca 4500,-- auf ca 200 Unterichtseinheiten um. Da bekommt der Ausbilder 22,50. Das ist ein Witz. Davon sind seinerseits nicht nur Honorare, sondern auch Versicherungen, Konzeptentwurf, etc, pp zu bezahlen.

Ich möchte eure Suche nach der passenden Ausbildung nicht bremsen, ich möchte nur euer Verständnis dafür wecken, warum das Ganze mit soviel zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden ist.
Stef.


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BeitragVerfasst: 18. Okt 2006, 16:25:23 
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Hallo Stef,

inhaltlich stimme ich da überein, eine solide Weiterbildung ist nur mit Vorkenntnissen zu machen und hat auch ihren berechtigten Preis.

Aber das, was Du beschreibst, geht -zumindest bei dem, was ich so sehe -(leider) immer mehr an der Praxis vorbei. Es ist das, was wünschenswert ist, aber ich sehe momentan überhaupt keine Entwicklung dahin.

Die Weiterbildungsträger schießen wie Pilze aus dem Boden, jeder will Geld verdienen, die Zugangsvoraussetzungen werden immer geringer (ich finde z.B. immer öfter Weiterbildungen ohne jegliche pädagogische Grundausbildung), die Weiterbildungen werden immer kürzer und billiger.

Und ich persönlich denke, diese Entwicklung wird so weitergehen, es wird noch kürzere, noch niedrigschwelligere, noch billigere Weiterbildungen geben. Und da es den "Marktbedarf" dafür gibt, werden die von vielen wahrgenommen werden.

Aber solange sich die bestehenden Weiterbildungsträger nicht auf "minimal-Qualitätsstandarts" einigen (und meiner Meinung nach wäre das möglich, 80% liegen doch bei "minimal-Voraussetzung ist pädagogischer o.ä. Grundberuf", reiterlich DRA3, Mindeststundenzahl so bei 500"), wird das so weitergehen. Das wäre m.E. nach das einzige wirksame Mittel dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen.

Und natürlich "Qualitätsaufklärung".

Aber offensichtlich sind die (jetzt bestehenden) Weiterbildungsträger nicht Willens, da zusammenzuarbeiten.

Ich bin schlichtweg ratlos, wenn die Weiterbildungsträger nicht diese Aufgabe übernehmen, weiß ich nicht, wers denn dann tun soll.

viele Grüße,

Martina


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BeitragVerfasst: 18. Okt 2006, 17:11:59 
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Zitat:
Und natürlich "Qualitätsaufklärung".

Aber offensichtlich sind die (jetzt bestehenden) Weiterbildungsträger nicht Willens, da zusammenzuarbeiten.

Ich bin schlichtweg ratlos, wenn die Weiterbildungsträger nicht diese Aufgabe übernehmen, weiß ich nicht, wers denn dann tun soll.


Dieses Forum kann da einen Beitrag leisten, wir werden inzwischen viel gelesen und zunehmend auch in anderen Foren bei Beiträgen zum Therapeutischen Reiten usw. zitiert...

Liebe Grüsse :D

_________________
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BeitragVerfasst: 19. Okt 2006, 16:04:23 
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Hallo,

ich muß da jetzt nochmal was zu schreiben, auch wenns nicht so gaaaanz zu Stefs erstem Beitrag passt.

Ich finde, dieses Forum spiegelt ja sehr gut die Bedürfnisse der Ausbildungssuchenden (Kunden) auf dem Weierbildungsmarkt wieder. (sozusagen "Spiegelbild Markt ;-)).

Ich sehe hier, dass die "Kunden" immer jünger werden, weniger/keine Berufserfahrung haben und weniger finanzielle Mittel. (im Vergleich zu vorher). Gleichzeitig wird Reittherapeut ein Modeberuf und für immer mehr Menschen interessant.

Wenn man hier liest, sind wichtige Kriterien für eine Weiterbildung "möglichst keine Reitabzeichen", nicht so lange Ausbildung und möglichst preisgünstig.

Gleichzeitig ist die Frage der Qualität völlig ungeklärt. Da stehen alle Kunden ratlos und alleingelassen da.

Vielleicht sehe ich das etwas "zu schwarz", aber ich sehe, dass die Ausbildung immer kürzer, billiger und mit weniger Vorwissen zu machen ist. Wir sind momentan bei "ohne pädagogische Ausbildung oder ohne "pferdische/reiterliche Ausbildung" in 5-9 Wochenenden zum Reittherapeuten". Weil es da eben Bedarf am Markt für gibt.

Ich bin mir relativ sicher (wenn ich nur mal so die Veränderungen im letzten Jahr betrachte), dass sich der Markt für "nicht Pädagogen" noch stärker öffnen wird und wir in einem halben Jahr bei "jeder, (auch wenn er noch nie vorher ein Kind betreut hat oder auf einem Pferd gesessen) kann in 5 Wochenenden die Ausbildung zum Reittherapeuten machen".

