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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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 Betreff des Beitrags: Fragen zum Pferdeverhalten
BeitragVerfasst: 23. Feb 2007, 15:04:11 
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Mal kurz vorweg: Ich finde dieses Forum ganz toll, es hat mir viel im Bezug auf die Ausbildung zum Reittherapeuten geholfen!
Jetzt habe ich aber noch andere Fragen:

Ich habe seit einem 3/4 Jahr ein Pflegepferd. Ich bin sehr glücklich mit ihr und es macht mir unheimlich viel Spaß. Im laufe der Zeit haben sich ein paar Fragen angehäuft, die ich nicht mit gewissheit beantowrten kann.
Deswegen frage ich hier mal nach:

1. Nach dem reiten läuft meiner Stute manchmal Schnodder aus den Nüstern. Sonst hat sie aber keine Kennzeichen einer Erkältung. Ist das normal? Was kann es sein? Soll ich was tun?

2. Mein Pferd ist nicht gerade Pferdefreundlich und gifetet sich in der Stallgasse immer mit dem Pferden in den Boxen nebenan an.
Nun verhält sie sich beim Putzen manchmal komisch, als ob sie es nicht mögen würde geputzt zu werden. Sie legt die Ohren an und schwenkt mit ihrem Kopf zu mir (Ich weiß nicht, ob das an dem Pferden oder mit liegt), die stupst mich doll mit ihrer Schnauze an, wenn ich sie am Hals putze. Mag sie es nicht, geputzt zu werden?
Manchmal legt sie auch ihren Kopf auf meine Schulter beim putzen, so dass ihrer höher ist als meiner. Will sie mir damit den höchsten Rang entsagen?

Vielleicht hören sich die Fragen ein bisschen albern an, aber ich bin mir wirklich ein bisschen unsicher.

Ich würde mich freuen, wenn mir jemand helfen könnte. :)

Liebe Grüße von Sara


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BeitragVerfasst: 24. Feb 2007, 12:13:12 
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Hallo!

Die Geschichte beim Putzen hört sich tatsächlich danach an, als ob die Dominanzfrage bei Euch nicht ganz geklärt ist. Es ist eine kleine "Frechheit" von Deinem Pferd, Dich anzustoßen. Das solltest Du nicht durchgehen lassen. Ahnde solche Sachen gleich mit ein paar Tritten Rückwärtsrichten.
Dass Dein Pferd nicht gern geputzt werden mag, kann tatsächlich körperliche Ursachen haben.
Mein Pferd hatte im vorherigen Stall (vorheriger Halter) argen Satteldruck erleiden müssen. Sie haßte es bisher, geputzt zu werden. Aber ich konnte es ihr abgewöhnen. Mit Geduld, der richtigen Bodenarbeit und Vertrauen des Pferdes.
Inzwischen kann man sie überall am Körper schön putzen. Sogar am Bauch - das ging früher gar nicht!

Sehr gut für Dich und Dein Pferd wäre die Bodenarbeit. Sie fördert die Klärung der Dominanz, stärkt Dein Vertrauen zum Pferd und das Vertrauen des Pferdes zu Dir.

Viel Glück!

LG Claudia

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BeitragVerfasst: 24. Feb 2007, 15:48:34 
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Vielen Dank für deine Antwort Claudia.

Kannst du mir nochmal sagen, was genau du mit Bodenarbiet meinst? Frei laufen lassen?

LG von Sara


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BeitragVerfasst: 24. Feb 2007, 17:57:47 
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Beim Putzen würde ich auch mal unterschiedliche Bürsten und Druckstärken ausprobieren. Meine Pferde haben da sehr unterschiedliche Vorlieben. Die einen mögen es hart und heftig, die anderen weich, aber fest und mit langen Strichen, etc. Unmutsäusserungen sind meist ein Zeichen von "so bitte nicht".
Die Dominanzfrage ist natürlich auch nicht auszuschliessen, Es gibt ein paar neuralgische Punkte, an denen sich dominate Pferde häufig nicht gerne putzen lassen, da dort der "Gegner" im Rangkampf dran geht. Das ist z.B. das Genick, die Brust, das Röhrbein, bei Stuten auch das Hinterteil.


