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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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 Betreff des Beitrags: Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd
BeitragVerfasst: 17. Aug 2006, 21:42:20 
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Registriert: 16. Aug 2006, 07:58:21
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Ich wollte euch hier mal die Weiterbildung vorstellen die ich gemachr habe.
Sie findet auf dem Islandhof Westliche Wälder in der Nähe von Augsburg bei Monika Brossard statt.
Bedingungen sind eine pädagogische Ausbildung, mindestens 2 Jahre Berufserfahrung und der Basuspaß Pferdekunde.
Die Weiterbildung findet berufsbegleitend über 2 Jahre statt, in fünf Blöcken von 4-5 Tagen. Sie beinhaltet ein Praktikum über 20 Einheiten im eigenen Arbeitsfeld, eine Falldokumentation und Fallvorstellung.
Die Fallvorstellung und eine Lehrprobe sind Prüfungsinhalt, des weiteren muß eine Prüfung in der Bodenarbeit und dem Longieren mittels Körpersprache abgelegt werden.
Inhaltlich geht es in dieser Weiterbildung sehr um die Beziehung des Klienten zum Pferd, um die Begegnung mit diesem und einen helfenden und heilendem Effekt , wir begleiten mit den Pferden den Menschen auf einem Stück weges der Heilung.

Es besteht die Möglichkeit im dritten Jahr ein Diplom ( von der Lebenshilfe anerkannt) zu erwerben. Hierzu nimmt man an zwei Blöcken teil, schreibt eine Diplomarbeit über den Einsatz des HBPs bei bestimmten Störungsbildern ( ich habe z.B. über das Borderline- Syndrom geschrieben) und absolviert ein Kolloquium.

Man bekommt ein Zertifikat welches zum eigenverantwortlichem Ausübens des HBP berechtigt.

So, das wäre das wesentliche was mir dazu einfällt.
Wenn ihr noch Fragen dazu habt oder Meinungen........ich bin gespannt.

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Liebe Grüße von Doris

Wer Pferde ohne Fehler sucht und Menschen ohne Mängel, hat nie ein gutes Pferd im Stall und nie Zuhaus ' nen Engel.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18. Aug 2006, 17:10:59 
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Hallo Doris,

ja, ich habe Fragen. Diese Weiterbildung ist eine, die ich für mich sehr in Betracht ziehe (neben der von der AGRT da http://www.agrt.de/), weil viele Herangehensweisen für mich "passen". Und natürlich auch, weil ich selbst schon länger "Kommunikation durch Körpersprache mit Pferden" lerne und dies so ziemlich die einzige Weiterbildung ist, die das mit beinhaltet.

Was ich mich gerade frage (sind mehrere Sachen, natürlich alle auf dem Hintergrund, dass ich eine möglichst gute Weiterbildung suche).

Was mich absolut gewundert hat, ist, das "reiten können" ja überhaupt keine Rolle spielt. Auf der homepage steht, das überhaupt keine reiterlichen Fähigkeiten vorausgesetzt werden, auch während der Weiterbildung werden keine reiterlichen Fähigkeiten erworben (oder müssen/sollten auch nicht woanders nebenbei erworben werden). Das verwirrt mich etwas, in diesem thread "um reiterliche Qualifikation herummogeln sinnvoll?" haben mir so ziemlich alle hier erklärt, warum gute reiterliche Fähigkeiten wichtig sind (was für mich absolut plausibel war). Jetzt gibt es da eine Weiterbildung, die sagt "es geht auch ganz ohne reiten können".

Da muß dann ja irgendein anderer Ansatz dahinterstecken, der mir unklar ist. Wäre super, wenn Du dazu was erklären könntest.

Und zum inhaltlichen noch, also die ersten 2 Teile (Bodenarbeit , Longieren, Körpersprache...) kann ich mir so ungefähr vorstellen (gabs hier ja auch den Bericht von Claudia). Wenn Du für diesen Teil "Selbsterfahrung" nochmal was schreiben könntest, was ihr da konkret so gemacht habt, würde ich mich freuen.

viele Grüße,
Martina

ach so, die homepage dazu ist hier: http://www.monikabrossard.de


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BeitragVerfasst: 18. Aug 2006, 21:16:29 
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hallo,

da ich eine BPS habe interessiert mich das thema schon sehr. wäre es vielleicht möglich diese arbeit als pdf datei oder so zu bekommen?

flocke

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 Betreff des Beitrags: Therapiehof Westliche Wälder
BeitragVerfasst: 18. Aug 2006, 22:41:35 
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Hallo Doris,

ich habe auch großes Interesse die Ausbildung bei Monika Brossard zu machen.Am Mittwoch schaue ich mir mal den Stall an.
Meine Frage an Dich:
War die Ausbildung dort gut?
Hat es Dir dort Spaß gemacht?

Lieben Gruß

Berni


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 Betreff des Beitrags: Hallo Ihr.
BeitragVerfasst: 19. Aug 2006, 13:02:40 
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Dann will ich mal versuchen alles zu beantworten.

an Flocke: Tut mir leid, aber meine Arbeit stelle ich so nicht der Allgemeinheit zu Verfügung, wenn du meine Klientin wärst, dann würde ich es tun.

