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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
Aktuelle Zeit: 18. Mai 2012, 14:56:47


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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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 Betreff des Beitrags: Hoffnung in und durch die Begegnung mit Pferden....
BeitragVerfasst: 15. Aug 2008, 11:36:40 
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Registriert: 26. Jul 2008, 08:27:53
Beiträge: 23
Lange habe ich überlegt, ob ich hier in diesem Forum (nochmal wieder) schreiben möchte, wenn ja wie und warum und in welchem Rahmen. Nun möchte ich es doch wagen, allerdings unter eigenem Thema.
Ich schreibe, weil ich auf der Suche nach Erfahrungsaustausch bin - deshalb auch unter dieser Rubrik. Ich habe vor Kurzem mehr durch Zufall eine reittherapeutische Begleitung begonnen - bin sehr überrascht, was das alles macht und auch mit mir macht.
Ich habe die Diagnose Dissoziative Identitätsstörung (DIS), früher auch MPS genannt.
Ich hoffe auf diesem Wege Menschen zu finden, die Ähnliches erlebt haben und schreiben können, wie es ihnen in bestimmten Punkten ergangen ist. Ich hoffe auf Menschen zu treffen, die von "der anderen Seite" aus schreiben und aus der Sicht der Reittherapeuten aus kommentieren können oder auch Menschen, die diese Zeilen einfach nur so als Interessierte lesen und denen etwas dazu einfällt. Ich suche Erfahrungsaustausch im "klassischen" Sinne!
Was ich nicht möchte ist ein "Ersatz" für Therapiegespräche. Darum werde ich hier inhaltlich auch nicht zu sehr ins Deteil gehen.
Was ich nicht leisten kann ist - ich kann auf niemanden aufpassen, der evtl. diese Zeilen liest. Ich bitte darum meine Beiträge in voller Eigenverantwortung zu lesen und davon Abstand zu nehmen, wenn jemand möglicherweise nicht damit umgehen kann.
Trotz alle dem werde ich bestimmte Worte in meinen Texten nie ganz ausschreiben, weil sie möglicherweise doch mal einen Menschen triggern könnten, der sie liest, obwohl diese Worte in der Regel noch nicht für sich gesehen soweit aus der Reihe fallen... Also wundert Euch bitte nicht. Ich möchte hier niemanden verletzen, lediglich Austausch!
Soweit im Vorfeld.......

Nun zu mir. Ich bin 28 Jahre alt und studiere an einer recht nahmhaften Universität in Norddeutschland. Offiziell bin ich Studentin, Stipendiatin einer recht bekannten und angesehenen Studienstiftung, ich lebe in einer Beziehung und bin verlobt. Mein Partner ist Sozialpädagoge und arbeitet in einer Schule. Außerdem bin ich Voltigiertrainerin, arbeite jeden Sommer mit (fast) frei lebenden Pferden im Ausland - in meinen Ferien sozusagen - und gebe Unterricht an Feriengäste. Offiziell gelte ich als recht erfolgreich, zielstrebig und dergleichen mehr. Eher per Zufall bin ich dazu gekommen Reitunterricht zu geben. Ganz so meine Absicht war es nicht. Doch ich erlebe, dass es Menschen interessiert, was ich sehe, was ich zu sagen habe und wie ich sie korrigiere. Ich wiederum finde es toll, wenn es immer wieder doch eine ganze Reihe Leute gibt, die extra zu meinen Stunden zum Zugucken kommen, das macht mich stolz. Ich habe einen recht stabilen Freundes- und Bekanntenkreis. Ach ja - und von meinen Dozenten habe ich schon des Öfteren gehört, ich sei eine "streitbare" Studentin - die nicht mit dem Strom schwimmt, sich für andere einsetzt und stets eine eigene Meinung hat, auch das ist mir wichtig. Auch wenn es dafür sicherlich auch eine Diagnose gibt :-)...
Zur Zeit bin ich dabei einen Reitverein aufzubauen (seit 3/4 Jahr) - klappt vieles ganz gut - schwierig ist allerdings, dass mein Umgang mit Pferden eher alternativ ist (die Zeit mit den "freien" Pferden hat mich doch schon ganz schön geprägt). Ich bin aber auf einem Hof gelandet, wo ein kleiner aber einflussreicher Kreis von Leuten genau das Gegenteil lebt. Sprich, sie hauen vor den Augen aller ihre Kinder und finden das in Ordnung, ähnlich ist auch die Einstellung zu und der Umgang mit den Pferden... Schlaufis sind Pflicht und was ich betreibe ist aus ihrer Sicht Hokus Pokus und unseriös. Ich bekomme ständig zu hören ich könne nicht reiten und dieses viele Schrittreiten am Anfang sei auch Blödsinn - Einzelne brüsten sich damit, dass sie es schaffen auf noch so buckelnden und steigenden Pferden sitzen zu bleiben, sie stärken sich untereinander - sowas ist halt cool. Ich bin in dieser Gruppe von Leuten "unten durch", seit ich gesagt habe, dass ich Angst habe vor steigenden Pferden und dass ich alles gerne auf eine andere Art und Weise angehe. Manchmal denke ich, dass ich mir hier mein Leben absichtlich schwer mache, indem ich mich in solche Gesellschaft begebe. Aber das ist ein Thema für sich.

