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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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BeitragVerfasst: 10. Mär 2008, 19:10:06 
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Registriert: 23. Jan 2008, 20:07:00
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Wohnort: Ringgau
Vielen Dank euch allen für die vielen Antworten!!!!
Ich selbst tendiere ja dazu ein Gartenhäuschen aufzustellen, wohin sich die Eltern zutrückziehen können.
Mein Mann allerdings meint, ich soll doch erst mal anfangen und schauen wie es klappt. Er sieht es gerade nicht ein, schon wieder Geld in die Sache zu stecken, obwohl noch gar nix angelaufen ist....ich warte immer noch auf die Flyer... :evil:

Aber ich kenn es nunmal aus der KITA. Dort fällt es den Kleinen anfangs meist schwerer "anzukommen" wenn die Mama immer noch vor Ort ist und einfach nicht gehen mag. Meist ist die Situation dann entspannter, wenn sie sich ganz auf uns einlassen können - ohne Familie im Raum.

Hmmm..... :?


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 Betreff des Beitrags: Eltern...
BeitragVerfasst: 28. Mai 2008, 12:39:34 
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Registriert: 26. Mai 2008, 15:37:43
Beiträge: 11
Wohnort: Schwarzwald
Da muß ich mich direkt anschließen, Simone- es ist unglaublich toll hier und so schön, nicht mehr das Gefühl zu haben, allein rumzuwursteln sondern sich mit anderen austauschen zu können!
Zum Thema Eltern: Ich hatte am Anfang mal eine Mutter, die meistens zugeguckt hat und das hat das Kind total abgelenkt und die Beziehung zu mir und zum Pferd war eine ganz andere als jetzt. Inzwischen erkläre ich den Eltern von Vornherein, dass es förderlicher ist, wenn sie in der Zeit spazieren/einkaufen gehen...gehen.Hin und wieder können sie gerne nach Absprache mal bei einer Stunde zuschauen. Oder ich habe auch mal bei einer ängstlichen Mutter eine "Mutter-Kind"-Stunde eingeschoben, die Mutter war total begeistert und beruhigt, wie zuverlässig und ruhig mein Pferd ist. Jetzt geht sie in der Zeit beruhigt joggen! Liebe Grüße, Katha


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BeitragVerfasst: 28. Mai 2008, 21:03:44 
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Beiträge: 1968
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Grad hier zum Thema hab ich heut mal eben wieder ein aktuelles Beispiel:

Bei mir war heute ein Junge, der als Pflegekind in der Familie von Frau X aufwächst.
Die Einheit begann wie immer "weg vom Schuss" (also in einer stillen Ecke des Hofes) ohne Pflegemama (die übrigens hervorragende Arbeit leistet!!) und dem Rest des Geschehens. Als wir grad los wollen (in den Wald einen geführten Ritt) verkündete der Junge ganz stolz von seinem hohen Ross herunter, die Frau X solle doch mitkommen in den Wald. Da Bezugsaufbau und Beziehungsförderung zu der Pflegemutter eines meiner Ziele sind, ließ ich den Jungen heute Regie führen und die "Mama" durfte mit.
Gut - es lief recht schön. Der Junge genoss und war stolz wie immer. NUR: Frau X fühlte sich während des gesamten Rittes für den Jungen verantwortlich. Was selbstversändlich ist und auch - meiner Meinung nach - von den Erziehungsberechtigten nicht abgeschaltet werden kann. Es kamen immer wieder (dezente) Einwände oder Maßregelungen an den Jungen. Mit der besten Absicht und in einer normalen Alltagssituation gerechtfertigt. Frau X konnte ja nicht ahnen, was ich nun eben bei diesem Ritt beabsichtige und dass die Einheit "nonverbal" ablaufen sollte.
Das Spüren und harmonisierende Getragen sein konnte nicht stattfinden, da der Junge sich (durch die Anwesenheit der Pflegemama) an soziale Werte und Normen halten musste, anstatt echt und ehrlich loslassen zu können.

Konnte ich klar erklären, was ich meine??

