Hallo!
Also, während der letzten zwei Jahre hab ich einiges mitgemacht, bei der Suche nach dem geeigneten Pferd.
Es ist so:
Meiner Meinung nach gibt es nicht DIE Rasse.
Bei den Pferderassen gibt es natürlich Charakterzüge oder Leistungsmerkmale, auf die die einzelne Rasse gezüchtet werden. Aber jedes Pferd jeder Rasse ist ein Individuum. Und braucht die richtige, gute und konsequente Haltung und Erziehung.
Das bravste und coolste Pferd wird bei falscher Erziehung seine Macken entwickeln und kann "böse" werden.
Meine Meinung.
Dann sollte die jeweilige Rasse oder eben das jeweilige Pferd dem Besitzer liegen. Es muss tatsächlich - ganz ähnlich wie bei Menschen - die Chemie zwischen Pferd und Mensch einfach stimmen.
Am allerwichtigsten finde ich, ist die Psyche des Tieres. Bei weitem nicht jedes Pferd ist der psychischen Belastung gewachsen, die diese Arbeit mit sich bringt. Und diese Belastung ist enorm (!) und darf nicht unterschätzt werden.
Vielleicht sind gerades darum die Island-Pferde recht begehrt für diese Arbeit. Sie scheinen von der Züchtung her zur psychischen Stabilität zu neigen. Mir ganz persönlich rein subjektiv liegt diese Rasse nicht. Ich kann einfach nicht gut mit Isländern. Obwohl wir in der Weiterbildung mit Isis arbeiteten und diese Pferde wirklich super toll sind!
Von der Rasse her auf Coolness gezüchtet sind American Quarter Horse, American Paint Horse, Irish Tinker, Haflinger, Isländer, Highlander, die Kaltblutpferde... und etliche mehr.
Eher auf "Leistung" gezüchtet sind die Deutschen Warmblutpferde. Auf Ausdauer und Intelligenz die Araber.
Aber darauf kann man eher - wie schon oben versucht zu erklären - weniger gehen.
Es ist wirklich jedes einzelne Pferd (egal welcher Rasse) in seiner Einzigartigkeit zu bewerten.
Die Arbeit als Therapiepferd ist ein Beruf. Für das Pferd mindestens ebenso wie für den Mensch. Nicht jedes Pferd möchte diesen Beruf ausüben.
Meiner Meinung nach sollte das Pferd Kinder mögen, also eine Art Beschützer-Instinkt haben. Das gibt es bei Wallache ebenso wie bei Stuten.
Neben den selbstverständlichen Dingen wie Coolness und Gesetztheit... sollten ein paar Dinge beachtet werden:
Es sollte sensibel genug für diese Arbeit sein, trotzdem eine unerschütterliche Psyche haben.
Es sollte es verzeihen können, wenn es nicht regelmäßig ordentlich bewegt wird (auch mal eine Woche nur auf der Weide...) und trotzdem nicht träge.
Es sollte einen guten Bezug zu Menschen haben, vor allem zu seinem Besitzer; trotzdem aber den häufigen Wechsel der Menschen ertragen können.
Es sollte arbeitswillig sein, ohne übereifrig zu werden....
Und noch ein paar Dinge mehr...
Meine Therapierpferd ist ein Deutsches Reitpony. Diese haben den allgemeinen Ruf, eigenwillig und zickig zu sein. Auch mal gemein zu sein. Was man von meiner Stute nicht sagen kann.
Ihr Papa ist Araber, ihre Mama eine New Forest Dame. Sie ist genau das, was ein Therapiepferd sein sollte.
Für mein zweites Pferd bin ich noch auf der Suche. ...

Wie gesagt, seit zwei Jahren; nachdem ich bereits drei Pferde wieder verkaufen musste.
LG Claudia