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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
Aktuelle Zeit: 22. Mai 2012, 13:49:37


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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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 Betreff des Beitrags: Blinde und entwicklungsverzögerte Voltigiererin
BeitragVerfasst: 03. Jun 2011, 20:37:48 
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Registriert: 05. Mai 2009, 20:16:51
Beiträge: 21
Vor kurzem habe ich eine Jugendliche übernommen, die blind und entwicklungsverzögert ist. Sie reitet mit Voltigurt und kann super traben und galoppieren. Ausritte liebt sie.

Nun möchte ich die Therapie durch Spiele ergänzen. Da ich sonst viel mit Menschen mit Förderbedarf geistige Entwicklung arbeite kenne ich viele Spiele - die aber leider zum größten Teil nicht für blinde Menschen geeignet sind.

Wer kann mir ein paar Anregungen geben?

_________________
Viele Grüße Pittti


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 Betreff des Beitrags: Re: Blinde und entwicklungsverzögerte Voltigiererin
BeitragVerfasst: 05. Jun 2011, 17:11:18 
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Hallo!

Als ersten Hinweis vielleicht der LINK. Hier findest du eine ganz allgemeine Materialsammlung. Vielleicht hilft dir ja was.

Dann: Bei mir kommt zum HBP ein blinder Junge mit geistiger Behinderung. Und ganz ehrlich, bei diesem Jungen ist weniger mehr!
Er genießt am aller Meisten das Hören der Pferdeherde (fünf Pferde) im Offenstall, wenn sie kauend am Heu stehen. Dort kann er bis zu einer ganzen Stunde (je nach Tagesverfassung) stehen und horchen. Für ihn ist das reine Seelenhygiene.

Das Anfassen des Felles und das Halten des Führstrickes sind für diesen Jungen schon eine echte Herausforderung. Er mag nicht gerne etwas in den Händen halten; das macht ihn "blind". Denn er sieht ja mit den Händen.

Sowohl Mutter als auch Junge pochen meist auf diese ruhigen Einheiten. Die Herde erleben, spazieren gehen mit einem Pferd am Führstrick und auch mal geführte Ritte sind bisher Programm genug für diesen Jungen.
Da die Mutter immer deutliche Gelöstheit nach den Einheiten am Jungen erkennen kann und sie diese Art der Förderung als extrem wohltuend für den Jungen empfindet, verzichte ich bei diesem Jungen - bisher - auf ein Mehr. ;)
Es läuft absolut rund mit wenig. Du verstehst sicher, was ich meine.
Aktive Förderung und starke Inanspruchnahme erlebt der Junge täglich in seiner Förder-Schule. Bei uns bei den Pferden ist rein die Seele dran.
Das nur kurz zu meiner Erfahrung mit einem blinden Kind.

Viel Glück und viel Spaß weiterhin für euch!!

LG Claudia


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„Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte - das Unum des Universums.“
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 Betreff des Beitrags: Re: Blinde und entwicklungsverzögerte Voltigiererin
BeitragVerfasst: 05. Jun 2011, 18:26:56 
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Hallo Claudia,

danke für den link - ich werde demnächst alles durchforsten.
Sicherlich ist oftmals weniger mehr, aber diese Jugendliche gibt mir das Gefühl - da kann noch was! Kennnst du vielleicht auch. Wie gesagt, Ausritte liebt sie und bekommt sie auch, Trab und vor allem Galopp bereiten ihr richtige Freude und da möchte ich auch nichts streichen.

Meine Ideen gehen im Moment dahin, an den Bahnpunkten Gegenstände (Kuhglocke, Türklingel, Talker mit Tiergeräuschen, Glöckchen ...) aufzuhängen, die dann beim Vorbeireiten von der Jugendlichen ausgelöst werden können. Ich hoffe so eine räumliche Vorstellung festigen zu können, die dem Mädel hilft, sich in der Bahn zurecht zu finden. Zudem würde ich gerne Spiele zur Förderung des sozialen Miteinanders einbinden - da fällt mir im Moment aber nichts gescheites ein.

Na - vielleicht hat ja noch wer ne Idee?

_________________
Viele Grüße Pittti


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 Betreff des Beitrags: Re: Blinde und entwicklungsverzögerte Voltigiererin
BeitragVerfasst: 06. Jun 2011, 14:20:11 
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Hallo,
ich bin selbst stark sehbehindert und ehrlich - der größte Genuß für unsereinen ist es, dass wir mit dem Pferd im Gelände endlich endlich einmal uns unbehindert auch rasch fortbewegen können. Dadurch können wir ein wenig Landschaft erfassen und wir bekommen mal Umweltinfos ohne uns diese mühsam holen zu müssen und - mit Hören da sind wir echt gut trainiert und das dann AUCH NOCH - wozu - das tun wir doch eh von selber.
Was auch toll ist, ist mit dem Pferd sich am Gurt festhaltend rennen zu können, das ist genial, rennen können blinde Menschen nämlich nur gebremst haben aber oft ein großes Bedürfnis danach.
Spielen ist für uns Sehbehinderte oft sehr anstrengend, eben Training, oder mithalten, da muß man gut gucken und wie weit man unbedingt ein Pferd braucht um dann wieder die wirklichen leichtfallenden Spiele so wie Sprach oder Gedächtnis oder Rollenspiele spiele machen zu können - also nee, klar kann mans machen, aber ich würde es mir nicht wirklich wünschen.
Meine blinde Freundin liebt auch am Meisten den Galopp im Gelände.
Und wir alle sitzen serh gern mit ganz wenig zwischen uns und dem pferd, denn umso leichter sit es dann was zu fühlen, also vom Untergrund meine ich. Also gern ganz ohne alles z. B.
ich selbst erkenne ob mein Pferd z. B. weiter vorne am Weg was Bewegtes oder Stehendes sieht, anhand dessen wie es den Kopf hebt und all solche tollen Eindrücke, es sieht für mich und das ist wunderbar, alles andere lenkt mich ab.
Meist fühlen wir auch Biegungen oder Seitengänge gut.
Gruß
Mailo


