Hallo zusammen,
muß auch mal was zu den Preisen sagen. Ist bei uns am Hof auch immer ein heiß diskutiertes Thema. Wir haben uns aber für eine ganz andere Linie entschieden. Dazu muß ich vorweg sagen, ich habe auch im Verlauf der Jahre (arbeite noch paar Jahre länger als Steffie) festgestellt, dass immer weniger Familien das HPR bezahlen können. Leider scheuen viele Familien den Weg zum Jugendamt, trotz unserer zugesagten Unterstützung und zahlen lieber aus eigener Tasche die letzten Euros zusammenkratzend...
Deshalb haben wir nie erhöht, haben sogar die Einsparung der Umsatzsteuer an unsere KlientInnen weitergegeben und den Preis letztes Jahr heruntergesetzt. Bei uns zahlen die Familien jetzt € 55,- (Gruppe) im Monat durchs ganze Jahr (Ferien fällt Unterricht aus, muß aber durchbezahlt werden), mit Umsatzsteuer waren es € 61,50. Man muß aber dazu sagen, wir sind eine sehr ländliche Region mit hoher Arbeitslosigkeit und geringen Einkommen.
Unser Konzept ist daher auf so viele Füsse gestellt, dass wir nicht vom HPA alleine leben müssen. Und deshalb ist unser Ziel, soviel wie möglich den Familien entgegenzukommen, um möglichst vielen Kindern einen Platz bei uns zu ermöglichen. Trotzdem sind wir natürlich erheblich teurer als Reitvereine, Ponyhöfe, etc. der Umgebung. Den qualitativen Unterschied muß man deshalb Eltern immer erstmal in einem Gespräch erklären und in seinen Prospekten deutlich machen. Aber ich denke, da kommt niemand von uns herum, solange es eben noch keinen Berufsverband und kein anerkanntes Berufsbild 'ReittherapeutIn/ReitpädagogIn' gibt.
Martina hat geschrieben:
Und ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass bei Kunden "Billigpreise" dazu führen, das Angebot nicht so Ernst zu nehmen, da wird eher mal abgesagt, Absprachen nicht eingehalten usw.
Kann ich nicht bestätigen. Bei uns gibt es klare Absprachen und Verträge. Und damit sind wir über all' die Jahre - bis auf ein paar schwarze Schafe, die es aber überall gibt - gut gefahren. Professionalität zeichnet sich nicht durch hohe Preise aus, sondern durch Qualität !
Martina hat geschrieben:
Zur Halle, ich denke, die braucht man irgendwann, kann da auch nur von meiner Reitlehrein sprechen, die hatte im 1. Jahr ohne Halle eben wetterbedingt zu viele Ausfälle (selbst hartgesottene Kinder finden reiten bei Schneesturm und Eiseskälte nicht mehr lustig, von den Eltern ganz zu schweigen), außerdem fingen bei ihr irgendwann "Berufskrankheiten" (ständig verspannte Schultern durch Kälte etc.) an.
Auch da muß ich Dir widersprechen, Martina. Wir arbeiten seit siebzehn Jahren im Freien. Und das zumindest im HPA-Bereich aus vollster Überzeugung !!! Gerade ein gemeinsamer Ausritt im Schneesturm ist für die meisten Kinder ein riesiges Erlebnis, von dem sie dann noch lange zehren... sowas erleben sie sonst kaum noch ! Natürlich entsprechende Kleidung vorausgesetzt. Im Winter haben bei uns die Reitschulkinder alle ihre Overalls an (gibts bei Tschibo und Co für paar Euro) und dann sind sie auch für jedes Wetter gerüstet ! Von mehr Krankheiten kann da eigentlich bei unserem Klientel (wir haben hier allerdings keine schwerst Mehrfachbehinderten) auch nicht die Rede sein - im Gegenteil !
Das sehen übrigens unsere Reitschuleltern auch so.
Was unsere eigene Ausstattung angeht, so ist es natürlich selbstverständlich, dass ich mich entsprechend ausstatte, dass mir Kälte und Nässe nichts mehr oder weniger ausmacht. Ich habe zumindest keine verspannten Schultern im Winter ?! Dafür tue ich aber auch noch anderes, als mich warm anzuziehen...
Ansonsten kann ich Pancho und Krischan in weiten Teilen zustimmen. Finde es in jedem Fall wichtig, zufrieden aus der Arbeit zu gehen. Wenn ich das Gefühl habe, ausgebeutet zu werden, stimmt mein System nicht.
Das dazu von mir.
Anne von Hof FYLGJA (übrigens von mindestens vier HPR-Betrieben im Umkreis von 20 km umgeben)