Und das kann es meiner Meinung nach nicht sein.

In vielen anderen Bereichen (Gestalttherapie, Tanztherapie) usw., haben sich die Weiterbildungsträger gegen den "Qualitätsverfall" abgesichert, indem sie gemeinsame Mindeststandarts vereinbart haben und nur die Ausbildungen, die dem entsprechen, anerkannt sind. Das ist meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit, dem entgegenzuwirken. Welcher Kunde möchte schon eine "nicht anerkannte" Ausbildung haben, die demnach qualitativ auch schlechter ist.

Ich habe überhaupt keine Ahnung, warum die Weiterbildungsträger das nicht tun. Setzen die weiterhin auf "freien Markt" und hoffen darauf, dass sich letztlich die "besser ausgebildeten" Reittherapeuten am Markt durchsetzen??

Ich persönlich sehe da eher das Gegenteil. (Habe die Tage eine Fernsehsendung über "tiergestützte Therapie" gesehen, in der ganz eindringlich vor schlechter Ausbildung gewarnt wurde). Ich sehe mehr, dass die Reittherapie als allgemeines darunter leiden wird. (Und eben auch den Preisverfall durch mehr Konkurrenz durch immer einfachere Ausbildung usw.).

Jetzt interessiert mich Eure Meinung. Bin ich da zu pessimistisch??

Martina


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BeitragVerfasst: 19. Okt 2006, 16:42:57 
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Hallo Martina,


Zitat:
Ich finde, dieses Forum spiegelt ja sehr gut die Bedürfnisse der Ausbildungssuchenden (Kunden) auf dem Weierbildungsmarkt wieder. (sozusagen "Spiegelbild Markt ).


Ja das stimmt - war aber nicht so geplant und ich habe noch Hoffnung das andere Aspekte AUCH noch zum Zuge kommen :wink:

Zitat:
Ich habe überhaupt keine Ahnung, warum die Weiterbildungsträger das nicht tun. Setzen die weiterhin auf "freien Markt" und hoffen darauf, dass sich letztlich die "besser ausgebildeten" Reittherapeuten am Markt durchsetzen??


Ich denke - wie schon mal hier irgendwo provozierend angemerkt - dass sie einfach keine Wahl haben.

Es gibt zu viele Reittherapeuten pro potentielle Klienten, also sucht man sich ein neues Geschäftsfeld -> die Ausbildung. Hier scheint es genügend Kunden zu geben...

Ist nur meine Beobachtung aus diesem Forum hier ->lass mich gerne widerlegen...

LG :D

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BeitragVerfasst: 19. Okt 2006, 17:08:12 
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Hallo Pancho,

mit dem Markt stimme ich überein. Aber es kann doch nicht Ziel der bestehenden Weiterbildungsträger sein, entweder auf "immer noch unkomplizierter, kürzer, billiger" mitzuschwimmen oder nur zuzusehen, was die anderen tun...

Ich meine mehr, warum das "wir schotten uns gemeinsam gegen das ab" (also ein Verbund von Mindeststandart-Anbietern, und noch haben 80% etwa gleiche Mindeststandarts) nicht funktioniert?

Martina


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BeitragVerfasst: 19. Okt 2006, 18:11:33 
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Hallo,
also ich weiß nicht ob das jetzt ganz dazu passt aber ich wollt mal so n bißchen meinen senf dazu geben :wink:
also ich gehöre leider sag ich jetzt mal auch zu denen, die eine möglichst günstige variante der ausbildung suchen weil ich einfach von haus aus halt kein geld habe aber das ist anderes thema. aber ich denke bei dem markt den es im moment gibt, gibt es schon zum teil günstigere, zb, anstatt 6000 euro für 2500 euro, und die inhalte sind größtenteils dieselben bzw interesenentsprechend besser. In meinem fall z.b. bietet eine einrichtung die mich interessiert das thema selbstständigkeit, versicherungen und dergleichen an, was für mich auch wichtig ist und andere Einrichtungen nicht.

Zu dem Aspekt pädagogische Vorbildung muss ich sagen, es ist ein muss aber ob man jetzt aus der ausbildung kommt oder 20 jahre berufserfahrung hat ist denke ich erstmal egal. zum teil haben sogar die die frisch aus der ausbildung kommen mehr ahnung als die älteren die zum teil in ihrem alltagstrott einfach ihre arbeit erledigen und von theoretischen grundlagen überhaupt keine ahnung mehr haben. hab ich 1000 beispiele für.

