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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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 Betreff des Beitrags: Kind zu grob?
BeitragVerfasst: 09. Apr 2008, 20:33:26 
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Beiträge: 23
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Tut mir leid falls so ein Thema schon existiert aber ich hatte nicht die Zeit, das Forum zu durchforsten ;)

folgendes Problem:
ich werde höchstwahrscheinlich in den nächsten 1,5 Monaten ein Kind einzelbetreuen und beschulen. Zusätzlich besitzt die Einrichtung Lamas, Kaninchen und Minischweine. Mir wurde indirekt das OK dazu gegeben, mit dem Kind auch hin und wieder zu den Tieren zu schauen.

das Problem daran: mir wurde mitgeteilt das Kind sei sehr grob und mache keine feinen/sanften Bewegungen. Ich muss dazu sagen ich habe das Kind leider noch nicht gesehen.

Wie geht ihr mit so etwas um? Ich möchte halt nicht, dass das Kind den Tieren weh tut...würde mich über eure Erfahrungen freuen!


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BeitragVerfasst: 10. Apr 2008, 07:34:31 
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Wohnort: Gannertshofen/ Iller
Hallo Winbe,
also wenn ich sehe das Kinder ihre Feinmotorik nicht unter Kontrolle haben, gehe ich sehr viel über Eigenwahrnehmung. Sprich, die Kinder sollen sich mal selber Striegeln, oft ist es ja kein böser Wille, sondern einfach eine Fehleinstellung der Feinmotorik.
wenn es mehr ein grobes Verhalten ist, werden als allererstes ganz klare Regeln aufgestellt. Und ich verweise die Eltern auch an eine Zusammenarbeit mit Ergotherapeuten, außer du bist eine.
Wenn die Kinder mit den Züglen grob sind, ziehe ich meinen Pferden ein Halfter über die Trense und befässtige dort die Zügel. (Bitte kein Sidepull, das kann in so einem Fall, sehr scharf sein)
Vielleicht konnte ich dir helfen,
LG
Simone

_________________
Aber wenn du mich zähmst, werden wir uns brauchen, du wirst für mich einzigartig sein und ich für dich. (der kleine Prinz)


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BeitragVerfasst: 10. Apr 2008, 09:38:57 
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Registriert: 22. Okt 2007, 14:51:34
Beiträge: 23
Wohnort: Wien
danke erstmal für deine Antwort!

Das Kind ist angeblich laut einer psychischen Störung so grob...

Die Idee mit dem sich selbst striegeln werde ich mir merken ;)


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BeitragVerfasst: 10. Apr 2008, 19:35:50 
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Hi!

Weist Du, ich finde es kommt auch darauf an, zu welchen Tieren ihr geht. Kleine, zarte Tiere wie Hasen sind vielleicht dann nicht so ideal? Besser wäre evtl. vielleicht eine Katze, denn die kann sich selber gut "wehren" und sich schnell entziehen?

Meine Erfahrung mit meiner Hündin:

Cisca Bild

Bei uns am Hof war ein sehr schwer körperbehindertes Mädchen. Sie saß im Rollstuhl und konnte nur den Kopf bewegen. Das Mädchen litt an Spasmus.
Cisca ging mit Vorliebe immer super gern von sich aus zu dem Mädel hin. Am Anfang hatte ich bedenken. Denn das Mädchen konnte ihren Spasmus in den Händen natürlich nicht steuern. Einmal griff sie das Ohr meiner Hündin. Das Fell und das Streicheln und die Freude lösten dabei eine spastische Kontraktion der Muskeln der Hand aus und sie griff absolut hart und fest an Ciscas Ohr. Zu erst dachte ich, jetzt ist´s aus *schluck*. Entweder Cisca beißt vielleicht oder geht mir nie wieder zu irgendeinem Mensch hin... :roll: Aber was war: So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie die Cisca das ganz von selber löste! Schon bevor ich überhaupt reagieren konnte, dreht sie sowas von geschickt ihren Kopf und entzog sich dermaßen geschickt dieser Umklammerung, dass ich staunte! Sie war dabei völlig sanft!! Noch heute wundere ich mich über die Fähigkeiten der Tiere! Ich denke, wir trauen ihnen zu oft zu wenig zu.

Zweites Beispiel, das Therapiepferd einer Bekannten:
Ein geistig behinderter Junge war zur Therapie. Er zeigte extrem aggressives Verhalten. Die ersten paar Einheiten kam er zu den Pferden und schlug seinem ihm zugeteilten Pferd plötzlich einfach so während der Stunde ganz unvermittelt auf die Nase. Meine Bekannte wusste sich bald keinen Rat mehr und wollte das Kind nicht mehr zu den Pferden lassen. Aber das Pferd löste das Problem. Als das Kind wieder einmal zuschlug, gab ihm das Pferd mit der Nase einen argen Stups. Das Kind viel hin und war sehr erschrocken! Mit dieser Reaktion hatte er nicht gerechnet. Von da an schlug er nie wieder auf das Pferd.
Bitte jetzt nicht falsch verstehen!!! Das ist natürlich nicht das Mittel der Wahl!