An Berni und Martina:

Für mich persönlich war es die richtige Weiterbildung bei Monika, ich bin erst sehr spät ( mit 30 Jahren) mit dem Reiten angefangen, arbeite aber seit 25 als Erzieherin mit auffälligen Kindern und Jugendlichen und genau dieses Klientel spricht das HBP an, nicht die schwer körperbehinderten Menschen.
Also für MICH das passende und auch ein großes Stück persönliche Weiterentwicklung.

Für mich war auch der Grund mit ausschlaggebend das es keine reiterlichen Voraussetzungen gab,obwohl ich schon freizeitmäßig reite. An den anderen Weiterbildungen störten mich die Trainer sowieso Scheine, Springen ( ANGST HABE) und Dressuraufgaben.

Laut Monika Brossard ist es schon für die Pferde wichtig einen Ausgleich zu haben wenn sie im HBP eingesetzt werden, sie nennt es SUPERVISION in der Herde, wälzen, laufen , Kontakt zu anderen, draußen im Herdenverband leben.
Bei meiner ISI STute Skyssa erlebe ich immer nach dem HBP das sie sich wälzt, auch wenn ein Kind vielleicht nur 10 Minuten drauf gesessen hat.

Dann versuche ich mal was zum Thema" SElbsterfahrung mit Pferden" zu schreiben.
Methoden waren, Meditationen, Phantasiereisen, Atemübungen, Kinesiologie , NLP.

Beispiele: Liegen auf dem Pferd mit Entspannungsmusik.
Geführt werden mit geschlossenen Augen
Inden Futterraufen liegen, die Pferde fressen und eine Phantasiereise wird vorgelesen

Immer wieder begegneten uns die Begriffe ANGST-KONTROLLE-VERTRAUEN-LOSLASSEN.

Bei diesen Übungen waren wir wirklich sehr bei uns und unseren eigenen, emotionalen Defiziten, die jeder Mensch hat und das Pferd hilft uns durch die Spiegelung diese zu erkennen und begleiten uns bei der Heilung.

Also ist HBP auch: HEILUNG BEGLEITEN MIT DEM PFERD.

Hier noch ein Abschnitt aus Monikas Definition:

Der Begriff HBP umfasst pädagogische, psychologische und sozio- integrative Einflussnahmen mit Hilfe des Pferdes.
HBP bedeutet gabzheitliches Ansprechen von Körper, Geist und Seele im Zusammensein mit dem Pferd, in der Begegnung mit Ihm.
Alle Bereiche der menschlichen Wahrnehmung und des menschlichen Empfindens werden angesprochen. Im HBP liegt die Einladung, sich zu spüren, sich zu wagen, in Bereiche des Seins vorzudringen, die bisher vielleicht verschlossen waren. Das Pferd ist hierbei der Vermittler zwischen Gefühls- und Verstandesebene. Es hilft bei der Auflösung von Energieblockaden, beim Ausbalancieren von Verspannungen; es ermöglicht inneres Loslassen und gibt Raum zum Sein als Voraussetzung für Weiterentwicklun und Verhaltensänderungen.



Ist ja ziemlich viel geworden....wenn ich erst so richtig bei dem Thema bin könnte ich ins Schwärmen kommen.

Hoffentlich wird es dadurch klarer für euch, wenn nicht fragt einfach weiter!!

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Liebe Grüße von Doris

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BeitragVerfasst: 20. Aug 2006, 10:55:43 
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Hallo!

ich hab gestern in dem anderen Forum nach weiterbildung gefragt, wo du mir geantwortet hast (DANKE) - ich antworte jetzt einfach hier, weil du hier so schön erklärt hast, was die Ausbildung genau beinhaltet.

Jetzt meine Frage: wäre es denn möglich einfach mal auf dem Hof vorbeizuschauen und sich alles anschauen und erklären zu lassen???

Für mich wäre es im moment sicher auch die beste Weiterbildung, die ich auch gleich beginnen könnte.
Arbeitet nämlich selbst in einer HPT als psychologin und meine reiterlichen Fähigkeiten bewegen sich erst so im guten Anfängerstadium würde ich sagen (reite seit 1 Jahr)

Wenn das möglich wäre (v.a. weil Augsburg nicht so weit weg ist von mir) würde ich mich sehr freuen, wenn ich den Hof mal anschauen könnte, meinst du das wäre möglich - vielleicht kannst du mir mal die Telefonnummer geben (per pm).

Vielen Dank schon mal udn liebe Grüße,

Silvia

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BeitragVerfasst: 20. Aug 2006, 17:00:42 
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Hallo Doris,

vielen Dank für Deine ausführliche Beschreibung.

Silvia, die Tel. Nr. ist auf der homepage http://www.monikabrossard.de

Habe inzwischen auch Kontakt zu Monika Brossard aufgenommen, die nächste Lehrgangsreihe beginnt erst wieder im Frühjahr/Sommer 2007.

