Hallo!
Da Du ja wenig Gelegenheit haben dürftest, für Vergleiche und ich es sehr, sehr schade fände, wenn Ihr nun gezwungen seid, das Handtuch zu werfen, würd ich Dir gern erzählen, wie bei uns die Einheiten ablaufen. Nicht als Wertung (!), sondern als eines von vielen Beispielen. Denn Therapieeinheiten sind nicht gleich Therapieeinheiten. Es könnte sein, dass dieser Therapieplatz hervorragend für manch ein Klientel ist, aber nun einmal nicht ganz passend für Dein Kind. Darum noch einmal: Das ist KEINE WERTUNG!! Sondern einfach nur ein weiteres Beispiel, wie es denn auch sonst noch ablaufen könnte.
(Vielleicht mögen auch noch ein paar andere hier dazu schildern, wie es bei denen abläuft?? Würde auch mich echt interessieren!!!)
Zitat:
Tom sah (so deute ich es) nur die große Halle
Wenn zu uns ein neuer Klient kommt, lass ich das Pferd erstmal in einem bestimmten, eingegrenzten Bereich frei (nicht angebunden) Heu fressen. Der Klient kann dann absolut allein bestimmen, ob er zu dem Pferd gehen möchte, oder erst mal lieber gucken. Unsere Arbeit findet nie in einer Halle statt - denn wir haben kein...

Was zwar manchmal bedauerlich ist, aber nicht wirklich wichtig.
Die allererste Kontaktaufnahme findet IMMER freiwillig statt. Bisher wollten die Kinder immer von sich aus sehr schnell zum Pferd.
Zitat:
Er wollte rennen. Allerdings waren noch zwei weitere Pferde in der Halle, so dass ein Zulassen des Herumlaufen nicht möglich war.
Bei den ersten Treffen bin ich immer alleine mit meinen Klienten. Wenn der Reitplatz belegt ist, gehe ich in irgendeinen der vielen abgelegeneren Winkel des Pferdehofes, wenn nötig auch in´s Gelände auf eine freie Wiese. Aber nie unter Leute, unter andere Pferde oder andere Situationen, die Zwanghaftigkeiten hervorrufen könnten.
Zitat:
Tom wollte nicht aufs Pferd, er hat nur geschrien
Hättest Du denn in dieser Lage in dieser Situation auf das Pferd aufsteigen wollen? Wäre es Dir danach gewesen, jetzt hier zu reiten?
Bei der Arbeit nach HBP ist das Reiten mehr als zweitrangig. Allein der Bezug zum Tier ist ausschlaggebend und es wird sehr, sehr viel vom Boden aus gearbeitet. Es kann vorkommen, dass manch ein Klient 20 Einheiten vom Boden aus verbringt. Das ist für mich völlig in Ordnung!!
Ich sehe keine Notwendigkeit, dass das Kind auf das Pferd muss.
Zitat:
Enttäuschend für mich ist, dass andere behinderte Kinder dort waren
Dann ist die Methode der Therapie offensichtlich gut für die anderen Kinder. Aber was für andere gut ist, muss es nicht zwangsläufig auch für Tom sein. Er braucht vielleicht eine andere Methode, eine andere Art der Therapie, vielleicht auch eine andere Tierart.
Es wird neben Pferden auch sehr viel mit anderen Tieren gearbeitet.
Zitat:
Nun werden wir einfach abwarten, was die Entwicklung bringt. Vielleicht können wir es in einem halben Jahre nochmal versuchen.
Was soll sich dann denn geändert haben?
Zitat:
Was ich nur nicht verstehe: Er hat es doch schon mal geschafft auf einem Pferd sitzen zu bleiben - siehe Bild.
Wie waren da denn die äußeren Umstände?
Bei meinen Klienten ist es so, dass einfach nicht jeder Tag gleich ist.
Manchmal kommen die Kinder voller Elan und wollen sofort rauf auf das Pferd und sich im Gelände mal so richtig durchschaukeln lassen.
Dann aber, die nächste Einheit, wollen sie einfach nur ihre Ruh. Dann wollen sie im Heulager liegen, das Pferd neben sich fressen spüren und sehen und eine Geschichte vorgelesen bekommen oder einfach nur daliegen.
Manchmal wollen sie das Pferd umsorgen: Dann wird geflochten, geputzt, geschmust, ausgemistet und gefüttert. Und manchmal wollen sie einfach nur ganz still auf dem Pferd liegen, auch mal unter einer Decke und all solche Sachen...
Liebe Michaela,
ich fände es sehr schade, wenn Ihr Euch entmutigen lasst. Vielleicht könnt ihr noch einen andere Weg der tiergestützten Heilpädagogik finden. Vielleicht auf diesem Hof, vielleicht auf einem anderen Hof, vielleicht mit Pferden, vielleicht mit Hunden, Katzen oder Hasen.
Denn ich bin mir sehr sicher, dass Tiere eine sehr wohltuende und lindernde Wirkung auf Menschenseelen haben.
Wünsche Euch alles, alles Gute auf Eurem weiteren Weg!!
Liebe Grüße, Claudia