Hallo Katharina,
eine abkratzbare Kruste bei Pilzbefall? Ist das nicht untypisch? Abkratzbare Krusten sind doch normaler Weise Ekzeme? Pilz sind wachsende Flächen ohne Haare und schuppig. Kann Pilz so schlimm werden, dass es abkratzbare Krusten werden??
Zu deiner Frage: Ich hatte einen Wallach, den ich als Therapiepferd einsetzte. Er war ein super braves Tier und arbeitete absolut anständig mit. Die Kinder liebten ihn und nannten ihn "Onkel Charly". Aber je länger ich ihn hatte, um so kränkelnder wurde er. Obwohl er auch in sehr guter Haltung mit ordentlich Futter stand, nahm er nicht zu (war immer a bissal dünn), baute Muskulatur nur spärlich auf (wurde sehr ordentlich trainiert) und ich hatte TA-Rechnungen oooohne Ende. Denn wir untersuchten Blut und alles was es gibt.
Dann, eines Tages nach der Arbeit, bekam er eine arge Kolik. Das war an einem Tag, an dem 10 Kinder zum Ferienprogramm bei uns waren. Charly hat zusammen mit noch vier Pferden mit den Kindern gearbeitet (zwei Kinder pro Pferd mit je einem Betreuer). Er hatte vorher noch nie Koliken. Das war das erste Mal, dass ich mir Gedanken machte, ob er mir so zeigen möchte, dass ihm die Arbeit zu sehr zusetzt.
Ein paar Wochen später bekam er dann Pilz. Das war für mich ein Hilfeschrei dieses Pferdes. Er machte die Arbeit absolut anständig, aber er war dieser Arbeit seelisch einfach nicht gewachsen. Ich denke, dass er sich die Nöte der Kinder und diese Arbeit viel zu sehr zu Herzen nahm.
Darauf hin fällte ich den Entschluß, Charly zu verkaufen. Er kam an einen kleinen Privatstall mit drei pferdischen Kollegen. Dort ist er Privatpferd mit gelegentlichen Jobs mit Kindern als Schulpferd. Er liebt Kinder und das war genau das, was er brauchte. Nach wie vor stehe ich im Kontakt mit der Besitzerin. Charly blühte absolut auf, der Pilz war weg und kam nie wieder; keine Kolik und er baute auf, dass es eine Freude war. Es war die richtige Entscheidung.
Was ich sagen möchte ist, dass Pilzbefall immer etwas mit dem Immunsystem zu tun hat. Jedes Pferd und jeder Mensch hat ständig und immer Pilzsporen um und an sich. Ausbrechen kann es aber nur, wenn das Immunsystem angeschlagen ist. Seelische Nöte und Sorgen können dabei stark mit eine Rolle spielen.
Also mein Ratschlag: Überprüfe ganz genau die Situationen, wann dein Pferd diese Auffälligkeiten hat. Möchte es dir vielleicht damit etwas sagen?

Auch das Futter spielt eine Rolle. Leider werden die Pferde in der heutigen Zeit viel zu sehr mit Mineralfutter und Kraftfutter überschwemmt! Zu viel kann genau so schädlich sein, als ein zu wenig. Haflinger sind von Natur auch eher sehr gute Futterverwerter. Vielleicht hat dein Pferd ein zu viel an Mineralfutter, auch wenn die Blutwerte stimmen. Ähnlich vielen Kindern, die auf Schokolade temperamentvoll reagieren, ohne dass etwas im Blut nachgewiesen werden kann.

Zudem gibt es extra Müsli für Ekzemer (grad auch für Isländer). Wäre vielleicht empfehlenswert.
Offenstallhaltung und Herdenhaltung wären sicherlich auch ideal für dein Pferd, könnte ich mir denken. Denn es ist einfach gut für Seele und Nerven der Tiere, so wenig wie möglich in Boxen stehen zu müssen.
Dazu finde ich, ZU saubere Ställe - also auch zu scharfe Reiniger - sind vielleicht sogar kontraproduktiv. Grasweiden und Schmutzkoppeln und sich auch mal im Schmutz wälzen dürfen sind sehr wichtig für die Haut der Tiere.
Mein Charly bekam damals die Impfung gegen Pilz - das waren glaub ich drei Impfungen verteilt auf vier Wochen, oder irgendwie so ähnlich. Genau weiß ich es nicht mehr.
Wünsche dir viel Glück und gute Besserung! Viel Erfolg!!
Und hier noch zum Nachlesen:
PilzbefallEkzem SommerekzemAuf dem zweiten Foto ist Charly zu sehen, als er ca. zwei Monate bei mir war. Seine Hinterhand war immer extrem "wenig". Nach einem Jahr hatte er zwar aufgebaut, aber nie wirklich im Verhältnis zum Training, wie es hätte sein sollen.
Auf dem ersten Foto ist er zu sehen, wie er später aussah.
LG Claudia