Vielleicht noch ein Beispiel:
Bei uns am Stall gibt es einen Hengst. Ich hatte diesen Jungen gebeten, dieses Pferd nicht anzufassen, weil ich nicht sicher sagen kann, ob er nicht doch evtl. vielleicht zuschnappen könnte.
Der Junge assoziierte mit dieser Aussage sofort: Der ist böse!! Er fragte mich, war er beißt. Darauf hin erklärte ich ihm, dass er normaler Weise sehr brav ist und nicht beißt. Er sei aber ein "Mann-Pferd" und Papa von manchen Fohlen. Ich könne bei ihm nicht sicher sein, ob er nicht vielleicht doch einmal schnappt, denn bei allen Hengsten sei das nun mal so. Sie möchten manchmal ihre Stuten verteidigen.
Seit dem hegt der Junge eine echte, abgrundtiefe Furcht vor diesem Pferd. Er überträgt eine sehr schlimme Kindheitserfahrung auf dieses Pferd und es ist in seinen Augen das personifizierte "Böse". (Auf sein Kindheitstraume möchte ich hier im Forum nicht eingehen.)
Wenn er dieses Pferd sieht (ein lammfrommer, super braver Junghengst), brüllt er ihn an, schreit ihn an, hat auch schon auf ihn gespuckt. Er verarbeitet etwas aus seiner frühen Kindheit an diesem Pferd.
Wenn nun die Pflegemama hier anwesend wäre, wäre ich mir nicht ganz sicher, ob sie diesem Treibe nicht Einhalt gebieten würde wollen. Auf jeden Fall würde sie es kommentieren- und nicht einfach sein lassen können. Nach meinem Empfinden ist es aber in dieser Situation sehr wichtig, dass der Junge ohne jeglichen Kommentar seine aufgestaute Hilflosigkeit und Wut auf das Pferd (immer in sicherem Abstand in der Box) übertragen darf. Nach meinem Empfinden bietet dieses Pferd dem Jungen die Möglichkeit, endlich etwas herauslassen zu können, was ihn schon so lange innerlich quält.
Meiner Meinung nach gibt es einfach Situationen in denen der emotionale Abstand unabdingbar ist, um sein lassen zu können.
Dies ginge nicht mit emotional verhafteten Personen wie eben zum Beispiel Eltern.

LG Claudia

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BeitragVerfasst: 30. Jun 2008, 17:49:21 
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Hallo Claudia,

als jahrelange Pflegemutter und darüberhinaus psychotherapeutisch Tätige fällt mir dazu nur ein, dass dieses Wiederholen seines Hasses, seiner Wut und seines Ohnmachtsgefühls dem Hengst gegenüber sicher nicht der 'verarbeitende Weg' für den Jungen ist, sondern nur der immer und immer wieder reproduzierende seiner Pein. Ich denke, da wäre die Unterstützung von Dir oder seiner Pflegeeltern dringend vonnöten in so einer Situation. Die Frage ist doch eher, was verbindet er mit seinen Attacken ? Und dann, was kann er in seinem Leben ändern, damit dies nicht mehr nötig ist ? Und wie kannst Du ihn dabei unterstützen ?

Abgesehen davon würde ich so ein immer wiederkehrendes Verhalten - egal von wem auch immer - einem unserer Pferde gegenüber niemals dulden und das würde ich dem Jungen auch erklären, denn es bedeutet Achtung vor anderen (die er selbst womöglich eben von anderen nicht erfahren hat ?!?)... mit dieser Situation kann man gerade eigentlich sehr gut mit dem Jungen arbeiten...

Das sind meine Gedanken dazu.

Ansonsten lassen wir Eltern zugucken, wann immer sie und die Kinder es möchten (wenige Ausnahmen, zB. wenn Kinder vor ihren Eltern geschützt werden müssen !). Unsere Erfahrung ist, dass je mehr sie uns vertrauen, umso besser können sie ihre Kinder loslassen und dann eben mal spazierengehen oder einkaufen fahren, als jede Stunde zuzuschauen. Allerdings greifen wir auch ein, wenn sie sich permanent einmischen. Nur in der ersten Stunde schauen wir uns das 'Beziehungsgeflecht Familie' so an wie es sich uns darstellt ohne größere Einmischung unsererseits - aus diagnostischen Gesichtspunkten.

Das in Kürze dazu.

Gruß, Anne von Hof FYLGJA


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BeitragVerfasst: 30. Jun 2008, 19:39:19 
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Hallo Anne,

danke für Deine interessanten Anmerkungen.
Es ist natürlich so, dass der Junge nicht sich selber überlassen ist. Er wird selbstverständlich von einem Pferd mit mir bei solchen Situationen aufgefangen. Das ist immer das Gefährliche beim Schildern von Situationen (hier im Forum). Denn man kann nur kurze Sequenzen andeuten - das Gesamtbild kann man leider nicht schildern. So entstehen leider gern falsche Eindrücke.

Da Du den Jungen nicht kennst und den Schweregrad seiner seelischen Behinderung nicht erahnen kannst, kannst Du natürlich nicht wissen, dass man mit ihm nicht "reden" kann.

Sein Verhalten war für mich hochinteressant, wird aber nicht absichtlich profoziert, falls dies hier den Eindruck machte.
Es war ein Zufallsprodukt, das ich zusammen mit den Pferden versuchte, in richtige Bahnen zu lenken. Es wäre aber viel zu Ausführlich, das hier alles zu erzählen und würde völlig den Rahmen sprengen.
Mir wie seinen Pflegeeltern ist bewusst, was er damit verbindet, hat aber hier zum Schutze seiner Privatsphäre nichts verloren.