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BeitragVerfasst: 24. Feb 2007, 18:01:25 
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Ach so, nochwas. Das Dein Pferd nach den anderen giftet, klingt so, als ob sie ggf. für sich gerne einen hohen Individualabstand zu den anderen hätte. Das passt auch zum nicht gerne berührt werden. Kannst Du an einem Ort putzen, wo sie nicht von allen Seiten "bedrängt" wird?

Der Schnodder in der Nase ist nach anstrengender Arbeit nicht ungewöhnlich, sollte aber eigentlich nicht immer da sein. Hat sie vielleicht eine leichte Heustauballergie und immer etwas Schleim in den Atemwegen?


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BeitragVerfasst: 25. Feb 2007, 19:30:26 
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Hallo nochmal!

Stef: Das war ja interessant. So hatte ich das auch noch nicht gewußt. Danke schön.

Sara: Mit Bodenarbeit meine ich, konzentriertes Arbeiten mit dem Pferd vom Boden aus. Es gibt sehr, sehr gute Bücher darüber.

Aber auch die Arbeit an der Longe (dass Du in der Mitte das Pferd treibst, wirkt sich sehr gut auf Deine Dominanz aus) und auch das Joinen. Mit Joinen meine ich eine gemilderte Form des Join Up von Monty Roberts. Nämlich auf dem Reitplatz das Pferd treiben bis es sich Dir als Freund anbietet. Soll heißen, Kopf runter und lecken.

Sehr gute Tips gibt Michael Geitner in seinen Büchern. Die kann ich Dir empfehlen.
Hier

LG Claudia

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BeitragVerfasst: 26. Feb 2007, 10:44:29 
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Ich habe schon verschiedene Bürsten ausprobiert. Es lassen sich schon unterschiede erkennen, aber nicht besonders doll. Ich habe das Gefühl, dass es auch immer sehr von ihrer Laune abhängt.
Die Stellen, die die genannt hast, Stef, Pferde ungern geputzt werden, wenn sie Dominanz ausdrücken wollen treffen genau auf die Stellen zu, wo mein Pferd ungern geputzt wird. Also scheint das tatsächlich unser Problem zu sein! Vielen Dank!
Wie kann ich ihr denn beim Putzen am besten zeigen, dass ich die Dominanzperson bin? Wie soll ich sie zurechtweisen?
Ich werde jetzt auf jeden Fall verstärkt Bodenarebeit mit ihr machen. Worauf soll ich dabei besonders acheten?

Ich danke euch für eure Antworten soweit!

take care, Sara


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BeitragVerfasst: 26. Feb 2007, 23:13:05 
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Du solltest sanft aber bestimmt mit dem Bürsten an den entsprechenden Stellen fortfahren. Giften, etc. möglichst ignorieren, nur im Ernstfall sanktionieren. Achte darauf, dass Du nicht die Hände wegziehst, oder einen Schritt zurück machst, damit bestätigst Du Dein Pferd in seiner Dominanz. Belohne sie damit, dass Du anschliessend zu Stellen gehst, an denen sie gerne berührt wird.


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BeitragVerfasst: 27. Feb 2007, 16:56:22 
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Und sanktionieren würde ich mit Tritten Rückwärts.

Bei der Bodenarbeit solltest Du unbedingt auf die "Feinheiten" achten, wie z.B. dass Dein Pferd Dich niemals überholen darf.
Wenn Du stehen bleibst, muss das Pferd auch gleich stehenbleiben.
Kein Pferd der Welt überholt den Herdenboss.
Es beginnt schon beim "Aus der Box holen" und endet beim "Entlassen in die Freizeit".
Es darf seinen Kopf niemals an Dir schubbern. Nicht versuchen, das Pferd mit Leckerlies zu Deinem Freund zu machen - Du wirst nur ein bettelndes Pferd dafür bekommen.
Es gibt sehr viele verschieden versteckte Kleinigkeiten, die zu beachten sind. Darum würd ich Dir tatsächlich sehr gern eines der Bücher an´s Herz legen:

Monty Roberts , MichaelGeitner , Mark Rashid .
Bei all diesen Büchern geht es um die ganz feine Sprache der Pferde. Wenn der Mensch auch niemals "pferdisch" werden kann, so finde ich hilft es ungemein, die Sprache der Pferde richtig deuten zu können.
Lecken, Kopfschütteln, Kopf nach unten... Das ganze Herdenleben der Pferde wird in den Büchern durchleuchtet. Und es werden sehr gute Tips für die Bodenarbeit gegeben.