Ach ja....... und - ich bin behindert. Ich lebe ein Doppelleben. Denn... Ich habe das, was man eine Dissoziative Identitätsstörung nennt. Diese Diagnose ist in einem offiziellen Verfahren des Versorgungsamtes per langen und ausführlichen Gutachten entstanden. Nach all den Diagnosen, die ich in der Vergangenheit schon bekommen habe ist dies die wohl eine der Brauchbarsten, mit der ich mal wirklich was anfangen kann. Ich weiß, dass diese Diagnose als solche noch nicht überall anerkannt ist und verstehe die Kämpfe darum nicht. Aus meiner Sicht sind Diagnosen eh nur Arbeitshypothesen, mit denen man sich einem Menschen und seiner Erfahrungswelt nähern kann - oder eben auch nicht.
Ich für meinen Teil war bereits 12x in der Klink (oder auch Klapse, wie ich zu sagen pflege). Ich hatte schon sehr viele Therapeuten und wage zu behaupten, dass die Meisten eher ein Reinfall waren. Es gab aber auch ein paar Gute dabei. Grundsätzlich jedoch habe ich schon x-Mal die krassesten Reaktionen von Theras gehabt und bin sehr misstrauisch...
Nun gut, jedenfalls darf meine Studienstiftung, die mich finanziert nichts von meiner Diagnose wissen, die Uni sollte es ebenfalls nicht erfahren und natürlich auch nicht die Kids, denen ich Unterricht gebe. Ich bin ein "normaler" Mensch, mit einem harten Kampf um einen Platz in dieser Gesellschaft und in meinem Alltag weiß ich leider noch nicht immer so ganz, wie ich mit mir und meiner Behinderung umgehen soll. Für jene unter Euch, die mit der DIagnose nicht so viel anfangen können kann ich sagen, dass es sich dabei um eine Traumafolgeerkrankung handelt. Es ist eine Form der Bewältigungsstrategien, in der sich der Mensch zu Nutze macht, dass er viel Phantasie hat und verschiedene "Anteile" seiner Persönlichkeit. Jeder Mensch fühlt sich mal jung und unbeschwert, mal nachdenklich, mal übermütig usw. Dies sind die verschiedenen Seiten eines Charakters. Ist eine Traumatisierung nun so gravierend kann es passieren, dass ein Mensch sich in Gedanken so sehr vorstellt, all dies sei jemandem anderen passiert, dass er diesen "Anteil" seiner Person von sich soweit in Gedanken abtrennt, dass er glaubt, es handle sich um jemand anderem. Das geht bis dahin, dass dieser Mensch regelrecht vergisst, dass es diesen "anderen Anteil" gibt - im Extrem eben beginnt die Seele ein eigenständiges Leben von diesem einen Anteil der Persönlichkeit und teilt sich fortan den Körper mit diesem. Beide "wechseln" sich ab - leben abwechselnd voneinander das Leben des Betroffenen, entwickeln sich weiter oder bleiben auf dem Stand stehen, auf dem sie waren, als sie entstanden. So werden bestimmte Erinnerungen optimal aus dem Gedächtnis verbannt und der Mensch kann sein Leben weiter leben, als sei nichts passiert. Es handelt sich um gelebte Dissoziation. Ist dieses Schema einmal erfolgreich, kann der Betroffene bei jedem folgenden Ereignis, das er nicht bewältigen kann, einfach "eine neue Person" in sich schaffen, die für die Bewältigung des Lebens in dieser Situation und auch sonst zuständig ist. Es entsteht ein "System" von unabhängig voneinander lebenden Personen in einem Menschen, die manchmal voneinander wissen, manchmal auch nicht (co - Bewusstsein). Sie entwickeln nach und nach eigene Vorlieben, haben einen jeweils eigenen Erfahrungshorizont und ein eigenes Wissen.

Für mich heißt das, dass ich inzwischen zwar immer soweit weiß, was ich tue. Aber die Personen in mir "wechseln" sich dennoch ab und ich kann das nur z.Teil steuern. Menschen, die mich nicht kennen, denen fällt das ganz oft nicht auf. In meinem Freundeskreis ist alles allerdings bekannt und jeder hat seine eigene Form gefunden damit umzugehen.

Ich will nicht - so wie es bei anderen ist, in der "wir" - Form angesprochen werden. Denn ich bin ich, auch wenn ich viele bin. Es ist mir manchmal peinlich, wenn ich aus meiner Sicht so offensichtlich "wechsle" und mitten im Gespräch plötzlich die "Erwachsene" gegen ein Kind tauscht. Ich sage dann aus meiner Sicht peinliche Sachen und möchte mich dann Ewigkeiten im Bett verstecken... Anderen fällt das oft nicht auf. Nur manchmal kommt die Rückmeldung ich sei irgendwie "komisch". Ich will kein Mitleid. Ich will keine Extrabehandlung. Und trotzdem schaffe ich manchmal Dinge nicht ohne, seufz. Ich habe gelernt auf mich aufzupassen und bin dennoch latent "su*z*dgefährdet.
Ich will heute etwas an meinem Leben verändern, weil ich finde, dass meine Beeinträchtigungen noch zuviel Einfluss auf meine Partnerschaft und mein Studium haben. Im Bekanntenkreis heißt es immer wieder, ich würde aus ihrer Sicht mal die künftige Landesbischhöfin werden - ich weiß nicht, ob ich jemals arbeitsfähig sein werde und ich weiß auch nicht, in welchem Rahmen...

