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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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BeitragVerfasst: 29. Dez 2007, 17:51:14 
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Hi!

Du schreibst viel von "will nicht". Ganz ehrlich liest sich das für mich als ein: "Das Pferd kann es einfach nicht" :wink: . Meiner Meinung nach ist das keine Böswilligkeit oder Verzogenheit, sondern das Pferd ist ganz einfach so gut wie roh. Meiner Meinung nach solltet ihr es behandeln, als wäre es grad mal drei und muss neu eingeritten werden.
Das Pferd reagiert nicht auf Schenkel. Ja wie soll es denn, wenn es das nicht kennt?

Da ich Euer reiterliches Können und Now How nicht kenne, würde ich Euch ganz gern empfehlen, diesem Tier mal vier Wochen (besser wären drei Monate) Profiberitt zu gönnen. Aber da es Euch nicht gehört, kann ich natürlich verstehen, dass Ihr kein Geld dafür ausgebt.

Also wäre es meiner Meinung nach mal ganz wichtig, ganz von vorne, also ganz unten anzufangen. Da, wo das Tier steht. Nämlich mit der Bodenarbeit. Ihr sagt, an der Longe gibt es mit ihr Affenzirkus. Warum klärt ich nicht als erstes Mal die Dominanz durch ein kleines Joinen. Und verdient Euch das Vertrauen dieses Pferdes durch Bodenarbeit und Gelassenheitsübungen.

Vom Reiten her gesehen, wenn ich lese, dass Deine Cousine das Gebiss durchgezogen hat, dann halte ich das für einen reiterlichen Fehler. Nicht für den Fehler des Pferdes.
Würde Dir empfehlen, dass Du unbedingt einen Kinnriemen ranmachst. Bin selber auch Westernreiter (nehme ich an, dass Du auch bist, wegen der "leichten" Zäumung?) und mein Äppi geht auch gern mal beim Biegen gegen das Gebiss. Kenn das Phänomen "Ring fast im Maul" also.

Das Problem scheint erstschon mal zu sein, dass das Pferd die seitliche Zügelführung nicht kennt.
Was mir sehr gut bei meinem Äppi geholfen hatte, war ein kleiner Trick. Ich hab ihm unter dem Zaum ein Knotenhalfter aufgezäumt. Dann den Zaum mit Gebiss. Die Zügel habe ich (mit Snaps) durch die D-Ringe des Gebisses hindurch am darunter vorbeilaufenden Knotenhalfter festgemacht. Verstehst Du? So kommt zuerst der Druck des Zügels mal auf die Nase und das Genick - erst dann an die empfindlichen Maulwinkel.
So kapierte er viel, viel schneller, dass der Kopf seitlich nachgeben soll, wenn Druck auf den Zügel kommt.

Was noch besser wäre, Du würdest ein Sidepull verwenden. Das muss aber unbedingt GUT SITZEN!!! Denn ansonsten hat es null Wirkung, scheuert das Pferd Wund und verdirbt es eher, als es nützt.

Um Deinem Pferd zu lernen, Schenkelhilfen anzunehmen, musst Du auch Dein Gewicht gut kontrollieren. Ich weis von mir selber, dass ich leider sehr oft den Fehler machen, wenn ich Schenkel anlege und das Pferd reagiert nicht, dass ich meinen Körper verspanne und mein Gewicht des Körpers dann völlig entgegen dem wirkt, was mein Schenkel eigentlich wollte!
Kannst/kennst Du das Lenken eines Pferdes mit Gewichtshilfen?


Zu guter Letzt würd ich Euch beiden ganz gern an´s Herz legen, mit einem guten Trainer zusammen das Pferd zu erziehen.

Als ich selber noch kein Pferd hatte, hatte ich RB. Mit denen nahm ich Unterricht bei einem - meiner Meinung nach - super guten Trainer . So lernte das Pferd und ich auch. Außerdem lies ich den Trainer auch öfter mal Korrektur reiten. Bei diesem Trainer lernte ich nicht nur reiten, sondern überhaupt das Tier Pferd verstehen.


Also dann.

Wünsch Euch noch ganz viel Glück und Erfolg und Spaß!

