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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
Aktuelle Zeit: 11. Feb 2012, 15:38:50


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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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 Betreff des Beitrags: schlimmer als die nadel im heuhaufen...
BeitragVerfasst: 30. Mai 2009, 19:00:53 
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Registriert: 30. Mai 2009, 18:35:14
Beiträge: 1
Hallo zusammen.
Bin soeben auf dieses tolle Forum gestoßen und habe sogleich die Hoffnung, dass mir hier evtl. weitergeholfen werden kann.
Den halben Tag schlag ich mir bereits um die Ohren und mit jeder HP, die ich durchforste wird es in meinem Kopf wirrer und wirrer....das richtige Ausbildungsangebot zu finden ist glaub schwieriger als die Nadel im Heuhaufen!

Warum verdammt kann Reittherapeut eigentlich keine anerkannte Berufsbezeichnung sein? Das erschwert die Sache doch ziemlich...
nun mal einfach zu mir und meinen Vorstellungen:
ich bin 23, Physiotherapeutin und würde früher oder später gern nebenher als Reittherapeutin arbeiten. Eigenes Pferd ist vorhanden und ich bin im Besitz des DRA III (auch wenns schon länger her ist und ich heut ohne weiteres keinen A-Parcours mehr springen würde ;-))
Ab Juli werde ich physiotherapeutisch hauptsächlich mit Kindern arbeiten, u.a. in einer Schule für praktisch Bildbare.

Worauf sollte man achten, um eine qualitativ wirklich gute, fundierte Ausbildung zu bekommen? So manche HP ist ja ganz nett, aber manchmal sind Worte eben auch nichts als Schall und Rauch...
ich mag "ganzheitliche" konzepte....doofes wort, aber ich erklär mal was ich für mich darunter verstehe: ich persönlich kann wenig mit der klassischen Trennung in HPR und Hippotherapie (Behindertenreitsport lasse ich mal weg, denn den würde ich tatsächlich abtrennen) anfangen, weil die Grenzen eben doch sehr verschwimmen und das eine ohne das andere manchmal glaube nicht geht. Dass sich natürlich hinsichtlich der Berufsausbildung Schwerpunkte herauskristallisieren dürfen ist klar, jedoch wünsche ich mir da keine so strikte Trennung in der Ausbildung.
Weiterhin wärs mir wichtig, dass die Themen Therapiepferdausbildung und- gesunderhaltung ausreichend beleuchtet werden und dass man auch an "echten" Pat lernt und nicht nur (mal provokant bös gesagt ;-)) sich nicht nur gegenseitig auf Phantasiereise schickt.

Über jeden Tipp bin ich dankbar.
LG, Mel


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 Betreff des Beitrags: Re: schlimmer als die nadel im heuhaufen...
BeitragVerfasst: 01. Jun 2009, 22:44:35 
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Registriert: 25. Mär 2006, 20:23:41
Beiträge: 708
Hallo Mel,

mir ging das so ähnlich und ich glaube, vielen hier...

ich habe dann einfach mal rumtelefoniert und die Reittherapeuten-Verbände angerufen und Reittherapieeinrichtungen. Empfohlen wurden mir überall die "etablierten 4" Weiterbildungen, findest Du hier. http://www.forum-atp.eu

(Da gehts aber nur um "therapeutisches reiten", nicht um "hippotherapie").

Ich denke aber, die Frage, in welche Richtung Du da willst (Hippo oder tr) wird sich für Dich als erstes stellen, ist nun mal getrennt (wenn natürlich auch überlappend). Außerdem weiß ich nicht, ob Physiotherapeutin als "Grundausbildung" bei tr anerkannt wird, das wird von Träger zu Träger unterschiedlich sein.

Meine Kriterien waren u.a.

- wird eine "Grundausbildung" (päd, oder physio o.ä.) verlangt, ebenso Grundkenntnisse in Pferdehaltung, reiten etc. (ich halte nix von Konzepten, wo Jeder, ohne irgendeine Grundausbildung in dem Bereich (oder ohne "pferdische" Grundlagen) mal eben "n Schein machen" kann.

- Qualifikation, Berufserfahrung und Ausbildung der Referenten (es gibt Anbieter, wo noch nichtmal die Referenten ne rt Ausbildung haben)

- sind Praktika unter Anleitung (auf Reittherapiehöfen usw.) mit drin (finde ich persönlich sehr wichtig)

- Inhalt / Umfang (das unterscheidet sich erheblich, so von (mal ins blaue gesagt "100 Unterrichtsstunden" bis 500 "unterrichtsstunden"). Die Inhalte sind auch dementsprechend unterschiedlich.

Ich glaub, das war das wichtigste. Ach ja, um Dich vollends zu verwirren :-) es gibt jetzt (neu) eine Ausbildung m i t staatlicher Anerkennung (vom dkthr). (Dennoch ist rt noch kein geschützer Begriff und darf Jeder sie machen).


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 Betreff des Beitrags: Re: schlimmer als die nadel im heuhaufen...
BeitragVerfasst: 04. Jun 2009, 20:41:55 
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Registriert: 24. Jul 2006, 20:03:35
Beiträge: 1941
Wohnort: tiefstes Niederbayern *gg*
Hallo!