LG und alles Gute!!

Claudia

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 Betreff des Beitrags: Hey Sara
BeitragVerfasst: 03. Nov 2007, 13:14:41 
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Daß es eine Unart ist, wenn dich das Pferd mit dem Kopf anstößt ist zu krass gesagt. Ich hab mein Pferd zutiefst beleidigt, als ich sein sanftes anstubsen missverstanden und es weggeschoben habe. Wichtig ist nur: wie stubst dich das Pferd an: wenn du zwei schritte weit weg taumelst weil es dich wegschubst, ist das ein unterschied zur sanften aufforderung für eine streicheleinheit. Bei dem Pferd von dem du geschrieben hast, es läßt sich nicht richtig putzen, hab ich folgende tips für dich - stefan glaub ich war das, der schon richtig gesagt hat: es fühlt sich in der engen umgebung von anderen Pferden nicht wohl. Also nehm ich an, du putzt es in der Stallgasse. Mein Rat: wenns möglich ist: nimm das pferd zum Putzen aus der koppel raus, binde es irgendwo an, wo in mindestens 20 metern keine anderen pferde sind, sprich ein weilchen ganz beruhigend und langsam mit ihm, dann zeig ihm das putzzeug mit dem du es bürsten willst und sage: "Jetzt wird geputzt" oder so ähnlich, einen satz der immer gleich ist, bevor du anfängst es zu putzen. Dann weiß es nach ein paar Tagen: ok, das kenn ich schon, das ist ok. Putz es lieber ganz ruhig mit langen strichen und bleibe selber in deinen Bewegungen langsamer - auch wenn das pferd nicht so sauber wird, und dafür hat es dein vertrauen. Und mit der zeit wird es so darauf eingestellt sein, weil es durch deine ruhige art weiß dass kein Grund zur beunruhigung besteht, dass das putzen von Woche zu Woche besser funktioniert, und du wirst sicher bald abschätzen können, ob du dein Pferd dann schon in der Box neben den anderen in aller Ruhe putzen kannst oder zB in der Stallgasse. Das Wichtigste ist, dass du am Anfang Gelegenheit gibts, sich zu entspannen, denn das verhalten das du beschrieben hast beim Putzen macht es, weil es nervös und angespannt ist. Wenn du die Schultern nicht einziehst sondern wie eine Führungsperson mit ruhiger Hand zeigst, dass es in deiner Gegenwart keinen Grund für Nervosität gibt, und du der Herdenboss bist, auf den es sich verlassen kann, wird das Problem sehr bald behoben sein.
Ich wünsch dir alles Gute und hoffe, es klappt so wie bei mir damals!

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 Betreff des Beitrags: Re: Hey Sara
BeitragVerfasst: 04. Nov 2007, 13:05:48 
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Wohnort: Obritz 137a
[quote="Tanja"]Daß es eine Unart ist, wenn dich das Pferd mit dem Kopf anstößt ist zu krass gesagt. Ich hab mein Pferd zutiefst beleidigt, als ich sein sanftes anstubsen missverstanden und es weggeschoben habe. Wichtig ist nur: wie stubst dich das Pferd an: wenn du zwei schritte weit weg taumelst weil es dich wegschubst, ist das ein unterschied zur sanften aufforderung für eine streicheleinheit. Bei dem Pferd von dem du geschrieben hast, es läßt sich nicht richtig putzen, hab ich folgende tips für dich - stefan glaub ich war das, der schon richtig gesagt hat: es fühlt sich in der engen umgebung von anderen Pferden nicht wohl. Also nehm ich an, du putzt es in der Stallgasse. Mein Rat: wenns möglich ist: nimm das pferd zum Putzen aus der box raus, binde es irgendwo an, wo in mindestens 20 metern keine anderen pferde sind, sprich ein weilchen ganz beruhigend und langsam mit ihm, dann zeig ihm das putzzeug mit dem du es bürsten willst und sage: "Jetzt wird geputzt" oder so ähnlich, einen satz der immer gleich ist, bevor du anfängst es zu putzen. Dann weiß es nach ein paar Tagen: ok, das kenn ich schon, das ist ok. Putz es lieber ganz ruhig mit langen strichen und bleibe selber in deinen Bewegungen langsamer - auch wenn das pferd nicht so sauber wird, und dafür hat es dein vertrauen. Und mit der zeit wird es so darauf eingestellt sein, weil es durch deine ruhige art weiß dass kein Grund zur beunruhigung besteht, dass das putzen von Woche zu Woche besser funktioniert, und du wirst sicher bald abschätzen können, ob du dein Pferd dann schon in der Box neben den anderen in aller Ruhe putzen kannst oder zB in der Stallgasse. Das Wichtigste ist, dass du am Anfang Gelegenheit gibts, sich zu entspannen, denn das verhalten das du beschrieben hast beim Putzen macht es, weil es nervös und angespannt ist. Wenn du die Schultern nicht einziehst sondern wie eine Führungsperson mit ruhiger Hand zeigst, dass es in deiner Gegenwart keinen Grund für Nervosität gibt, und du der Herdenboss bist, auf den es sich verlassen kann, wird das Problem sehr bald behoben sein.
Ich wünsch dir alles Gute und hoffe, es klappt so wie bei mir damals![/quote]