Zum Aspekt reiterliche ausbildungen denke ich, dass da die ausbildungsstätten mehr gefragt sind die spreu vom weizen zu trennen und dementsprechend bei der zertifizierung halt auch welche durchfallen zu lassen. diese scheine-rumreiterei finde ich nicht wirklich notwendig. ich z.b. habe noch nicht mal den basispass, weil ich ihn meiner meinung nie brauchte oder den sinn darin gesehen hab. kleines hufeisen,großes hufeisen,.... ich war immer der meinung ich brauche niemandem etwas beweisen und es kostet nur unnötig geld was ich lieber in meine reitstunden gesteckt habe. so, aber dafür reite ich mit meinen 22 jahren seit 17 jahren und ich denke dass das mal eben locker als reiterliche vorkenntnis reicht. und was nicht in meinen schädel reingehen will ist,warum muss ich denen zeigen dass ich einen e- bzw a-sprung nehmen kann? ich denke dass das für die reittherapie völlig unbrauchbar und in meinen augen unangebracht ist überhaupt so etwas zu fordern... ich denke da gibt es andere äußerst wichtigere aspekte auf die geachtet werden sollte und da sind halt eben auch die ausbildungsstätten gefargt.

so, als letztes will ich nochmal was in n raum werfen. man braucht ja sogar gar keine ausbildung zum reittherapeuten machen. es ist möglich, und solche leute gibt es on masse, sich einfach reittherapeut zu nennen, ohne jemals selbst auf einem pferd gesessen zu haben und ich kriege das ganze sogar ganz legal versichert als reittherapeutin ohne ausbildung!!!

So, mache mich auf negativ bemerkungen gefasst und bin auf meinungen dazu gespannt :)

LG

_________________
Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!


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BeitragVerfasst: 19. Okt 2006, 23:32:57 
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Mareike22 hat geschrieben:
so, als letztes will ich nochmal was in n raum werfen. man braucht ja sogar gar keine ausbildung zum reittherapeuten machen. es ist möglich, und solche leute gibt es on masse, sich einfach reittherapeut zu nennen, ohne jemals selbst auf einem pferd gesessen zu haben und ich kriege das ganze sogar ganz legal versichert als reittherapeutin ohne ausbildung!!!


Genau, Du hast völlig recht. Und darum ist es meiner Meinung auch so schwer, eine Abgrenzung der einen gegen die anderen Weiterbilder vorzunehmen. Es gibt halt keine gesetzliche Grundlage und daher ist jeder Standart ein selbstgewählter.

Möchte zu Martinas obigem Beitrag noch kurz in Aussich sellen, dass Ende des Jahres eine gemeinsame Webseite der im "Forum der Ausbildungsträger einer Therapie mit dem Pferd" (FATP) ans Netz gehen wird. Dies ist ein Zusammenschluss der Verbände, der sich um Festlegung von Mindestanforderungen etc. bemüht.


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BeitragVerfasst: 20. Okt 2006, 14:25:41 
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Stef hat geschrieben:
Genau, Du hast völlig recht. Und darum ist es meiner Meinung auch so schwer, eine Abgrenzung der einen gegen die anderen Weiterbilder vorzunehmen.


Hallo Stef,

den Satz verstehe ich gerade nicht. Ich meine "lieber eine kurze, "nicht so qualitative Ausbildung als gar keine" kann (meiner Meinung nach) auch nicht Sinn der Sache sein. Ich vermute aber mal, dass Du das irgendwie anders meinst???

viele Grüße,

Martina


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BeitragVerfasst: 20. Okt 2006, 20:18:43 
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Äh, ich wollte nur zustimmend sagen, dass eigentlich kein Mensch sich um eine Ausbildung bemühen MUSS, denn sie ist nicht Pflicht. Vor diesem Hintergrund ist es sehr schwer Qualitätsstandards durchzusetzen, denn alle Weiterbildungswilligen beweisen ohnehin schon guten Willen.
Ich wollte aus meiner Sicht natürlich nicht sagen, dass es auch eine Minimalausbildung tut.
Ich hoffe ja, dass es irgendwann mal Standarts gibt und die Qualität von RT für die Teilnehmer weitestmöglich gesichert werden kann.


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BeitragVerfasst: 21. Okt 2006, 14:24:14 
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Hallo Stef,

andere Bereiche haben das ja auch hinbekommen, Tanztherapeutin oder Gestalttherapeutin z.B. kann man auch ohne irgendeine Ausbildung sein, trotzdem haben es da die Berufsverbände geschafft, Mindeststandarts für die Ausbildung festzulegen und damit den "Ultralight-Ausbildungen" das Wasser abgegraben (bzw. schon so frühzeitig für einheitliche Standarts gesorgt, dass kein Markt für "Ultralight" entstehen konnte). Und damit eben für Qualität des "Berufsbildes" gesorgt.

Mir ist völlig unklar, warum ausgerechnet die Pädagogen (schätze mal, 90% aller Weiterbildungseinrichten gehören Pädagogen) es nicht schaffen, sich da auf einheitliches festzulegen.

viele Grüße,

Martina


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