Zur Reittherapie kam ich durch Zufall. Ich habe einen (Langzeit-)Lehrgang vom Behindertensportverband aus begonnen, eine Trainerfortbildung. Ich habe immer wieder Downsyndrom - Kinder usw. in meinen Gruppen - dafür will ich einen Schein haben.
Nun kam ich in diesen Reitstall und etwas merkwürdiges passierte: Ich kann diesen Stall nicht betreten, ohne zu "wechseln". So krass passiert mir das sonst einfach nirgends. Ich meine, ich achte darauf, dass ich stets "erwachsen" bin, wenn ich Voltigier- und Reitunterricht erteile, ich habe schon einige Pferde eingeritten und habe hier bei mir zuhause nun auch 2 solcher Exemplare stehen, die ich gerade weiter ausbilde. Ich glaube nach 18 Jahren Reiterfahrung sagen zu können, dass ich mich wohl doch im Sattel ganz gut oben halten kann... Doch sobald ich diesen Stall betrete geht "fast" gar nichts mehr. Ich überlege ernsthaft, wie ich lenken soll, wenn ich auf dem Pferd sitze. Ich muss mich irre konzentrieren, wenn ich während der Hospitationsstunden mit behinderten Menschen arbeite, damit ich in diesem Moment "erwachsen" bin. Aus diesem Grund bin ich zu der Leiterin des Lehrgangs hin gegangen und habe ihr mein Problem erklärt. Ich war mutig. Denn all zu oft bin ich schon auf Menschen getroffen, die mir gesagt haben, wenn man so behindert ist wie ich, sollte man gar nicht mit Menschen arbeiten....
Sie sagte etwas anderes: Ich muss mir meiner Grenzen bewusst sein - so wie das jeder andere Mensch auch muss (Meine Grenze ist vor allem eine, nämlich ich arbeite nicht mit seelisch behinderten Menschen - insbesondere Borderline kann ich nicht....).

Und... sie setzte mich aufs Pferd. Und ich erlebte etwas, was ich noch nie zuvor kennengelernt hatte - die Wirkung von ausgebildeten Therapiepferden. Seit dem bin ich mir ganz sicher hier etwas gefunden zu haben, was mir langfristig dazu helfen kann mein Leben weiter zu entwickeln und mich künftig noch weiter zu entwickeln...


Meine Grunderfahrung ist, dass Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter und viele mehr mir immer wieder sagten: Hey, normalerweise müsstest Du in einer Behinderteneinrichtung sitzen und Du studierst - sei froh es dorthin geschafft zu haben, ist doch toll - geb Dich zufrieden!

Immer wieder heißt es, dass niemand wüsste, wie er mich noch therapiern soll, was sie noch mit mir machen sollten und, dass ich aufhören soll weiter zu suchen... Es gäbe kein "Heilung"...
Ich habe eine irre lange Liste von Therapeuten, die mich bereits abgelehnt haben - dabei müsste doch eigentlich ich diejenige sein, die sagt, dass sie mit diesem oder jenen Therapeuten arbeiten kann und will oder nicht...

Aber - ich kann nicht aufgeben! Mir ist als Kind mal diese Zeichnung von Ulli Stein begegnet, wo er diese Maus gemalt hat, die dieses Schild mit dem Wort "dagegen" hochhält. Das habe ich einmal vor langer Zeit zu meinem Motto gemacht. Immer wenn ich das Gefühl habe, jemand will mich ausbremsen, tut mir nicht gut oder sagt ich solle aufgeben, denke ich mir dieses Schild. Das hilft nicht immer, aber oft.
Und so kämpfe ich auch heute noch darum mit mir und meiner Welt klar zu kommen. Ich habe interessante Menschen auf meinem Weg kennengelernt und viele Menschen, die es geschafft haben Hoffnung in eine Welt zu bringen, in der es offiziell kaum eine geben kann.
Ich sehe täglich irgendwelche schrecklichen Bilder aus der Vergangenheit, Gedanken die wieder hochkommen. Schaun wir mal, wie alles weiter geht...


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BeitragVerfasst: 15. Aug 2008, 12:08:23 
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Registriert: 26. Jul 2008, 08:27:53
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Tja nun zu meinem ersten Beitrag...

ich war gestern "mal wieder" im Therapiestall. Meine Reittherapeutin ist derzeit nicht da. Ich komme gerade aus dem Urlaub. Mir ist es wichtig zum Stall Kontakt zu halten, auch wenn die Reittherapeutin nicht da ist, da ich hier für mich einen Raum gefunden habe, wo ich sein kann, wie ich bin. Einen "sicheren" Ort.

