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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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 Betreff des Beitrags: Lockere Muskeln (Kinder) - Verspannte Muskeln (Erwachsene)
BeitragVerfasst: 09. Feb 2008, 15:30:55 
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Registriert: 22. Nov 2007, 21:01:07
Beiträge: 84
Wohnort: mittlerer Westen
Letzte Woche beim Reitunterricht wurde ich Augenzeugin eines Sturzes einer kleinen Reiterin (vielleicht 5 Jahre alt):

Das Pferd hatte ein paar Galoppsprünge gemacht, das Kind konnte sich nicht mehr halten und flog in hohem Bogen kopfüber nach vorne und landete auf seinem Nacken im Sand... :shock:

Innerhalb von Sekunden krabbelte es wieder auf und fing an zu weinen. Mann war ich froh!!! Hatte schon das Schlimmste befürchtet. Nach einer halben Stunde rannte es auch schon wieder auf dem Hof rum und spielte.

Ich befürchte, wenn ein Erwachsener so vom Pferd geflogen wäre, wäre es nicht so gut ausgegangen.

Nun meine Frage:
Gibt es gezielte Übungen die nach und nach dauerhaft oder zumindest längerfristig vom Körper verinnerlicht werden, dass man im Alltag wieder eine lockerere allgemeine Muskelspannung erhält?

Durch meine Ängste bin ich ständig ange- und verspannt, dass ich das mittlerweile schon in den Knochen spüre und mich 20 Jahre älter fühle.

Es gelingt mir nicht, mich zwischendurch mal bewußt zu entspannen, funktioniert einfach nicht. :?
(Ich kann das schon nicht mehr hören: einfach mal tief ein- und ausatmen und die Gliedmaßen schütteln. Kann mir nicht vorstellen, dass sowas bei Angststörungen wirklich funktionieren soll, aber vielleicht bin ich auch nur ein harter Brocken... :? )

Bin ständig auf Hochspannung (will ja eigentlich immer nix wie weg da, wo ich gerade bin) und abends, wenn ich wieder "in Sicherheit" bin, entlädt sich dann wohl alles in meinem System, so dass alles wehtut, als hätte ich den ganzen Tag Kisten geschleppt!!!

Habt Ihr da ein paar Ideen?


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BeitragVerfasst: 09. Feb 2008, 16:44:23 
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Registriert: 03. Jan 2008, 22:11:52
Beiträge: 654
Hi Cisco,

ja das ist manchmal ziemlich krass wenn man mitanguckt wie andere runterfliegen.

Aber um auf deine Frage einzugehen:

Mir hilft es in solchen Situationen wo ich so unruhig und angespannt bin dass ich mich einfach mal mitten in die Stallgasse setze einen ganz bewussten Atemzug (sorry aber der gehört für mich dazu) mache und dann die Ruhe des Stalles auf mich wirken lasse. Gedanken die dabei Kommen die dürfen kommen und genauso dürfen sie wieder gehen. Hab dabei oft sehr große Gedankensprünge aber ich verzwick mich nicht. Ich lasse diese Gedanken die mir sonst oft unangenehm sind einfach zu.

Und wenn ich das Gefühl habe dass ich etwas ruhiger bin dann geh ich vor die Box meines kleinen Dicken und er signalisiert mir dann schon wenn ich entspannt genug bin dass ich auch zu ihm rein darf und mich an ihn drücken. (Meistens macht er dann den oberen Riegel seiner Box auf, oder er beknabbert mich ganz lieb mit seiner Oberlippe :wink: )

So ich hoff ich konnt dir wenigstens ein bisschen helfen.

Liebe Grüße
Rolli-Pferdenärrin

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Dein Pferd ist dein Spiegel,
der deine guten und schlechten Launen unverfälscht wiedergibt.

Sieh hinein in das Auge deines Pferdes,
aber erschrecke nicht vor der Wahrheit.
(Bent Branderup)


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BeitragVerfasst: 09. Feb 2008, 19:29:18 
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Beiträge: 1968
Wohnort: tiefstes Niederbayern *gg*
Hi Cisco!

Ganz allgemein Sport treiben, Gymnastik machen und Schwimmen ist schon mal die halbe Miete.

Dann gibt es extra ein Buch darüber, wie man Falltraining machen kann.
Guck:

Falltraining für Reiter.


Außerdem gäbe es noch Reitlehrer und Reit-Unterrichtsmethoden, die extra auf ängstliche Reiter spezialisiert sind.

Reitest Du auf einem ziemlich großen Pferd? Oder eher ein kleineres?
Mir persönlich geht es so, dass ich mich nicht auf jedem Pferd wohl fühle. Das ist sogar unabhängig von der Größe des Tieres. Bei manchen Pferden stimmt einfach die Chemie zu mir nicht. Erklären kann ich das nicht. Wenn ich aufsteige, fühl ich mich sofort wohl oder unwohl. Da menschelts bei mir einfach. :wink:

Wie oft in der Woche reitest Du? Aus meiner Erfahrung heraus wird man immer sicherer, je öfter in der Woche man reitet. Als ich das HBP noch nicht hatte, ritt ich täglich. Und war mir sehr sicher im Sattel und dacht auch kaum an Stürze.