Möchte nur ein Beispiel erzählen, dass sehr oft die Tiere selber (und oft auch besser als wir) in der Lage sind, mit derartigem umzugehen.
Sie können sich sehr oft in einer sehr erstaunlichen Art und Weise selber "wehren" oder eben selber auf sich aufpassen.
Vorausgesetzt sie sind sehr gut sozialisiert (!!!) und auch körperlich dazu in der Lage.
Bei unserer Arbeit in HBP sind die Pferde meist so gut als möglich frei beweglich, gearbeitet wir NIE ausgebunden und eigentlich auch nie mit Gebiss oder Zäumung im herkömmlichen Sinn.

Denke mal, ich würde es auf einen Versuch ankommen lassen.

LG Claudia

LG Claudia :wink:

_________________
„Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte - das Unum des Universums.“
Novalis


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BeitragVerfasst: 11. Apr 2008, 11:47:25 
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danke für deine Erfahrungen!

Ich denke auch ich sollte es darauf ankommen lassen - die Kaninchen werde ich eher meiden aber Ziege und Lama sollten sich schon zu wehren wissen ;)

wie das bei den Minischweinen ist muss ich erst schauen - mit diesen Tieren hab ich noch null Erfahrung...


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BeitragVerfasst: 12. Apr 2008, 13:21:19 
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Beiträge: 1968
Wohnort: tiefstes Niederbayern *gg*
Hallo nochmal!

Grad gestern hatte ich wieder eine ähnliche Erfahrung machen können. Und musste dabei gleich an Deinen Eintrag denken. :wink:

Ein Junge mit ADS war bei mir. Es war seine vierte Einheit. Der Junge leidet an gestörter Tiefenwahrnehmung und merkt nicht, wenn er zu Tieren grob ist. Er durfte gestern meine Stute Sabsi im Wald führen. Dabei begann er mit zunehmender Wegstrecke mit dem Führstrick zu schlackern. Für meinen Geschmack war das viel zu groß und ich war im ersten Augenblick schnell versucht, den Jungen zurecht zu weisen. Aber dann besann ich mich und dachte an unsere Weiterbildung. Auch hier wurde dieses Thema besprochen. Unsere Referentin pochte darauf, die Tiere es selber mit den Klienten abmachen zu lassen. So sagte ich nichts sondern beobachtete. Die Stute ging völlig ruhig und gelassen und ließ sich nicht im Geringsten von der Schlenkerei beeindrucken. Wäre ich an der Stelle des Jungens gewesen und hätte diese Bewegungen gemacht, die Stute wäre schon längst mit hocherhobenen Kopf rückwärts gestürmt. Hier aber war es, als mache er gar nix. Der Junge schimpfte auch hin und wieder mit Sabsi und sagte, das dürfe sie nicht machen! (Obwohl sie völlig ruhig ging!) Da meine Stute ein sehr selbstbewusstes Pferd ist, bin ich mir völlig sicher, hätte sie ein Problem damit gehabt, sie hätte es dem Jungen spüren lassen (Kopf weg ziehen oder ähnliches). Er ließ alles, was er selber ständig einstecken muss, an dem Pferd raus. Es war sein Spiegelbild. Sabsi ging geduldig und ließ ihn gewähren. Ich denke, sie verstand, was der Junge brauchte.

Die Schwierigkeit daran, denke ich, ist, zu erkennen, wann das Pferd tatsächlich Schutz braucht. Die eigenen Gefühle sind dabei sehr wichtig zu beachten.

LG


Meine Stute bei der Arbeit. Sie wehrt sich gegen eine zu grobe Behandlung. Fand ich völlig legitim. Der Junge hat viel von ihr für seine soziale Kompetenz gelernt. Natürlich immer ohne Gefahr für sein Leib und Leben!!!
ClaudiaBild

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„Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte - das Unum des Universums.“
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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13. Apr 2008, 20:23:06 
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Registriert: 22. Okt 2007, 14:51:34
Beiträge: 23
Wohnort: Wien
sehr interessante Geschichte! Danke ;)

denke auch ich werde es dann einfach darauf ankommen lassen...konnte bisher noch nie selbstständig im tiergestützten Bereich arbeiten (bisher nur PRaktika unter Anleitung)...daher meine Unsicherheit...

ab morgen werde ich mit einem Problemkind arbeiten...die Einrichtung in der es wohnt hat Tiere und ich habe indirekt das OK bekommen, dass ich zwischendurch auch gerne mal mit ihm zu den Tieren kann ;)


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