Nun wollte ich was anderes machen als Therapeutisches Reiten, also habe ich mir gedacht, ich könne ja mal eine "normale" Reitstunde nehmen...
Hm... habe mich wohl geirrt. Es war zwar nicht mein Therapiepferd, sondern ein anderes. ABER, ich bin voll oft "gewechselt", konnte dieses Pony nur zum Teil lenken und habe die Korrekturen wie durch eine Wattewand wahrgenommen. Ich war hochkonzentriert - aber echt durch. Voll krass - ich habe keine Ahnung warum das dort so ist und was da passiert...

was ich aber weiß, dass ist, dass ich gestern Abend, nachdem ich zuhause war, sofort aufs Sofa gefallen bin und gut 14 Stunden geschlafen habe - und das nach einer Dreiviertelstunde Unterrricht und obwohl ich eigentlich jeden Tag 2h auf dem Pferd sitze. Hääää??? - Kapier ich nicht.
Mein Freund hat gefragt, ob ich Beruhigungsmittel genommen hätte. Hab ich aber nicht...
Ich meine, mir gehts jetzt gut. Ist aber schon ein wenig heftig. Vielleicht sollte ich im Stall mal eine kurze Rückmeldung geben...?


Ansonsten gibt es ein paar gute Neuigkeiten... Nach ewig langer und bisher erfolgloser Suche habe ich einen Therapeuten auftun können. Einen, der sogar gar nicht so weit von meinem Wohnort entfernt seine Praxis hat! Freu!
Die einzige Bedingung, die er gestellt hat ist, dass er nur dann mit mir Therapie macht, wenn ich eine Klinik mit Kriseninterventionsstation im Rücken habe. Also begann die lange Suche von vorne. Denn es muss eine Station in der Nähe sein und ich hatte bisher immer nur eine gut 300km von meinem jetzigen Wohnort entfernt... Und ich will nicht mehr in diese Kliniken, wo man nur mit Medis vollgepumpt wird und dann die Ärzte noch die Diagnose anzweifeln und einen für Aufmerksamkeitssüchtig und völlig Durchgeknallt hinstellen und mangelnden Therapiewillen unterstellen. Ich will mich nicht mehr kassenärztlich bezahlt beschimpfen lassen...!
Doch, wunder nein, ich bin tatsächlich fündig geworden. Ich hatte gestern morgen noch gut 1h mit der Oberärztin einer Station gut 90km von uns entfernt gesprochen. Sie kennt nicht nur die Diagnose DIS, sondern arbeitet auch auf der Trauma - Therapiestation der Klinik und arbeitet nach dem Bielefelder Modell.... :lol: .
Am Telefon erklärte sie mir, dass die dort Medikamente nur dann ausgeben, wenn der Patient es wünscht. Sie erklärte, dass sie ein Bezugspflegesystem haben und einen strukturierten Tagesablauf mit Morgenrunde, Ergotherapie und Krisengruppe - sprich - es wird etwas mit den Leuten gemacht! Nun habe ich tatsächlich eine Absprache mit einer Station, dass ich jederzeit in der Krise für 2-6 Tage kommen kann um mich wieder zu sammeln. Außerdem sagte sie, dass sie dort ihre Patienten absichtlich nicht im Plural ansprechen, um das Krankheitsbild nicht noch zu stärken. Hm, finde ich echt gut - kann ich was mit anfangen.

Also, alles in allem echt krasse Veränderungen. Finde ich gut. Bin gespannt, was meine Reittherapeutin sagt, wenn sie wieder kommt. Als wir uns das letzte Mal vor meinem Urlaub sahen, da sagte sie noch, dass ihr nicht so ganz wohl dabei ist, dass ich sonst keine Therapie mache usw.
Tja, jetzt habe ich wohl das Netz mit doppeltem Boden...
Viele Grüße...


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BeitragVerfasst: 15. Aug 2008, 12:39:46 
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Hallo Tigger! ;)

Schön, dass Du den Mut, die Lust und die Zeit gefunden hast, hier in diesem Forum zu schreiben.

Habe Deinen Bericht oben sehr aufmerksam durchgelesen und muss sagen, ich fand es voll interessant! Gerade aus der Sicht des Pädagogen/Therapeuten sind subjektive Berichte von Betroffenen meiner Meinung nach absolut lehrreich.
Darum danke ich Dir für Deine Offenheit und Dein Engagement in dieser Hinsicht.
Deine Sichtweise des Forums finde sich sehr gut. Auch ich finde, dass Beiträge und deren Antworten niemals ein Therapie-Ersatz sein können! In einem öffentlichen Forum wird es das nicht geben können. Und ich finde gut, dass Du das so klar formuliert hast.



Wegen der Wechsel bei den Pferden:
Bei meiner Ausbildung zum HBP lag ein Schwerpunkt auf dem Erkennen eigener "Schatten" und Verhaltensweisen, die daraus resuliteren.
Darum kenne ich die Wirkungsweise und die Art der Wirkung von Pferden nur zu gut - wenn man sie denn endlich einmal wirken lässt! ;) Wenn man mit Pferden arbeitet und sie reitet und sich dabei auf die Arbeit konzentriert, ist das etwas ganz anderes als die Pferde wirken zu lassen. Darum kann ich nur zu gut verstehen, was Du meinst und ich kann auch super gut nachemfinden, wie es Dir bei den Therapiepferden geht.