Je weniger ich reite, um so unsicherer werde ich nun auch wieder. Und die alte Angst vor den Stürzen schleicht sich auch bei mir wieder ein.

Reitest Du auf dem Reitplatz oder im Gelände? Mir persönlich hilft nämlich sehr, wenn ich das Pferd vorher auf dem Platz gut kennen gelernt habe. Nämlich durch viel Gymnsatizierungsarbeit. Denn dann hab ich auch das Gefühl, ich kann mein Pferd "beherrschen" (ist ein blödes Wort, ich hoffe, Du verstehst was ich mein) und mein Selbstvertrauen wächst dadurch.


Ansonsten gibt es noch gute meditative Übungen auf dem Pferd. Z.B. mach ich gern mit meinen Kindern diese Übung: Sie sollen die Augen auf dem Pferd schließen, wenn sie das können. Wenn nicht, dann halt nicht. Dann sollen sie sich ihren Lieblingsbaum vorstellen. Und ich geh dann den Baum mit ihnen gedanklich durch. Von den Wurzeln bis zur Baumkrone vergleiche ich dabei den Baum mit den Körper des Kindes. Wurzeln sind Beine, Baumstamm ist der Oberkörper, Äste sind die Arme und die Krone ist der Kopf.
Nach dieser Übung sitzen die Kinder IMMER allesamt völlig gelöst und entspannt und vor allem KORREKT auf ihrem Pferd.

Viel Glück und Erfolg!!!

LG Claudia

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„Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte - das Unum des Universums.“
Novalis


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BeitragVerfasst: 09. Feb 2008, 21:12:00 
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Registriert: 22. Nov 2007, 21:01:07
Beiträge: 84
Wohnort: mittlerer Westen
@ Joey

Danke, das mit dem Falltraining werd' ich mal versuchen, kann ich bestimmt meine Therapeutin für begeistern.

Aber der Witz ist, dass ich mich völlig sicher auf dem Pferd fühle (nicht unbedingt relaxt, aber sicher). Auch, wenn das Pferd scheut oder mal einen plötzlichen Hopser macht, saß ich bisher *klopfaufholz* sicher im (Western)-Sattel.
(Zum Frisör zu gehen, ist für mich schlimmer, als auf ein Pferd zu steigen! :roll: )

Die Beobachtung des Sturzes hat mir nur vor Augen geführt, dass einem Lockerheit vor Schlimmeren bewahren kann. Und da ich ja so verspannt bin, mach' ich mir nun deswegen Sorgen und denke, ich sollte schon Vorsorge treffen, um lockerer zu werden.

@ Pferdenärrin
Ja stimmt, im Stall komm' ich auch zur Ruhe, zum Glück, wenigsten ab und zu mal halbwegs entspannen.
Leider krieg ich das halt nicht hin im Alltag, auch nicht, wenn ich an Stall denke! :?


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BeitragVerfasst: 09. Feb 2008, 21:16:57 
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Registriert: 03. Jan 2008, 22:11:52
Beiträge: 654
Hi Cisco,

ja im Alltag ist das schwer wenn man nicht hinkann aber umso mehr guck ich immer dass ich wenigstens nur für Stallarbeit oder zum Schmusen oder einfach nur Dasein hinkann :wink:

Liebe Grüße
Rolli-Pferdenärrin

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BeitragVerfasst: 12. Feb 2008, 19:05:07 
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Beiträge: 84
Wohnort: mittlerer Westen
"Ein Tausendfüßler ging seelenruhig seines Weges, als man ihn fragte, wie er es schaffe, die Bewegungen seiner tausend Füße zu koordinieren.
Er dachte darüber nach, und war ab da nicht mehr imstande zu laufen."


Die o. g. Parabel fand ich beim googeln zum Thema Körperwahrnehmung.

Um das Problem wieder in Ordnung zu bringen, solle man den Geist während der Bewegungen "überfordern" bzw. ihm zusätzliche Arbeit geben. So wird erreicht, dass man die Angst vor dem Kontrollverlust während der Bewegung verliert, da man sich ja auf die anderen Dinge konzentrieren muss.


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BeitragVerfasst: 13. Feb 2008, 18:45:10 
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Wohnort: tiefstes Niederbayern *gg*
Der Spruch ist super!! Danke dafür!

Dazu hab ich auch ein gutes Beispiel:

Vor zwei Jahren hatte ich mal ein junges Pferd, das eingeritten werden wollte. Mein Trainer ritt auf seinem Pferd vor mir her, mich auf dem "Jüngling" als Handpferd im Gepäck. Mein Wallach ging ein wenig verkrampft und ich achtet auf jede Bewegung von uns beiden. Da begann mein Trainer ein belangloses Gespräch mit mir über Gott und die Welt... Nach drei, vier Minuten schnaubte mein Wallach ein paar mal fest ab und ging viel entspannter. Mein Trainer grinste mich an und meinte, ob ich denn nun locker genug sei. Anscheinend war ich wirklich verkrampft, ohne es bewusst zu merken. Mein Pferd hatte es mir gezeigt. Durch das Ratschen war ich dann so abgelenkt, dass ich locker wurde. Mein Pferd zeigte es mir. :wink:

LG Claudia

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