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 Betreff des Beitrags: Re: Blinde und entwicklungsverzögerte Voltigiererin
BeitragVerfasst: 06. Jun 2011, 18:42:02 
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Das ist wirklich interessant zu lesen und auch sehr gut nachvollziehbar.
Danke dir, für den echt tollen Erfahrungsaustausch.

LG

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 Betreff des Beitrags: Re: Blinde und entwicklungsverzögerte Voltigiererin
BeitragVerfasst: 06. Jun 2011, 20:45:21 
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Hallo Mailo,

herzlichen Dank für dein Erfahrungsbericht - so wie du das schreibst kann ich es gut nachvollziehen. Besonders das Erleben von Geschwindigkeit scheint bei ihr genau so wahrgenommen zu werden.

Nun - vielleicht versuch ich zu erklären, warum ich die akustischen Signale einbauen möchte: Ich kann mir vorstellen, dass die Jugendliche irgendwann mit Zügeln das Pferd selber lenken kann (natürlich mit einer Person am Führstrick, die das ganze sichert). Das kann - so vermute ich als Sehende - nur gelingen, wenn sie eine akustische Orientierung zu den Bahnpunkten hat. Ich denke nun, wenn sie mit den verschiedenen Bahnpunkten jeweils einen anderen Ton verbindet, kann sie z.B. von M (Musik) nach K (Kuhglocke) reiten. Ich wüßte nicht, wie sie sonst die Richtung halten könnte. Lieg ich da falsch?

Aber vielleicht habt ihr ja recht und ich denk da ein bißchen zu kompliziert...

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Viele Grüße Pittti


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 Betreff des Beitrags: Re: Blinde und entwicklungsverzögerte Voltigiererin
BeitragVerfasst: 07. Jun 2011, 13:25:16 
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Hallo,

ich hab mal irgendwo einen Bericht über eine blinde Reiterin gesehen die sich an einem Taktmesser, der in der Mitte der Halle stand, orientiert hat.

LG DaniB


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 Betreff des Beitrags: Re: Blinde und entwicklungsverzögerte Voltigiererin
BeitragVerfasst: 07. Jun 2011, 17:42:29 
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Den Bericht hab ich auch gesehen. ;)

Wegen der Orientierung: Also, ich finde die Idee gut. Vor allem denke ich, du kennst die Klientin - hier von uns kennt sie keiner. Also wirst du wohl auch am Besten selber entscheiden können, was funktioniert.
Wieso versuchst du es nicht einfach. Es wird sich doch sowieso zeigen, ob es das Richtige war. ;)

Viel Glück und alles Gute!

LG

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 Betreff des Beitrags: Re: Blinde und entwicklungsverzögerte Voltigiererin
BeitragVerfasst: 11. Feb 2012, 22:40:47 
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Zwar ein wenig spät, aber vielleicht ist es noch interessant.

Ich würde nicht zuviel Geräusche einsetzen, denn damit müssen sich Blinde immer auseinander-hören- :D
In einer fremden Halle hatte ich mir früher immer ein Radio an einen Punkt aufgestellt.
So hatte ich dann wenigstens eine Stelle, wo ich wußte, wo ich war.

Mittlerweile bin ich recht gut mit meiner Orientierung und brauch es nicht mehr.

Leider hast Du nichts über die geistige Behinderung gesagt. Kann sie was mit Buchstaben anfangen?

Wenn nicht, kannst Du ja statt der Buchstaben ihr Bilder sagen.

Also, bei B stellst du die Musik hin, und sagst "Da ist der Bär"
Dann sagst Du zu ihr später "Reite zum Bären"

_________________
Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens und den genisse ich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Blinde und entwicklungsverzögerte Voltigiererin
BeitragVerfasst: 12. Feb 2012, 10:38:16 
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eigentlich sollten es ja Spiele sein - Orientierung ist für schwer Sehbehinderte IMMER schwere ARbeit. Warum muß das sein?
Ich selbst und auch eine blinde Freundin - wir geniessen einfach uns mit Hilfe des Pferdes schnell bewegen zu können und genau das scheint die junge DAme ja auch so stark zu mögen ...
Mailo


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 Betreff des Beitrags: Re: Blinde und entwicklungsverzögerte Voltigiererin
BeitragVerfasst: 12. Feb 2012, 17:45:09 
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Weniger ist oft mehr - das kenn ich auch aus meiner Arbeit.
Wie gesagt, der Junge der zu mir zum HBP kommt liebt es, einfach nur im Offenstall zu stehen und die Pferde zu hören und zu fühlen.
Das machen wir auch schon mal 60 min. am Stück so. An anderen Tagen braucht er dann aber schon auch mal wieder seine action. ;) Im Round Pen lassen wir die Pferde um ihn herum galoppieren oder traben und der Junge gibt die Kommandos. Und so weiter...

LG :)

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