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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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 Betreff des Beitrags: Hat jemand Erfahrungen mit Reittherapie bei Essstörungen?
BeitragVerfasst: 10. Apr 2007, 17:26:44 
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Hallo,
ich habe mal eine Frage.
Hat irgendjemand schon mal mit einem Patienten, der eine Essstörung hat in der Reittherapie gearbeitet?
Wenn ja, dann würde mich interessieren, wie das Reiten hilfreich sein kann, bei einer Essstörung und ob man da auf etwas besonderes eingehen muss oder kann.
Hintergrund ist, dass ich selber schon seit vielen Jahren eine Essstörung
habe, und nicht wirklich viel in der Therapie dabei für mich verändern konnte.
Ich esse zwar wieder, aber sehr speziell und unnormal, und habe sonst sehr große Probleme mit Körperwahrnehmung und so.
Leider hat mir dabei eine herkömmliche Therapie nicht weiterhelfen können. :cry:
Ich habe mit meiner Reittherapeutin darüber noch nicht gesprochen, weil ich mich dafür sehr schäme. :oops:
Außerdem ist es nur eine von den Krankheiten und thematisch habe wir schon mit dem Rest sehr viel zu tun. :(
Ist es wichtig, dass ich das mal erwähne, oder hilft mir das reiten dafür vielleicht auch nebenher?
Sorry, dass ich soviel frage. *schäm*
Liebe Grüße, Susannah


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BeitragVerfasst: 10. Apr 2007, 17:40:25 
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Hallo Susannah,

du hast es selbst schon geschrieben : Körperwahrnehmung ! Das ist das Eigentliche worauf bei Patienten mit Essstörungen geachtet wird.

Es wäre natürlich für deine Therapeutin sehr hilfreich, wenn du dies mit ihr besprechen könntest. ( bei der Reittherapie wird jedoch Ansich schon sehr viel mit Körperwahrnehmung gearbeitet, so dass es wahrscheinlich, ohne das du es weißt , eh schon mit einfließt )


:wink:


LG
Tina

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" Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas schönes bauen." ( Goethe )


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BeitragVerfasst: 11. Apr 2007, 12:08:08 
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Registriert: 25. Mär 2007, 18:41:13
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Hallo Tina,
ja, das habe ich mir schon gedacht, dass das eh automatisch mit einfließt.
Ich wollte nur mal fragen, weil das Thema Essen momentan wieder sehr präsent ist. :?
Vielleicht schaffe ich es ja mal, das dennoch bei meiner Reittherapeutin anzusprechen.
Oh man, es gibt so viele Themen.
Sicherlich, das hängt alles zusammen, alles als Folgeerscheinungen durch die Traumatisierungen. :oops:
Liebe Grüße, Susannah


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 Betreff des Beitrags: Hat jemand Erfahrungen mit Reittherapie bei Essstörungen?
BeitragVerfasst: 23. Nov 2007, 23:22:23 
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Hallo Susannah,

dieses Thema ist zwar schon etwas älter und ich hoffe, es ist OK für Dich, dass ich es noch mal rausgekramt habe. Aber, vielleicht kannst Du mit meinen Erfahrungen etwas anfangen:

Ich habe auch Probleme mit dem Essen.

Essen ist für mich irgendwie etwas intimes und ich kann kaum in Gegenwart anderer Menschen etwas mit Genuß und Freude zu mir nehmen. Wenn's ganz schlimm ist, finde ich die anderen (in dem Augenblick für mich mampfenden) Menschen sogar abstossend oder grotesk.

Außerdem muss bei mir das ganze Drumherum (Zeit, Ort und wie die Speisen aufgetischt werden) stimmen, damit ich Appetit bekomme und das Essen auch genießen kann. Andernfalls würge und stopfe ich es nur in mich hinein, um meinem Körper Nahrung zuzuführen und damit der Magen nicht knurrt.

Ich war dann vor etwa 2 Jahren auf einem kleine Pferdehof in Urlaub. Ich war dort der einzige Gast und bekam 3 x täglich liebevoll zubereitete und in einer wundervollen alten gemütlichen Küche mit Kaminfeuer diese Mahlzeiten serviert.

Außerdem war ich den ganzen Tag im Stall oder der Weide bei den Pferden und konnte sie in aller Ruhe beim Essen, Trinken und gefüttert werden beobachten.
Die Pferde wirkten dabei so gelassen und das Essen wirkte plötzlich so natürlich auf mich. Und obwohl jedes Pferd eine andere Art zu essen und zu trinken hatte, scherten sich die anderen nicht darum.

Wenn ich dann meine Mahlzeiten zu mir nahm, merkte ich mehr und mehr, wie sich das auf mich abfärbte. Ich weiß nicht, ob das vielleicht ein Zeichen meiner völligen Beknacktheit ist, aber ich visiualsierte mich dabei oft als Pferd im Stall bei den anderen Pferden.

