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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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 Betreff des Beitrags: Weg in die Selbstständigkeit
BeitragVerfasst: 27. Dez 2007, 20:38:40 
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Registriert: 26. Dez 2007, 20:25:37
Beiträge: 11
Wohnort: Peine
Hallo Kollegen, ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Reittherapeutin. Ich bin in einem Angestelltenverhältnis bei einer Gmbh für die Förderung von psychisch Kranken Menschen, als Krankenschwester angestellt. In den ersten beiden Jahren habe ich ausschließlich Gruppenprojekte gemacht, die vom Landesamt für Familie und Soziales, zum größten Teil finanziert wurden. Im letzten Jahr haben meine Arbeitgeber mir die Möglichkeit gegeben pferdegestützte ambulante psychiatrische Pflege anzubieten. Ich hatte und habe wirklich sehr große Erfolge bei meinen Klienten. Nun denke ich darüber nach mich selbstständig zu machen, weiß aber nicht so genau wie ich es angehen soll. Ich bin halt ein unabhängiger Mensch. :wink:
Bei der ambulanten psychiatrischen Pflege zahlen die Kassen. Ich habe meine Pferde zur Verfügung gestellt und dafür ein kleines Endgeld ( zu meinem Gehalt) von meinem Arbeitgeber bekommen. Ich hätte evtl. die Möglichkeit mich gemeinsam mit einer Ergotherapeutin selbstständig zu machen. Weiß jemand ob diese Tätigkeit deligierbar ist?? Also das sie die Verantwortung überrnimmt, d.h. die Scheine unterschreibt und ich den tiergestützten Teil dafür übernehme?? Oder was gibt es sonst noch für Möglichkeiten. Was nehmt ihr für eine Stunde Reittherapie und kann man davon existieren??? Ich würde mich sehr über viele Antworten freuen, denn ich bin sehr ratlos was ich tun soll. : :roll: :roll: :roll: :roll:


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BeitragVerfasst: 28. Dez 2007, 11:07:17 
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Registriert: 24. Jul 2006, 20:03:35
Beiträge: 1968
Wohnort: tiefstes Niederbayern *gg*
Hallo Kimberly!

Also, ich arbeite quasi "nebenbei" selbständig und bin 29 Std. im Kiga angestellt, weil ich anders meinen Pferdejob nicht finanzieren könnte. Noch nicht.

Meiner Meinung nach bräuchtest Du wirklich mindestens vier (besser mehr) Pferde und müsstest Gruppentherapie anbieten, wenn Du ausschließlich von diesem Beruf leben möchtest.
Mir persönlich geht es so, dass ich mein ganz persönliches Höchstmaß am Tag vier Klienten in Einzelstunden sind. Dann bin ich echt so erschöpft, dass die Qualität meiner Arbeit leiden würde, würde ich mehr machen. Aber da ist wohl jeder anders.

Du musst auch daran denken, dass Du jedes Pferd einzeln versichern musst, die BG zahlen musst, Dein Einkommen versteuern musst u.s.w. Also, wirklich davon leben ist ein großer Sprung.
Wenn ich Dir den Rat geben darf, mach´s pö a pö. Arbeite doch auch erst mal freiberuflich quasi nebenher und guck wie´s läuft. Dann kannst Dir alles in Ruhe aufbauen, ohne Druck.
Beim Finanzamt reicht dann auch noch eine jährliche Gegenrechnung, statt monatlicher Aufrechnungen durch den Steuerberater.

Seit meiner Ausbildung abgeschlossen ist, verlange ich 25,- Euro für die Einheit. Die Einheit ist nicht zeitlich gebunden, sondern dauert so lang, wie sie dauert.

Meines Wissens - da kann ich mich aber irren - kann eine Ergotherapeutin keine Rezepte ausstellen, dass die Krankenkassen die Therapie übernehmen.
Krankenkassen übernehmen meines Wissens nur Hippotherapie.

Bei mir ist es so, dass manche Klienten vom Jugendamt zu mir kommen. Manche schickt das Jugendamt, andere beantragen die Einheiten beim Jugendamt und kommen dann zu mir. Das Jugendamt verlangt eine Diagnose vom Facharzt, sprich also von einer psychopädriatrischen Einrichtung oder ähnlichem.

Sag mal, kennst Du die "Aktiv-Senioren"? Die haben mir bei meinem Start wirklich sehr, sehr gut geholfen.
Hört sich im ersten Moment ein wenig komisch an, aber dieser gemeinnützige Verein hat sich darauf spezialisiert, Leuten bei ihren beruflichen Plänen zu helfen. Eben z.B. beim Start in die Selbständigkeit. Kann ich Dir nur empfehlen, diese Leute.

