Hallo,
ich hab mir eben mal die homepage angeschaut, das ist ja ein "ganz normaler" Reiterhof, also mit Reitunterricht, Kinderferienfreizeiten usw.
Daher war ich jetzt unsicher, in welche Richtung die Kooperation gehen soll, in die Erlebnispädagogische, "Pferde kennen lernen", "Spielen mit Pferden / Pferdewissen" etc. (und das eben auch für Kinder aus heilpädagogischen Einrichtungen) oder mehr in Richtung "therapeutisches/heilpädagogisches" reiten ?
An ersterem haben Kitas und Grundschulen oft Interesse (zumindest, wenn sie in städtischen Gegenden liegen, da hier ja oft der Bezug zu Natur/Tieren/Pferden fehlt), für ältere Schüler gibt es inzwischen Pferdekunde im Rahmenlehrplan (ich weiß aber nicht, in welchen Bundesländern), da an der Schule ja Praxis meist unmöglich ist, ist hier Kooperation bestimmt möglich.
Zu therapeutischem reiten, das wird dann ja sinnvoller Weise nur in "Einzelbetreuung" gehen, da wurde ja schon viel zum bekannt machen gesagt.
Zum rechtlichen / versicherungstechnischem, für Schulen ist meist die Qualifikation der Anleiter sehr wichtig, da sie sonst die Veranstaltung nicht durchführen dürfen, fürs reiten kenne ich es so, daß mindestens ein Übungsleiter (also Trainernachweis) verlangt wird (anderes, also "nicht anerkannte Zertifikate" werden nicht anerkannt). Das kann aber von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein.
Wenn Du mit Kitas/Schulen zusammen arbeitest, würde ich auch schauen, was über wen versicherungstechnisch abgedeckt ist. Die Pferde werden sicherlich über den Verein versichert sein, da würde ich nachfragen, ob das auch für "Therapiepferde" gilt oder eben auf "Schulpferd" begrenzt ist und wie es bei solchen Kooperationen aussieht, meist muß da offiziell der Verein der Veranstalter sein.
Du brauchst eine Berufshaftpflicht für Dich und evtl. Helfer. Die könnte allerdings auch schon über den Verein vorhanden sein.
Die Kinder sind bei kommunalen Einrichtungen meist über die GUV automatisch unfallversichert (zumindest war das mal so), sofern die Veranstalung offiziell von dieser kommunalen Einrichtung getragen wird. Allerdings ist dieser Schutz recht "spärlich" bemessen. Ebenso haben Vereine meist Unfallversicherungen.
Ich würde als erstes mit der Vereinsversicherung Kontakt aufnehmen und die fragen, was alles "drin" ist und wie Du den Rest am Besten absicherst.
Diese "Elternerklärungen" sind rechtlich sehr umstritten, ich weiß, daß sie gegen Ansprüche von Dritten (Krankenkasse, Rentenversicherung etc.) überhaupt nicht helfen, da Eltern nicht befugt sind, Ansprüche, die diese evtl. haben, in einer Erklärung auszuschließen. (Ich weiß jetzt aber nicht, ob Simone das mit "Elternerklärung" meinte, also so was wie "wir verzichten auf Ansprüche im Schadensfall, alles auf eigene Gefahr etc.", oder ob sie so eine Erklärung wie "ich erlaube meinem Kind, daran teilzunehmen und mein Kind ist gesund und darf reiten usw. meinte, das ist absolut sinnvoll).
Bei Veranstaltungen mit öffentlichen Trägern solltest Du noch unbedingt sicherstellen, daß der Hof / Platz "kindersicher" ist, da gibt es einige Ärgernisse, an die man nie denkt (nicht TÜV-abgenommene Spielgeräte, nicht genügende sanitäre Einrichtungen etc.), ich kenne z.B. einen Anbieter, bei dem sich danach die Eltern über das "Bio-Klo" (Plumpsklo) am Offenstall beschwert haben, das Jugendamt mußte dann (gezwungen durchs Ordnungsamt) ein Chemie Bau-Klo zur Auflage machen, wenn man mit öffentlichen Einrichtungen zusammen arbeitet, kann einem sowas passieren