Viele Grüße,
Martina


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BeitragVerfasst: 20. Aug 2006, 18:39:40 
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Hallo Leute,
danke für die ausführliche Beschreibung der Ausbildung. Das klingt sehr spannend.
Aus meiner Sicht noch eine Anmerkung:
Ich finde Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd (also alle Arbeit, die nicht AUF dem Pferd stattfindet) bildet einen großen und sehr wichtigen Bestandteil der Reittherapie. In der Ausbildung durch den Förderkreis für Therapeutisches Reiten ist auch dies (Hand- und Bodenarbeit, Kontaktaufnahme in der Herde, Pferde beobachten, etc.) Inhalt der Ausbildung. ZUSÄTZLICH kommt die Qualität des "Reitens", und des "Getragen werdens" hinzu, die ich gerade an der Arbeit mit Pferden auch sehr wichtig finde.
Sich tragen zu lassen, Geschwindigkeit erfahren, Wärme, Herzschlag, Rhythmus gehören für mich sehr zu den positiven Aspekten der Reittherapie und können nahezu durch kein anderes "Medium" in diser WEise vermittelt werden.
Für mich bedeutet das, dass eine Weiterbildung BEIDES vermitteln und gleichwertig betrachten sollte. In meinem Zeugnis vom Förderkreis steht daher auch: Heilpädagogisches Arbeiten mit dem Pferd., Heilpädagogisches Reiten.


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BeitragVerfasst: 20. Aug 2006, 19:22:26 
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Hallo Stef,

ich glaube, Du liegst da mit Deiner Definition vom "heilpädagogischem Begleiten mit Pferden" falsch. Soweit ich diese Weiterbildung verstanden habe, findet das Ganze für die Klienten auf dem Pferd statt. (Und dieser große Anteil Bodenarbeit und Longieren dient eben auch dazu, das Pferd (auf dem jemand sitzt) sicher zu führen usw.)

(Wenn ich mich jetzt irre, lasse ich mich gern von denjenigen, die die Weiterbildung "live" kennen, korrigieren :-))

viele Grüße,

Martina


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BeitragVerfasst: 20. Aug 2006, 19:24:06 
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Oh, okay, dann hätte ich wirklich was falsch verstanden.
Aber wo ist dann der Unterschied zu anderen Angeboten? Das ist doch Reittherapie - oder nicht?


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BeitragVerfasst: 20. Aug 2006, 19:36:53 
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Hallo,

ich sehe da auch keinen Unterschied.

Martina


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 Betreff des Beitrags: Hallo Ihr.
BeitragVerfasst: 20. Aug 2006, 20:58:39 
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........habt beide recht,beim HBP kann es sein, das der Klient auf dem Pferd sitzt, es ist aber nicht zwangsläufig so, Führen,Massieren, Putzen, Körperkontakt,Pferde beobachten, freie Kintaktaufnahme, im Stroh liegen und dem Pferd beim Fressen nahe sein, das alles kann auch HBP sein. In der Realität ist es aber häufig so das die meisten Menschen auch gerne oben drauf sitzen wollen.
Der Junge mit dem ich mein Praktikum gemacht habe, hatte aber genauso viel Freude am Füttern oder Führen des Pferdes. Was für ein tolles Gefühl und was für eine Wohltat für das Selbstbewußtsein muß es für ihn gewesen sein, ein 7 jähriger Junge der ein Kaltblutpferd von ca 750kg führt und welches ihm gehorsam über Stangen und um Pilonen folgt........

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BeitragVerfasst: 22. Aug 2006, 14:56:23 
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hallo doris,


schade, denn das einzig verschriftliche über die BPS stützt sich auf die DBT... :roll: ist eine sehr gute therapie, die auch wirkung zeigt, aber begleitende maßnahmen, speziell in diesem bereich werden irgendwie kaum thematisiert wie mir scheint.


flocke

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BeitragVerfasst: 30. Aug 2006, 19:32:58 
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Beiträge: 97
Hallo,
ich wollte mal fragen, ob sich einer damit auskennt wie die öffentliche Anerkennung aussieht, wenn man sich als selbstständige nicht reittherapeutin von dkthr oder sonstwem nennt sondern halt begleiterin mit dem Pferd wie es bei Monika b. der fall wäre. fände die ausbildung sehr interessant aber wenn ich hinterher keine klienten habe bringt mir das leider nichts
LG Mareike

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BeitragVerfasst: 30. Aug 2006, 21:26:09 
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Beiträge: 708
Hallo Mareike,

also irgendwie offiziell anerkannt ist keine der Weiterbildungen. "Reittherapeut" oder "Reitpädagoge" oder wie auch immer darf sich jeder nennen, egal ob er irgendeine Ausbildung hat oder auch keine. Es existiert also keine offizielle Anerkennung.

Allerdings gibt es bei potentiellen Kostenträgern (Jugendamt etc.) eben bekanntere und unbekannte Weiterbildungsträger.

viele Grüße,
Martina


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