LG Claudia

_________________
„Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte - das Unum des Universums.“
Novalis


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BeitragVerfasst: 28. Dez 2007, 19:09:21 
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Registriert: 26. Dez 2007, 20:25:37
Beiträge: 11
Wohnort: Peine
Hallo Claudia, vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ja, du hast recht, es ist schon ein Knochenjob. Ganz besonders im Winter oder im Hochsommer. Ich habe zwischen 5-6 Pat. pro Tag und 2 Pferde für die Therapie. Eine 1,5 Jahre Stute noch, für später :) . An Patienten mangelt es mir z.Zt. nicht, da unser Psychiater total begeistert von der Therapie ist. Aber die Leute die ich als Pat. habe könnten das niemals allein bezahlen. :cry: Es ist so ein deal mit meiner Firma, das ich meine Pferde nehme, dafür Geld bekomme und das während der Arbeitszeit mache. Aber ich bin natürlich abhängig und bekomme auch sehr viel Druck. Das ist dann oft frustrierend. Aber du hast schon Recht, nebenbei das zu machen ist wohl erst mal die sichere Seite. 25 Euro ist allerdings recht wenig Geld. Da müßten sich schon ein paar Selbstzahler finden lassen. ich bin immer von mehr ausgegangen, so rein gedanklich. Was machen denn die Aktiv senioren?? Sind sie teuer?? Eine interessante Idee. Das mit dem Jugendamt finde ich auch interessant. Hast du dich dort vorgestellt?? Ich würde gerne mit Kindern arbeiten. Hatte schon einige Jugentliche, das hat mir viel Spass gemacht. Wenn bloß die Eltern nicht wären! :shock: :shock:
Die würde ich gern mittherapieren. :roll:


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BeitragVerfasst: 29. Dez 2007, 10:57:34 
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Registriert: 24. Jul 2006, 20:03:35
Beiträge: 1968
Wohnort: tiefstes Niederbayern *gg*
Zitat:
Die würde ich gern mittherapieren


:roll: Was für ein Thema...
Hab die Erfahrung gemacht, dass das öfter sogar ein klein wenig, sagen wir mal, nebenher läuft. Wenn die Kinder/Jugendlichen bei meinen Pferden sind, öffnet sich auch oft ganz viel bei den Eltern.


Zitat:
25 Euro ist allerdings recht wenig Geld

Das ist ein Streitthema. Wurde auch schon hier im Forum sehr viel drüber diskutiert.

Guck mal hier
und hier

Also, hier bei uns am Land kann ich einfach nicht mehr verlangen, weil die meisten noch selber zahlen müssen. Meist sind das eh Familien, die nicht unbedingt den goldenen Löffel im Mund haben (wie ich auch... *seufz* :wink: ). Allerdings weis ich von einer Kollegin, dass sie für Kinder von dem dortigen Jugendamt 40,- oder noch mehr (bin mir nicht mehr sicher) Euro bekommt.
Denke, es kommt auf die Region an, wo Du lebst. Hier bei uns in München z.B. könnte ich wohl leicht 50.- bis 60.- für die Einheit verlangen. Dort kostet allerdings auch das Einstellen der Pferde im Durchschnitt im Monat 600.- Euro. Also, man kann das glaub ich nicht pauschalisieren.

Zu den Aktivsenioren:

Das sind Rentner(innen) die einfach noch viel zu fit sind, um in den Ruhestand gehen zu wollen. Sie haben einen gemeinnützigen Verein gegründet. Die Hilfe der Aktivsenioren ist kostenlos. NUR: Sie wollen nach dem ersten Kennenlerngespräch eine einmalige "Spende" von 85.- Euro. Das brauchst aber nur bezahlen, wenn Du Dich für ihre Hilfe entschließt.
Bei uns haben die ein Büro im Landratsamt. Da hatten wir unser erstes kostenloses Treffen.
Die Damen und Herren kommen auch zu Dir vor Ort und helfen Dir so lange, bis Du sie nicht mehr brauchst. Bei mir war die Hilfe meist telefonisch und über Mail und ich war sehr froh, jemand zu haben, der mir half. Mir wurden drei Fachleute zugewiesen. Ein pensionierter Bankdirektor, ein ehemaliger Manager eine sehr großen Autofirma und jemand vom Versicherungswesen. Sie konnten mir wirklich sehr gut weiterhelfen. Auch mit Fragen zu Finanzamt uns so weiter.

Außerdem würde ich Dir empfehlen, BEVOR Du was machst, unbedingt mit Deinem Steuerberater zu reden. Meiner hat mich davor bewahrt, die "Dummheit" zu machen, ein Gewerbe anzumelden.

Und dann könnte es vielleicht noch wichtig sein, mit dem Arbeitsamt zu reden. Denn es gab mal Förderungen vom Staat, für einen Neustart. Allerdings könnte es sein, dass Du Dich, um einen Termin beim AA zu bekommen, arbeitssuchend melden musst. Bei mir war das so. :roll: ÄMTER.... ich kann Dir sagen..!!!! :x Aber Du muss man wohl durch.

Also, noch Fragen, Kiensle... :wink: :D


LG Claudia

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 29. Dez 2007, 21:04:21 
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Beiträge: 11
Wohnort: Peine
Im Moment nicht. :lol: Aber vielen dank, du hast mir wirklich weitergeholfen. :P :P Ich wünsch dir einen guten Rutsch und viel Erfolg für das nächste jahr. :LAOLA:
:LAOLA: :PROST:


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BeitragVerfasst: 30. Dez 2007, 11:22:09 
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Beiträge: 1968
Wohnort: tiefstes Niederbayern *gg*
Wenn ich nur ein klein wenig helfen konnte, dann freut mich das echt.

Weis ja, wie das ist. Und man (oder besser "Frau") steht wirklich sehr allein da. Es ist echt schwierig, gute Hilfe zu finden.

Also dann, stürz Dich mal in´s Abenteuer!! :wink: :lol:

Viel Glück und *toitoitoi*

LG :D

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