LG

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BeitragVerfasst: 01. Jul 2008, 09:49:45 
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Beiträge: 162
Hallo Claudia,

ich meinte mit bearbeiten eigentlich auch weniger 'reden'. Vielleicht findest Du ja einen 'nonverbalen' oder sonstigen, Dir und ihm möglichen Weg, um mit dem Jungen dieses Thema zu bearbeiten. Denke, dieses Ereignis wäre doch ein guter Anknüpfungspunkt in der Reittherapie... ?

Alles Gute für die Arbeit !

Herzlichen Gruß, Anne von Hof FYLGJA


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BeitragVerfasst: 05. Jul 2008, 02:11:14 
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Beiträge: 708
Hallo,

die erste Situation mit der Pflegemama finde ich sehr "typisch" für mangelnde Absprachen. Ich denk mal, so wie Du es schilderst, wußte sie nicht, was Du bezweckst und sie hat eben "eingegriffen", weil sie dachte, daß das sinnvoll wäre (ob es das wäre oder nicht ist fraglich) und Du eben nicht vorher eingegriffen hast.

Ich kenne aus meiner Arbeit auch Pflegeeltern, ebenso Bezugserzieher aus Kleinstheimen etc. Meist sind das ja Menschen, die a. auch irgendeine pädagogische Qualifikation haben und b. das Kind (was meistens "schwierigere Kinder" sind) und dessen Problematik sehr viel besser kennen als Du. Das heißt, sie haben meist sehr genaue Vorstellungen davon, was "pädagogisch richtig" ist und was nicht. (Noch dazu haben sie vielleicht schon lange an bestimmten Dingen gearbeitet, um da "eine Linie" reinzukriegen und möchten nicht, daß das "aufgeweicht wird").

Wenn man also etwas anders macht, als sie, muß man das absprechen und erklären. Sehr viel mehr, als man das mit "pädagogisch unbelasteteren" Eltern tun muß. Ich denk mal, das hat Euch gefehlt. und ja, gerade Pflegeeltern sind da "anstrengender", fordern sehr viel mehr Kompetenz / Fachkenntnisse und Austausch darüber, was sinnvoll ist.

Außerdem hat man eben z.T. einfach unterschiedliche Vorstellungen, das muß man klären.

Das Gleiche denke ich auch zu der 2. Situation (mit dem Hengst). Mir sieht es ein bißchen danach aus, als würdest Du Dich (mit Deiner Auffassung der Situation und dem, was sinnvoll/gut ist) "über" die Meinung der Pflegemama stellen. ("Sie würde das unterbinden, aber ich weiß, daß es richtig / sinnvoll ist, was ich mache"). (Sonst würdest Du ja nicht etwas "erlauben", was sie evtl. verbieten würde).

Wenn das so ist, finde ich es falsch, dann fehlt Euch auch da der Austausch über "was ist richtig". Und die Option, daß die Pflegemama evtl. kompetenter ist, als Du (in diesem Punkt und auf ihr Kind bezogen, sie wird Gründe haben, wenn sie es verbietet). Diese weiterführende Überlegung fehlt mir da und das geht in genau die Richtung, die Anne sagt, ich sehe die Situation ähnlich wie Anne (Karthasis nützt nix, verschlimmert die Situation nur, Anne hat das gut beschrieben) und ich würde diese Situation mit dem Hengst auch anders klären. Vielleicht hätte die Pflegemama genau das im Kopf (und würde deshalb anders reagieren).

Was ich damit sagen will, wenn Du das Gefühl hast, die Pflegemama hätte (schwierige) Situationen anders gehandhabt, als Du es tust, dann stimmt da was nicht. Und genau bei dieser Situation hätte ich das sehr im Kopf (gerade weil ich sie auch anders sehe als Du) und würde die Situation (und den Umgang damit) mit der Pflegemama (als "ebenso kompetente Fachkraft) besprechen.

Das ist nicht böse gemeint, nur meine Gedanken dazu,

viele Grüße

Martina


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BeitragVerfasst: 07. Jul 2008, 20:09:08 
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Beiträge: 1968
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Martina: Es hat niemand irgendwo eingegriffen. Da weis ich jetzt nicht genau, was Du meinst.

Danke Euch beiden für Eure lieb gemeinten Ratschläge.

Der Junge um den es hier geht ist täglich in einer psychiatrischen Einrichtung. Er wird psychiatrisch betreut, es besteht ein gut abgesprochener Erziehungsplan auch mit dem Jugendamt und ich stehe in Kontakt mit seinen Therapeuten. Im Interesse des Kindes und mit Blick auf meine Schweigepflicht möcht ich nun ehrlich nicht mehr über diesen Jungen schreiben. Ihr versteht das sicher.

Danke Euch trotzdem.

Aber ist gut zu wissen, an wen man sich wenden kann, wenn man Hilfe benötigt.

LG

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