Dort, wo ich jetzt die pferdegestütze Therapie mache, werden die Pferde nach der Stunde mit dem Eimer gefüttert. Wobei diese kleine Mahlzeit auch sehr liebevoll von der Therapeutin zubereitet wird: Ein Schälchen Körnerkram, etwas Obst/Gemüse, ein Schuß Öl.
Und dann frißt das Pferd aus dem Eimer in meiner Hand. Das ist irgendwie auch ein cooles Gefühl, wenn es mit seiner Nase in dem Eimer rumwühlt, und ich helfe beim Essen, indem ich ja den Eimer halte.

Ich ertappe mich dabei, dass ich dadurch auch immer mal wieder Appetit bekomme, an einer Möhre oder einem Apfel zu knabbern.


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BeitragVerfasst: 24. Nov 2007, 17:12:18 
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Hallo Cisco,
schön, dass ich nicht mehr der einzige "Klient" momentan bin. :wink:
Ich habe schon alles probiert, irgendwie eine Lösung zu finden, mit dem Essen besser klar zu kommen. Es ist nicht mehr ganz so schlimm wie früher, immerhin liege ich nicht mehr künstlich ernährt auf der Intensivstation, aber es ist schon immer noch ein sehr großes Thema für mich. Ich habe sonderbare Raster, an die ich mich halten muss. Kann außerhalb eines Schemas gar nichts essen, weil ich nicht darf.
Überhaupt darf ich eigentlich gar nichts essen, weil mein Kopf es mir verbietet, weil ich einfach zu schlecht bin.
Mit Genuss essen geht gar nicht, aber ich habe mich einigermaßen arrangiert, ich hoffe, dass ich es überhaupt schaffe so viel zu essen, dass ich nicht verhungere, und das geht schon irgendwie, solange ich mich an Rituale und Regeln halte.
Hauptsächlich hängt wohl alles daran, dass ich quasi null Selbstwert für mich empfinde und nichts, gar nichts, eben auch kein Essen und Trinken verdient habe.
Naja, ich arbeite dran.
Liebe Grüße, Susannah


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BeitragVerfasst: 24. Nov 2007, 19:32:33 
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Hallo Susannah!

Meiner Meinung nach würde das tatsächlich zwar schon auch nebenher laufen. Nur: Alles was Deine Therapeutin weis, hilft ihr, sich in Deine Lage zu versetzen. Was letztlich Dir nur zu Gute kommt. Darum wäre es schon gut, wenn Du ihr mal davon erzählen könntest.
Aber da der Eintrag ja wirklich schon etwas länger her ist, gibt es denn inzwischen Neuigkeiten dazu?

Und wegen der Therapie: Man kann als Therapeut tatsächlich bewusst Methoden mit einfließen lassen, die dem Klienten gerade bei Essstörungen helfen können. Als Beispiel ist Cisco´s Eintrag mehr als ein Paradebeispiel.


Cisco:
Deine Erfahrung bei den Pferden ist für mich hochinteressant! Danke Dir für den Eintrag!

Zitat:
Wenn ich dann meine Mahlzeiten zu mir nahm, merkte ich mehr und mehr, wie sich das auf mich abfärbte. Ich weiß nicht, ob das vielleicht ein Zeichen meiner völligen Beknacktheit ist, aber ich visiualsierte mich dabei oft als Pferd im Stall bei den anderen Pferden.


Nein, ist es nicht. Es ist ein Paradebeispiel, wie diese Art der Therapie wirken kann. Und das allerschönste daran finde ich, dass es wirkt, ohne als Therapie empfunden zu werden. :wink:

Bei meiner Arbeit versuche ich ganz genau das zu erreichen. Dass der Klient soviel Bezug zu dem Pferd aufbauen kann, dass er sich eben mit dem Pferd identifizieren kann. Und am Pferd erlebtes mit in seinen Alltag nehmen kann.

Hut ab.

Wünsche dir weiterhin so viel Freude und Erfolg mit und bei den Pferden!!!

LG Claudia

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BeitragVerfasst: 24. Nov 2007, 21:36:21 
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Zitat:
Hallo Cisco,
schön, dass ich nicht mehr der einzige "Klient" momentan bin.

:wink:
Echt, nur wir zwei?

Zitat:
Cisco:
Deine Erfahrung bei den Pferden ist für mich hochinteressant! Danke Dir für den Eintrag!

Gern geschehen! :)
Über die Erfahrungen während der Therapie und deren Auswirkungen auf mich nachzudenken, macht mir auch Spaß. Ist für mich irgendwie die mentale Ergänzung zu der körperlichen Herangehensweise an meine Probleme.

Und wenn's nun auch noch anderen hilfreich sein kann, umso besser.

:)


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BeitragVerfasst: 24. Nov 2007, 22:32:38 
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Und genau das ist für mich auch der Sinn, dass ich die Einheiten mit meinen Leuten schriftlich festhalte. Wenn auch nicht hier im Forum... *gg* :wink: Aber genau das, was Du eben meintest, brauch auch ich im umgekehrten Sinn. Ich reflektiere die Einheiten meiner Leute immer schriftlich. Denn durch das Nachdenken und schriftliche Festhalten kommen einem oft Geistesblitze und Erkenntnisse.
Find ich wirklich gut, dass Du das so siehst und auch so machst!