Ein Beispiel: Wir sollten im Zuge unserer Ausbilung uns ein Problem aus unserem Alltag vorstellen. Eine Angst, etwas Unangenehmes, egal was. Wir gingen mit den Pferden hinaus in´s Gelände spazieren. Immer zu zweit ein Pferd. Niemand ritt und wir sollten nicht sprechen. In Gedanken sollten wir nun unser Problem auf das Pferd setzen.
Wieder zurück wurden wir nach unserem Empfinden befragt, wenn wir nun an unser Problem denken. Das unangenehme Gefühl war bei mir weitestens gelindert - ich hatte ein Gefühl, als hätte jemand Heilsalbe um mein Problem geschmiert... ;) Weist, was ich mein?
Wollte dieses kleine Beispiel von vielen Dingen nur kurz anführen, weil ich es so phantastisch finde, welche wundervolle Wirkung Pferde haben. Wenn wir sie denn lassen!!!
Darum laufen bei mir Einheiten auch so ab, dass wir sehr viel am und beim Pferd arbeiten - nicht immer nur auf dem Pferd. Und immer sind die Pferde so wenig wie möglich "verpackt". Also fast immer ohne Sattel und immer ohne Gebiss oder ähnlichen Zäumungen. Schon gar nicht ausgebunden. Die Pferde sollen agieren und reagieren können.
Ich habe im Zuge meiner Ausbildung die wundervollsten Dinge mit den Pferden an mir erlebt! Bis dahin wusste ich nicht, was in einem Pferd steckt. Es war erstaunlichst!!!

Wegen der Verantworung: Weist Du, im ersten Moment als ich las, Du arbeitest mit Kindern, dachte ich auch tatsächlich bei mir: "Ist das nicht gefährlich?" Aber im zweiten Moment dachte ich, ich seh Dich nicht, ich kenn Dich nicht - Du wirst wissen, was Du tust und was Du Dir zutrauen kannst. Ich habe keine DIS, aber mir sind schon Fehler passiert während der Arbeit mit Kindern. Und es wurde auch schon mal gefährlich, weil ich etwas versäumt habe... Niemand ist vollkommen und perfekt. Also - Du wirst Deine Grenzen schon kennen, denke ich. ;)

Wünsche Dir viel Spaß und Freude mit den Pferden in der Therapie und viel Erfolg und Gottes Segen für Deine Arbeit!!!

Alles Liebe!

Claudia

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„Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte - das Unum des Universums.“
Novalis


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BeitragVerfasst: 15. Aug 2008, 12:52:40 
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Hallo Claudia,

ich muss jetzt gleich los und habe nur zu kurzer Antwort Zeit... Vielen Dank für Deinen Abschluss - Gruß :wink:

@ "Verantwortung" - weißt Du, ich habe im Studium häufig viel mehr Verantwortung, als mit den Kids - ... und, ich habe das Glück meine "Wechsel" zwischen den einzelnen Personen soweit steuern zu können, dass ich in dem Moment wo ich diese Arbeit mache entweder "erwachsen" bin, oder die Stunden vertreten lasse. Ich arbeite nie alleine, habe immer ein bis zwei Helfer dabei, die mich auch vertreten, wenn ich nicht da bin. Ja, es ist kein ganz einfaches Thema. Aber ich denke auch, dass DU recht hast, wenn Du sagst, dass man aus der Entfernung all das kaum beurteilen kann. Ich würde heute auch nicht generell ja oder nein zu diesem Thema sagen und mich aus der Ferne positionieren. Denn ich habe inzwischen sowohl aus meiner Sicht sehr kompetente "Reittherapeuten" und Trainer mit eigenen Erfahrungen in der Therapie kennengelernt, wie auch Menschen, die es aus meiner Sicht nicht gebacken bekommen haben...

Diese Diskussion können wir gerne mal an anderer Stelle fortsetzen :-)...


Viele Grüße


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BeitragVerfasst: 15. Aug 2008, 18:12:44 
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freu, ein Erfolgserlebnis, das ich mitteilen möchte... (sowie ich es hier zu Hause schon der halben Welt mitgeteilt habe, grins...)

war gerade bei den Pferden... Nachdem ich nun schon echt deprimiert war wegen der einen Stute, die ich bei mir zuhause arbeite, kam ich heute endlich mal zu einem Ergebnis... Sie hat den Rücken gehoben... :-)
An das kleine Stütchen kam ich mehr durch Zufall - habe sie im Februar aus einer Garage "befreit"... Anfangs hat sie nur um sich gebissen und getreten... An Reiten war nicht zu denken. "Alles" mit sich machen lassen und unter dem Gurt und Sattel bewegen lässt sie nun schon seit ein paar Monaten... ABER, Problem war, dass sie echt so richtig verkrampft war und der Rücken war "bretthart" - wie mein Freund sagen würde... Man, ich habe echt soviel angestellt mit diesem Pferd, an der Longe, unter dem Sattel, Bodenarbeit und, und und...
heute dann kam endlich mal ein deutlich sichtbares Ergebnis... Nicht nur deutlich sichtbare Dehnungshaltung, sondern ein aktives Nutzen der Rückenmuskulatur, vorsichtiges Auftellen des Rückens und Untertreten - ohne sich hinter dem Zügel zu verkriechen und den Rücken wegzudrücken... Wunder nein,... Und dieses Tier (komische Mischung aus Traber, etwas unheimlich "langem - nach hinten raus-" und einem Pony) kriegt tatsächlich Bewegung. Hm, hätte ich bis vor Kurzem noch für nahezu unmöglich gehalten...