Weißt du, ich denke das Wichtigste für dich wäre vielleicht erst mal zu klären, welchen Beruf du ausüben möchtest. Ganz ehrlich denke ich nämlich, dass es auf die Dauer nicht geht, von beidem ein wenig zu machen.
Meiner Meinung nach bist du gut beraten, dich für eine der beiden Berufe zu entscheiden. Hippotherapie oder die Tiergestützte Heilpädagogik.

Das ist meine Meinung aus meiner bisherigen Berufserfahrung.
Wenn du beides anbieten möchtest, denke ich, werden auch die zwei verschiedenen Ausbildungen nötig sein.

Ich arbeite heilpädagogisch. Mit Ausnahme eines erwachsenen Paares. Die beiden haben Multiple Sklerose. Sie kann noch ein wenig gehen, er sitzt im Rollstuhl.
Die beiden baten mich, sie bei meinen Pferden reiten zu lassen. Es gehe ihnen nicht um großartige Übungen aus der Hippotherpie. Sie wollen einfach nur auf´s Pferd. Meine Einwände, dass ich diesen Beruf nicht gelernt habe, ließen sie nicht gelten. ;)
Nun kommen sie ein Mal die Woche, um sich von mir auf dem Pferd sitzend führen zu lassen. Mehr ist es nicht, denn mehr kann ich nicht anbieten. Es ist nicht mein Beruf.
Verstehst du, was ich damit sagen möchte?

Mein Beruf ist die Heilpädagogik. Dort - in diesem Fachgebiet - bin ich mir sicher, dort kann ich wirklich arbeiten. Dort bewirke ich etwas.

Natürlich bewirkt auch das Reiten mit den beiden MS-Patienten etwas in ihnen. Aber diese Geschichte ist eingentlich viel zu schwammig. Dies ist keine "verantwortungsbewusste" (im Sinne von Physiotherapie), qualitativ hochwerige Arbeit.
Die beiden reiten wirklich nur als Ausnahme, weil sie sonst viele Kilometer weit fahren müssten.

LG Claudia

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„Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte - das Unum des Universums.“
Novalis


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 Betreff des Beitrags: Re: schlimmer als die nadel im heuhaufen...
BeitragVerfasst: 04. Jun 2009, 21:17:08 
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Registriert: 14. Okt 2007, 12:01:55
Beiträge: 535
Wohnort: Gannertshofen/ Iller
Hallo,
ich muss beiden Vorrednerinnen recht geben. Ganz wichtig ist der Grundberuf. Was ich für auch einen sehr schönen Grundberuf halte, ist der Ergotherapeut. Hier arbeitest du sowohl auch mit Pädagogik und aber auch mit Bewegungsförderung und Koordination. Ich selber bin Erzieherin, habe über 10 Jahre Berufserfahrung in diesem Beruf, vorallem mit Integrationsgruppenarbeit, sowie Frühförderungsschwerpunkten und bin nun selbständig über viele Jahre mit Integrativen Reitgruppen, Sinnesschulung und Wahrnehmungsförderung mit dem Pferd für Vorschulkinder, und sowie als nerkannte Praktikumsstelle für eine Fachakademie für Sozialpädagogik. Reiten ist schon seit fast 30 Jahren mein Leben, auch hier habe ich verschiedene Abzeichen auch einige von der FN. Und meine Weiterbildung für die Arbeit mit Pferden und Kindern, habe ich in Wehrda gemacht.
Was ich auf jedenfall in allen späteren Schwerpunkten wichtig finde, ist Erfahrung im Grundberuf.
Und ich finde auch wie Claudia, dass es wichtig ist sich klar zu definieren, und auch seine Schwerpunkte zu setzen.
Auch ich habe Kinder mit körperlichen Schwierigkeiten, oft hängt es zusammen, aber ich würde nie jetzt gezielt Hippotherapie anbieten, da ich kein Physiotherapeut bin. Wie heißt es so schön, Schuster bleib bei deinen Leisten.
Viele Grüße
Simone

_________________
Aber wenn du mich zähmst, werden wir uns brauchen, du wirst für mich einzigartig sein und ich für dich. (der kleine Prinz)


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 Betreff des Beitrags: Re: schlimmer als die nadel im heuhaufen...
BeitragVerfasst: 04. Jun 2009, 22:03:58 
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Registriert: 24. Jul 2006, 20:03:35
Beiträge: 1941
Wohnort: tiefstes Niederbayern *gg*
Und vielleicht noch ein kleines Beispiel aus meiner Praxis:
Ein Junge, sieben, blind, geistig (eher leicht) behindert.
Er kann nicht gehen und nicht sitzen.

Die Mutter kam mit dem Gedanken den Schwerpunkt auf das Reiten zu legen. Nach Gesprächen über die Art meiner Arbeit war sie mit dem HBP einverstanden. Ich hatte ihr sehr deutlich erklärt, dass ich kein Hippotherapeut bin.
Nun ist die Regel, dass der Junge zwar bei den Einheiten auch oft auf den Pferden sitzt und reitet, weil es dazu gehört, aber eben auch (manchmal sogar über eine Stunde hinweg...) einfach nur in seinem Rolli bei den Pferden sitzt und einiges mehr.
Ich möchte deutlich machen, dass man Hippo eigentlich nie von der psychischen Therapie trennen kann. Denn es wirkt immer beides. Nur: Der Therapeut sollte sich sicher sein, auf welchem Gebiet er arbeitet. ;)

LG

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