Zitat:
Echt, nur wir zwei?


Abwarten... :wink: :D

LG Claudia

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BeitragVerfasst: 24. Nov 2007, 22:40:39 
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Hallo,

tatsächlich seid ihr beiden die momentan einzigen "aktiven" (also "Schreiber") Klienten. Flocke hat hier vor einiger Zeit aus ihren Erfahrungen berichtet, ist aber länger nicht mehr aktiv gewesen - würde mich freuen mal wieder was von ihr zu hören. Daneben werden immer mal wieder einige kurze Fragen gestellt, aber eine stetige Beteiligung von Patienten / Klienten hat sich leider kaum ergeben. :cry:

Gleichzeitig zeigen aber die Zugriffszahlen auf die Berichte von Susannah oder auch seinerzeit von Flocke, dass ein sehr reges Interesse daran besteht.

Ich würde mir das viel stärker wünschen, weil eure Perspektive eine sehr wichtige für das Gesamtthema ist, und ihr nach meiner festen Überzeugung tatsächlich durch eure Berichte anderen eine Form von Hilfe bieten könnt.

Daher freue ich mich ausdrücklich über eure Beteiligung hier, natürlich wissend, dass dazu viel Mut gehört. Daher sei an dieser Stelle auch gesagt, dass das auch für EUCH eine HILFE darstellen sollte, und ihr euch hier zu nichts verpflichtet oder unter Druck gesetzt fühlen müsst, das ist mir genauso wichtig

Wollte ich an dieser Stelle nur mal erwähnen, weils mir einfach am Herzen liegt, auch wenn es mit dem hier angefangenen Thema nix zu tun hat. (Off-topic sozusagen, ein schönes Vorbild bin ich als "Admin":wink: )

So das wollte ich nur mal los werden an dieser Stelle...

Liebe Grüße :D

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Wo kämen wir hin, wenn alle nur sagen würden "Wo kämen wir hin?" und keiner ginge, um zu schauen, wohin man käme, wenn man denn ginge?


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BeitragVerfasst: 25. Nov 2007, 11:38:16 
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(Auch mal ganz kurz als Off-Topic : *sorrysusannah!*)

@Pancho:
Warum machst nicht einfach im "Willkommenteil" eine Box damit auf, wenn es Dir so wichtig ist? Find ich übrigens super gut, was Du da geschrieben hast und unterstreiche jedes Wort davon!!!


LG Claudia

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BeitragVerfasst: 25. Nov 2007, 16:47:56 
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Hallo Claudia,

habe ich schon ganz oft an verschiedenen Stellen geschrieben...

LG :D

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BeitragVerfasst: 25. Nov 2007, 20:47:26 
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*wooops* Bild Sorry.

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BeitragVerfasst: 25. Nov 2007, 21:05:11 
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Joey hat geschrieben:
*wooops* Bild Sorry.

LG Bild


Wieso sorry? Wofür denn?

Liebe Grüße :D

*aber jetzt lassen wir das eigentliche Thema mal hier statt finden*

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Naja. Sollt ich halt vielleicht mal meine Äuglein öffnen. :wink:
Aber genug jetzt vielleicht mit "Off-Topic". :wink:

Zitat:
(Off-topic sozusagen, ein schönes Vorbild bin ich als "Admin"Wink )


Du Vorbild... *gg* :lol:

LG :wink: :D

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BeitragVerfasst: 26. Nov 2007, 14:13:24 
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Joey hat geschrieben:
Hallo Susannah!

Meiner Meinung nach würde das tatsächlich zwar schon auch nebenher laufen. Nur: Alles was Deine Therapeutin weis, hilft ihr, sich in Deine Lage zu versetzen. Was letztlich Dir nur zu Gute kommt. Darum wäre es schon gut, wenn Du ihr mal davon erzählen könntest.
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Hallo Joey,
nein es gibt nichts neues, was das Thema "Essen" betrifft.
Ich kämpfe da schon ziemlich lange dran, über sieben Jahre, und es ist immer noch sehr schwer. Ich bin in einer Klinik quasi falsch behandelt worden und dadurch hat es sich sehr verfestigt.
Meine Psychologin meint, dass man das mal gezielt anschauen müsste, aber da passt der Zeitpunkt noch nicht, weil noch so vieles andere im Vordergrund steht, was noch wichtiger ist.
Ich habe das mit dem Essen meiner Reittherapeutin schon mal gesagt, es ist nur schwierig, auf Grund der Folgen der verschiedensten Traumatisierungen leide ich an mindestens vier eigenständigen Krankheitsbildern, und es ist eben schwierig, weil eigentlich kein Bereich meines Lebens, meines Alltags nicht irgendwie beeinflusst ist. :(
Ist sehr schwer. Am meisten bin ich eben durch eine Persönlichkeitsstörung beeinflusst, drum ist das erstrangig und davor eigentlich noch die Traumatiesierungen an sich.
Hmmm.
Naja, liebe Grüße, Susannah


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