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BeitragVerfasst: 15. Aug 2008, 19:39:06 
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Tigger hat geschrieben:
Diese Diskussion können wir gerne mal an anderer Stelle fortsetzen :-)...


Danke, nein... ich habe keinen Diskussionsbedarf... Wie ich schon sagte, Du wirst wissen, was Du tust. ;) Deine Einträge machen einen sehr hellen, wachen, aufgeschlossenen und realitätsbewussten Eindruck von Dir. Also - wie sich schon sagte, Du weist das selber am Besten. ;)


Wie sehr man sich über so einen Erfolg freuen kann, kann ich mehr als verstehen!!! Hab mir eine Stute gekauft und mache grad ein wenig ähnliches mit... ;) *jammerundfreuundjammerundfreu* ;)

Gratuliere Dir!! War sicher ein sehr hartes Stück Arbeit!! *schulterklopf*

LG Claudia

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BeitragVerfasst: 26. Aug 2008, 22:18:09 
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Hallo Tigger,
ich bin einer von den interessierten Mitlesern, die weder auf der einen, noch auf der anderen Seite stehen. Ich stehe vielmehr in der Mitte und halte die Longe. :wink: Ich habs mehr mit den Pferden, Zucht, Aufzucht, Ausbildung etc. Mich interessiert das alles sehr, was Pferde aus Menschen locken können(nicht nur Pferde, Tiere überhaupt) und ich lese hier oft nur und bin fasziniert was möglich ist.
Ich nehme mir jetzt mal heraus dir etwas zu antworten, auch wenn ich von Reittherapie null Ahnung habe.
Beim lesen deines Beitrages kam mir in den Sinn, dass deinem "Wechseln"
Grundlagen der Quantenphysik zugrunde liegen könnten.
D.h. je nach dem, welche Energien grad in dem Stall unterwegs sind, holst du die ähnlich schwingende Person hervor. Genauso auf dem Pferd. Ich könnte mir gut vorstellen, dass ein "gewöhnliches" Pferd überfordert mit deinen vielen Persönlichkeiten ist, es ständig "sucht" zu entsprechen, sich einzustimmen und dabei immer andere bei dir hervorruft. Entschuldige, wenn das etwas unprofessionell klingt, ich habe ,wie gesagt, keine Ahnung von Reittherapie. Ich habe lediglich versucht es mal aus der Sicht des Pferdes zu sehen und meine Gedanken einfach aufgeschrieben.
Übrigens liest du gern? Ich musste die ganze Zeit auch an ein Buch denken. "EinsSein" von Richard Bach. :wink:

Und, es tut mir sehr leid, was dir angetan wurde und ich wünsche dir Leichtigkeit in allem Sein.

LG Katrin


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BeitragVerfasst: 23. Sep 2008, 10:38:47 
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Hallo Katrin,
hat etwas gedauert, dass ich antworten kann, bin unerwarteter Weise kurzfristig in der Klinik gelandet und dort auch gleich auf die Traumatherapiestation verlegt worden - tja und wenn man schonmal da ist, dann dauert das alles auch ein wenig...

Zu Deinen Anmerkungen: Hm, bis vor nicht all zu langer Zeit hätte ich ganz sicher behauptet, dass meine Pferde mit meinen Wechseln nicht so viel zu tun haben, wenn ich sie "arbeite".
Das ist ja nicht der Regelfall, dass ich ständig in großem Umfang "wechsle", sondern eher ein Streßphänomen oder eines was auftritt, wenn ich so ganz entspannt bin, wie in der Reittherapie... In der Regel sind die "Veränderungen" eher so, wie wahrscheinlich bei der Mehrzahl der Menschen auch - wenn sie ganz "normale" Stimmungsschwankungen haben...
Doch inzwischen habe ich schon gemerkt, dass es einen Unterschied gibt, wie sensible die Pferde auf ihren Reiter achten. So reagiert die kleine Stute, die ich reite eher auf die Hilfen und wenn es sich annähernd so wie bekannt anfühlt, dann macht die das so. Da habe ich nicht den Eindruck, dass die damit ein Problem haben könnte.
Nicht mehr so ganz sicher bin ich mir inzwischen bei der großen Stute, die ich regelmäßig reite. Ich habe mal drauf geachtet. Ich glaube inzwischen, dass sie doch schon auf kleinere "Veränderungen" bei mir reagiert und so viel mehr versucht ihren Willen durchzusetzen. Ich weiß nicht, ob es sie wirklich verunsichert, denn sie ist sehr selbstbewusst. IIch glaube inzwischen, dass es gut ist bei der Stute dauerhaft noch einen Mitreiter drauf zu haben... von daher war alles ein guter Hinweis, ...
Dass sich die Pferde versuchen mir wirklich anzupassen, das ist allerdings hauptsächlich eine Erfahrung aus der Reittherapie, die ich sonst noch nicht so intensiv gemacht habe...