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 Betreff des Beitrags: Unart
BeitragVerfasst: 27. Nov 2007, 18:39:55 
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Hi - inzwischen ist ja schon November, hat sich bei deinem Pflegepferd irgendwas geändert????? Und wenn ja - was hast Du gemacht??
Viele Grüße aus Nordhessen


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 29. Dez 2007, 16:17:46 
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Ja, mit Pflegepferd ist es besser geworden. Ich bin einfach bestimmter an die Saceh ran gegangen und habe ihr mehr gesagt wer der Boss ist. Das hat ganz gut geholfen. Danke nochmal.


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 Betreff des Beitrags: neues Pferd, neues Problem..
BeitragVerfasst: 29. Dez 2007, 16:33:41 
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Hallo nochmal,

ich komm wieder mit einr Frage, die mich sehr beschäftigt.

In meinem Stall steht neuerdings ein 7 jähriges Kleinpferd, das von seiner Besitzerin kaum geritten wird und völlig verzogen ist. Weil es mir so leid tat habe ich meine Cousine gefragt, ob sie es pflegen will und das tut sie nun.

Es stellte sich heraus, dass das Pferd unglaublich verzogen ist. Das Putzen ist kein Problem, da steht sie wie ene Eins, aber sie ist keum zu reiten. Sie will undingt immer ihren Willen durchsetzen. Wenn ein anderes Pferd in der Halle ist und dieses Stehen bleibt, bleibt sie (Sheienne) auch abruft stehen und ich kaum wieder los zu bekommen nur mit Schenkeln. Wenn man dann die Gerte einsetzt springt sie grundsätzlich hinten hoch, geht aber trotzdem nicht voran. Im Trab ist es ganz schwer sie auf dem Hufschlag zu halten, wenn nicht unmöglich. Sie will patou quer durch die Halle laufen. Meine Cousine hat so extrem am Zügel gezogen, dass das Gebiss rausgerutscht ist. (man muss dazu sagen, dass die Trense noch nichtmal einen Nasenriemen geschweige denn einen sprerrriemen hat) Galopp ist fast gar nicht möglich, weil sie dann extrem schnell trabt und so noch schlechter kontrolliert werden kann, dann 2 oder 3 mal hinten hochgeht und 2 Galoppspr+nge macht und dann wieder trabt.
Im Gelände geht sie zwar auch eigenwillig, aber viel besser. Dei Besitzerin ist wohl früher nie in der Halle geritten, wenn sie dann geritten ist. Wir haben versucht sie auf dem Hufschlag zu halten, indem ich nebenher gelaufen bin, als sie getrabt ist, aber dann hat sie den Arsch gedreht und nach mir geschlagen.
An der Longe macht sie genau die selben Faxen.
Das Pferd ist extrem dick und weil die Besitzerin ein schlechts Gewissen hat, dass sie nie reitet kommt sie nach der Arbeit in der Bäckerei in den Stall und gibt ihr ganz viel trockenes Brot....Kein Wunder dass sie Fett ist.

Meine Cousine und ich sind echt ziemlich ratlos, ich hoffe hier kann uns jemand helfen...

Viele Dank im Vorraus!
Sara


ps: Ich habe mir übrigens das Buch von Monty Roberts gekauft und finde es echt beeindruckend...