Und bitte immer gern her mit den Fragen. Wenn ich auch die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen hab, aber ein Meinungsaustausch hat noch nie geschadet.

LG Claudia

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Zuletzt geändert von Joey am 31. Dez 2007, 14:37:08, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 30. Dez 2007, 22:02:23 
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Zitat:
Wenn ein anderes Pferd in der Halle ist und dieses Stehen bleibt, bleibt sie (Sheienne) auch abruft stehen und ich kaum wieder los zu bekommen nur mit Schenkeln.


Zitat:
Wenn man dann die Gerte einsetzt springt sie grundsätzlich hinten hoch, geht aber trotzdem nicht voran.


Zitat:
Im Trab ist es ganz schwer sie auf dem Hufschlag zu halten, wenn nicht unmöglich. Sie will patou quer durch die Halle laufen.


Zitat:
Galopp ist fast gar nicht möglich, weil sie dann extrem schnell trabt und so noch schlechter kontrolliert werden kann, dann 2 oder 3 mal hinten hochgeht und 2 Galoppspr+nge macht und dann wieder trabt.


Hmmm, also, die o. g. Sachen passieren mir auch häufig in meinem Reitunterricht mit super ausgebildeten Schulpferden!
In meinem Fall liegt es an mir, da ich als Anfänger die Hilfen natürlich noch nicht so korrekt und zum richtigen Zeitpunkt geben kann und natürlich auch daran, dass das Pferd meine Schwächen und Unsicherheiten erkennt und diese "ausnutzt!" Finde ich sehr frustierend.

Hätte da noch 'ne Frage in eigener Sache: Was heißt es, wenn die Pferde einem Küßchen auf die Wange geben? Ich bilde mir ein, das ist wirklich soetwas wie eine Sympathiebekundung, wäre schön, wenn das stimmen würde! :)


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BeitragVerfasst: 31. Dez 2007, 14:35:43 
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Ja, klar! Kann natürlich auch alles ausschließlich am Reiter liegen. Ist natürlich auch ein Blickwinkel... :wink:

Das Küsschen kann leider eine "Respektlosigkeit" oder Unart sein. Bettelt es nach einem Leckerlie? Allerdings kommt´s dabei sicherlich auch auf´s Pferd und die Situation an. Oder ob es Dich "beschnuppert", also Kontakt aufnimmt.
Aber im Normalfall ist es eine "Grenzüberschreitung" die man nicht dulden sollte. Das Pferd sollte die Grenze wahren und weder mit dem Kopf am Mensch schubbern oder stoßen oder ähnliches.

LG Claudia

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BeitragVerfasst: 01. Jan 2008, 13:48:32 
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Och schade.... :wink:

Es ist aber mehr ein sehr vorsichtiges Beschnuppern.

Dass, das mit dem Kopf am Menschen schubbern Respektlosigkeit ist, hat man mir schon beigebracht. Ich muss aber zugeben, dass ich das trotzdem schön finde! :oops:


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BeitragVerfasst: 01. Jan 2008, 15:34:33 
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Na, dann ist es vielleicht einfach nur Neugierde oder beschnuppern. Es ist ja nix tragisches, denk ich, oder? Die Gefahr kann halt nur mal sein, dass aus dem Küsschen ein freches anknabbern wird und daraus dann auch mal der Versuch kommen könnte, Deine Dominanz anzutesten - das könnte dann auch mal ein Biss sein. Darum wäre es eigentlich immer ganz gut angeraten, Unarten gleich gar nicht entstehen zu lassen. Pferde testen halt immer gern aus, wie weit sie gehen können. Und wenn man sie gehen lässt, kann es unangenehm werden. :wink:
Das merkst Du aber selber, wo für Dich selber die Grenze ist. Ich ganz persönlich geb z.B. keine Leckerlis aus der Hand, weil mich das Betteln der Pferde irrsinnig stört - wo andere wieder gar kein Problem drin sehen. Der eine beharrt auf absolute Dominanz, der andere mag gern, wenn das Pferd den Kopf schubbert. :wink: Das wichtigste ist, ihr kommt zusammen klar und das Pferd respektiert Dich als Ranghöher.


Alles Gute!

LG Claudia

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