Ob alles der Quantenphysik zugrunde liegt???

:wink: das weiß ich wirklich nicht. Klingt aber witzig...

viele Grüße
Anja


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BeitragVerfasst: 23. Sep 2008, 18:38:42 
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Hallo Anja,

wollt nur schnell sagen, dass ich auch die Erfahrung mache dass es sehr sensible Pferde gibt (wie mein Kleiner Dicker auch) die sich sehr schnell umstellen können.

Manchmal kommen bei mir richtig krasse Panikattacken. Woher weiß ich nicht. Letzte Reitstunde zb. war es so dass ich auf meinem Dicken saß und plötzlich Angst kriegte, wovor weiß ich bis heut nicht. Schon als ich diese Angst noch gar nicht richtig wahrgenommen habe ist mein Dicker langsamer gelaufen, ja fast stehen geblieben. Für mich war das echt ne hammergeniale Erfahrung, zu merken wie sensibel und schnell er auf meine Stimmungswechsel reagiert.

Sorry weiß ned ob das so richtig zu deinem vorigen Beitrag passt aber wollt das mal sagen *smile

Liebe Grüße
Rolli-Pferdenärrin

_________________
Dein Pferd ist dein Spiegel,
der deine guten und schlechten Launen unverfälscht wiedergibt.

Sieh hinein in das Auge deines Pferdes,
aber erschrecke nicht vor der Wahrheit.
(Bent Branderup)


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BeitragVerfasst: 25. Sep 2008, 08:05:35 
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Hi Rolli-Pferdenärrin,

schon krass, nicht? Ich frage mich nur immer, welche Konsequenzen man aus diesen Erfahrungen ziehen kann...
Ich meine, Ziel sollte doch immer sein, dass man sein eigenes Reiten, die Beziehung zum Pferd oder aber zu sich selbst (vielleicht auch alles zusammen) immer ein wenig verbessert, bzw. vorantreibt...

Hm, ... Ich glaube, dass ich mir öfter noch als bisher ein "Korrektiv" von außen ranhole, d.h. jemand der mich unterrichtet, bzw. jemand, der zumindest von außen ein wenig kommentiert, was ich da auf dem Pferd mache... Ich glaube, dass die Stute und ich uns sonst zu sehr um uns selbst drehen...

Ansonsten kann ich sagen, dass ich gerade in stationärer Therapie bin, dass ich zum ersten Mal auf einer Therapiestation außerhalb Bielefelds in einer Klinik in Hamburg wirklich auf Ärzte treffe, die Ahnung haben und mich weiter voranbringen. Ich lerne, dass meine einzelnen Innenpersonen besser miteinander klar kommen und sich weniger ablehnen... Ich bekomme Imaginationsbilder gegen Flashbacks und kleine Tipps mit an die Hand, wie ich mit meinem inneren Chaos klar kommen kann. Das wichtigste aber ist: Ich darf immer wieder nach Hause, darf weiter reiten usw. auch während ich in Therapie bin...

Heute dann bin ich eben gerade schon auf meiner großen Stute geritten, die so ganz dolle alles spiegelt und das war total toll, die lief so gut und ich bin voll happy!!!

Ansonsten habe ich einmal mehr den Hinweis bekommen, dass ich in meinem Alltag Freiräume schaffen muss, wo "die Kinder" in mir Zeit bekommen - ich werde in der Klinik zum Spielen angehalten. Hmmm... ich bin 28 Jahre alt und studiere, ich diskutiere mit Menschen, die durchaus was zu sagen haben ... und jetzt soll ich spielen??? Fühlt sich voll dämlich an. Da ist es sehr viel einfacher sich mal einfach nur so auf dem Pferd führen zu lassen... Da ist die Hemmschwelle nicht so groß!!!

Viele Grüße
Anja


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Beiträge: 946
Wohnort: Schifferstadt
Tigger hat geschrieben:
Hmmm... ich bin 28 Jahre alt und studiere, ich diskutiere mit Menschen, die durchaus was zu sagen haben ... und jetzt soll ich spielen??? Fühlt sich voll dämlich an.


Hallo,

das kann ich absolut vorstellen - das sollte jeder wirklich mal tun. Ich habe da auch meine "Spielzeuge", genieße es aber auch mit meiner Tochter zu spielen...

...und ich bin noch etwas älter :wink:

Da finde ich absolut nix dabei, genieße es!

LG :wink:

_________________
Wo kämen wir hin, wenn alle nur sagen würden "Wo kämen wir hin?" und keiner ginge, um zu schauen, wohin man käme, wenn man denn ginge?


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Hmmm........... :shock: :wink: :?:

überleg....


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BeitragVerfasst: 25. Sep 2008, 11:27:11 
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Registriert: 23. Mär 2005, 20:45:25
Beiträge: 946
Wohnort: Schifferstadt
Tigger hat geschrieben:
Hmmm........... :shock: :wink: :?:

überleg....