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 29. Dez 2007, 17:48:28 
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Hi!

Du schreibst viel von "will nicht". Ganz ehrlich liest sich das für mich als ein: "Das Pferd kann es einfach nicht". Meiner Meinung nach ist das keine Böswilligkeit oder Verzogenheit, sondern das Pferd ist ganz einfach so gut wie roh. Meiner Meinung nach solltet ihr es behandeln, als wäre es grad mal drei und muss neu eingeritten werden.
Das Pferd reagiert nicht auf Schenkel. Ja wie soll es denn, wenn es das nicht kennt?

Da ich Euer reiterliches Können und Now How nicht kenne, würde ich Euch ganz gern empfehlen, diesem armen Tier mal wenigstens vier Wochen (besser wären drei Monate) Profiberitt zu gönnen. Aber da es Euch nicht gehört, kann ich natürlich verstehen, dass Ihr kein Geld dafür ausgebt.

Also wäre es meiner Meinung nach mal ganz wichtig, ganz von vorne, also ganz unten anzufangen. Da, wo das Tier steht. Nämlich mit der Bodenarbeit. Ihr sagt, an der Longe gibt es mit ihr Affenzirkus. Warum klärt ich nicht als erstes Mal die Dominanz durch ein kleines Joinen. Und verdient Euch das Vertrauen dieses Pferdes durch Bodenarbeit und Gelassenheitsübungen.

Vom Reiten her gesehen, wenn ich lese, dass Deine Cousine das Gebiss durchgezogen hat, dann halte ich das für einen reiterlichen Fehler. Nicht für den Fehler des Pferdes.
Würde Dir empfehlen, dass Du unbedingt einen Kinnriemen ranmacht. Bin selber auch Westernreiter (nehme ich an, dass Du auch bist, wegen der "leichten" Zäumung?) und mein Äppi geht auch gern mal beim Biegen gegen das Gebiss. Kann das Phänomen "Ring fast im Maul" also.

Das Problem scheint erstschon mal zu sein, dass das Pferd die seitliche Zügelführung nicht kennt.
Was mir sehr gut bei meinem Äppi geholfen hatte, war ein kleiner Trick. Ich hab ihm unter dem Zaum ein Knotenhalfter aufgezäumt. Dann den Zaum mit Gebiss. Die Zügel habe ich (mit Snaps) durch die D-Ringe des Gebisses hindurch am darunter vorbeilaufenden Knotenhalfter festgemacht. Verstehst Du? So kommt zuerst der Druck des Zügels mal auf die Nase und das Genick - erst dann an die empfindlichen Maulwinkel.
So kapierte er viel, viel schneller, dass der Kopf seitlich nachgeben soll, wenn Druck auf den Zügel kommt.

Was noch besser wäre, Du würdest ein Sidepull verwenden. Das muss aber unbedingt GUT SITZEN!!! Denn ansonsten hat es null Wirkung, scheuert das Pferd Wund und verdirbt es eher, als es nützt.

Um Deinem Pferd zu lernen, Schenkelhilfen anzunehmen, musst Du auch Dein Gewicht gut kontrollieren. Ich weis von mir selber, dass ich leider sehr oft den Fehler machen, wenn ich Schenkel anlege und das Pferd reagiert nicht, dass ich meinen Körperverspanne und mein Gewicht des Körpers dann völlig entgegen dem wirkt, was mein Schenkel eigentlich wollte!
Kannst/kennst Du das Lenken eines Pferdes mit Gewichtshilfen?


Zu guter Letzt würd ich Euch beiden ganz gern an´s Herz legen, mit einem guten Trainer zusammen das Pferd zu erziehen.

Also ich selber noch kein Pferd hatte, hatte ich RB. Mit denen nahm ich Unterricht bei einem - meiner Meinung nach - super guten Trainer . So lernte das Pferd und ich auch. Außerdem lies ich den Trainer auch öfter mal Korrektur reiten. Bei diesem Trainer lernte ich nicht nur reiten, sondern überhaupt das Tier Pferd verstehen.


Also dann.

Wünsch Euch noch ganz viel Glück und Erfolg und Spaß!

Und bitte immer gern her mit den Fragen. Wenn ich auch die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen hab, aber ein Meinungsaustausch hat noch nie geschadet.

LG Claudia

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