Mein ich ernst.

Allerdings sind "meine Spielzeuge" jetzt mehr technischer Art, der Umgang ist aber dennoch eindeutig als "spielen" zu betrachten...

LG :D

_________________
Wo kämen wir hin, wenn alle nur sagen würden "Wo kämen wir hin?" und keiner ginge, um zu schauen, wohin man käme, wenn man denn ginge?


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BeitragVerfasst: 25. Sep 2008, 11:50:55 
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Registriert: 26. Jul 2008, 08:27:53
Beiträge: 23
Hm, was ich vielleicht noch so (mit-) teilen möchte ist, dass es in der Klinik voll gut tut, dass alle, sowohl die Therapeutin, wie auch das gesamte Pflegepersonal mit meinen Innenpersonen redet. Alle nehmen jeden ernst und sprechen so mit den Innenpersonen, wie sie es für altersangemessen halten. Dennoch bleiben sie immer beim "Sie" und bei der Anrede mit meinem Nachnamen. Über konkrete "Bilder" aus traumatischen Situationen darf ich nur mit der Therapeutin reden. Doch mit bestimmten Situationen umzugehen, das helfen mir die anderen auch.
Konkret heißt das, dass ich in der Thera an ein schönes Erlebnis denken sollte. Ich sollte ganz konkret davon erzählen und dieses Bild gedanklich einfrieren. Wann immer jetzt ich in die Vergangenheit abtauche und die traumatischen Bilder wieder vor mir sehe, dann soll ich dieses schöne Bild dagegen setzen. Und das soll ich immer und immer wieder üben.
Dann sollte ich einzelnen Innenpersonen mit speziellen Funktionen Namen geben. Ich war bisher immer dagegen, weil ich finde, dass ich immer noch ich bin.
Doch so in der Situation, wo ich total in mir verschwinde und die Innenkinder mein Leben leben, da hat es sich als nützlich herausgestellt, wenn ich selbst jemanden in mir ansprechen kann, der darauf hört, so dass ich mich selbst wieder "klar" - kriegen, d.h. auf Befehl wieder erwachsen werden kann.
Und so machen es auch z.B. die Krankenschwestern usw., teilweise sagen die dann: "jetzt will ich mit ... sprechen"...
Darüber hinaus hat die Thera mit mir die Übung vom inneren Helfer gemacht, eine Phantasiefigur die man sich ausdenkt, z.B. eine kleine Elfe, die einem dabei hilft in schwierigen Situationen, diese zu bewältigen. Die ist sozusagen immer da und steht einem bei.

Ich bin/war in der Regel immer sehr kontrolliert. Dadurch kann ich im Alltag viele "Wechsel" verhindern bzw. kontrollieren. Wenn dann Situationen waren, wo die Umgebung den Innenpersonen sicher genug erschien, dann wurde für mich alles total chaotisch. Hm, ich glaube, das war/ist auch in diesem Therapiereitstall das Problem/Phänomen, warum ich dort nicht erwachsen sein konnte und immer gewechselt bin.

Jetzt in der Klinik war ich fast zwei Wochen nur Kind, bin ständig "gezwitcht". Langsam bekomme ich Werkzeuge an die Hand, damit das alles für mich besser steuerbar ist. Es ist eine etwas andere Form von Kontrolle, die ich bekomme.

Grundtenor ist aber immer, dass das Wechseln nicht schlimm ist, dass es z.T. zu meinem Leben dazugehört und seinen Platz braucht. Niemand hier versucht mir zu erzählen, dass ich mich mehr zusammenreißen und erwachsen sein soll! Ich glaube, ich bin diejenige, der alles am Peinlichsten von allen ist... Nicht die anderen haben ein Problem mit mir, ich habe es...

Und trotz allem - ich werde ernst genommen und mir wird was zugetraut, ich bin hier nicht die "irre", für die ich mich manchmal irgendwie doch halte. Die Leute gehen so mit mir um, als ob man mir ganz normal alles zutrauen und von mir alles erwarten kann, wie von jedem anderen Menschen auch. Ich muss "lediglich" meinen Alltag besser organisieren - Spielzeit und Auszeiten eben. UND... die Thera kann ganz schön streng werden, wenn ich diesen Auftrag zu locker sehe... :roll:

Viele Grüße


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BeitragVerfasst: 25. Sep 2008, 11:53:09 
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Registriert: 03. Jan 2008, 22:11:52
Beiträge: 654
Ich bin auch schon 25 und spiel oft wie ein kleines Kind. Bin auch im Stall manchmal wie ein kleines Kind. Meine Reitlehrerin und ihr Helfer (meine Pferdeeltern *grins) stört das nicht und mein Kleiner wie gesagt stellt sich da so schnell um dass ich oft sehr erstaunt bin über ihn.

LG
Rolli-Pferdenärrin

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Dein Pferd ist dein Spiegel,
der deine guten und schlechten Launen unverfälscht wiedergibt.

Sieh hinein in das Auge deines Pferdes,
aber erschrecke nicht vor der Wahrheit.
(Bent Branderup)


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