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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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BeitragVerfasst: 26. Sep 2008, 21:22:16 
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Registriert: 26. Jul 2008, 08:27:53
Beiträge: 23
vorläufiges Abschlussgespräch in der Klinik:

1. Nächster Intervall für Klinikaufenthalt ist geplant und DIS IST "HEILBAR" - bin überrascht...
2. Konkrete Aufgaben für Zuhause habe ich mitbekommen!

3. KEIN REITUNTERRICHT IN LERNPHASEN und Arbeitsphasen, absolutes NoNo! Problem: Bis zu einem bestimmten Punkt in der Therapie müssen die inneren Kinder ihren Platz im Alltag haben, beim Lernen kommt die Entspannungszeit sowieso zu kurz, da ist alles, was für die "erwachsenen" Anteile ist nicht gut - da die Kinder zu kurz kommen und ich so zusammenklappen muss - als logische Folge.

ALSO: Ich muss meinen Alltag umorganisieren, geschützte Zeiten schaffen, wo ich wechseln kann und dann ist nur spielen angesagt und abhängen, usw. - im Stall keinen leistungsorientierten Unterricht, sprich auch neue Wege finden, wie das Pferd zu seinem Recht kommt.... Eigener Dressur- und Springunterricht nur noch, wenn sicher gestellt ist, dass ausreichend Zeit für die Kindlichen Anteile war...

Noch keine Ahnung, wie das klappen soll - mal schauen.


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BeitragVerfasst: 26. Sep 2008, 21:27:47 
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Registriert: 26. Jul 2008, 08:27:53
Beiträge: 23
.... Ach so, nicht dass das falsch verstanden wird...
Reitunterricht ist tabu,

ABER, was ich darf ist geführt werden, drauf sitzen wenn jemand anders longiert usw.
Wichtig ist halt, dass es ein Rahmen ist, in dem ich wechseln (switchen) darf...
Also Reittherapie ist o.k. ... - solange ich Kind sein darf und die Reitlehrerin/Therapeutin darauf klar kommt...


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BeitragVerfasst: 07. Okt 2008, 15:34:38 
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Registriert: 26. Jul 2008, 08:27:53
Beiträge: 23
... und alles geht weiter...

Erste Lösungen sind gefunden, neue Herausforderungen stehen bereit!

Das Pferdeproblem scheint erstmal vom Tisch. Ja, ich habe erkannt, dass ich vielleicht "meine" große Stute derzeit nicht alleine reiten sollte, beim jetzigen Stand der Dinge. Nun ist alles so geregelt, dass eine sehr reitbegeisterte Reitbeteiligung mit jeder Menge Reiterfahrung (A/L-Dressur) sie noch mitreitet, ebenso wie meine Reitlehrerin. Das bekommt uns allen sichtlich gut.
Überhaupt entwickelt sich der Reitbetrieb den ich hier seit 9 Monaten aufbaue genau in die richtige Richtung. Langsam trägt sich alles wirklich gut, wir haben in der kurzen Zeit ganz schön viele Drittmittel eingenommen und so alles auf ein gutes Fundament stellen können, die Pferde entwickeln sich gut und ich habe (genau zum richtigen Zeitpunkt) nur noch ein Viertel der Arbeit, die ursprünglich anstand. Das ist echt gut.
Und auch sonst werde ich weiterhin noch mehr Arbeit abgeben. Gute Reitlehrer stehen in Startposition, derzeit geht es hauptsächlich um Übergabezeiten. Ich werde künftig nur noch an einem Tag in der Woche selbst hier ehrenamtlich (mit angemessener Aufwandsentschädigung) aktiv sein und habe gut Zeit für die Uni, meinen Freund UND MICH!


Auch von der Therapie her ergeben sich krasse Sachen...
Seit ich aus der Klinik entlassen bin bin ich ja dabei mir ein Netz aufzubauen. Irgendwie muss ich es schaffen all die Dinge zu lernen und zu machen, die mir seitens der Thera aufgetragen wurden.

Ist nicht ganz einfach...

So zum ersten:
DAS SPIELEN!
Ich mache mich zum Vollidioten - aber merkwürdiger Weise hilft und funktioniert es...!
Zweimal in der Woche treffe ich mich jetzt mit der Mutter meines Freundes (der Waldorfpädagogin) und wir spielen. Ich hätte echt gedacht, dass ich mich nicht darauf einlassen kann. Ich meine es ist super dämlich. ABER, wir haben mit Canasta und Kartenspielen, Mensch Ärgere Dich nicht usw. angefangen, mittlerweile sind wir beim Vorlesen und ... ich switche tatsächlich. Und ich hatte echt gedacht, dass großartige Dinge passieren, dass ich ständig irgendwelche Flashbacks bekomme, dass meine Innenkinder anfangen von ihren Erlebnissen zu erzählen oder so was. ABER, nichts. Ich meine o.k., mal ein komisches Gefühl, manche Innenkinder haben immer Bauchschmerzen. Aber eigentlich ist alles was passiert, dass wir völlig entspannt spielen, viel lachen, ich nach den veranschlagten 3 Stunden völlig fertig bin und nahezu den ganzen restlichen Tag schlafe und ... krasser Weise bin ich total entspannt nachher. Dieser heftige Druck, der sonst immer da ist, der ist weg.
Ach ja und ich kann im Alltag viel mehr Zeit wirklich erwachsen sein. Und das ist sehr gut - vor allem auch im Hinblick auf meine Lernerei für die Uni...

zum zweiten:
Namen geben - nach langen Überlegungen gebe ich, bzw. geben mein Freund und ich den einzelnen Innenpersonen nun doch Namen. Etwas krasses passiert daraufhin - 1. Ich nehme "Wechsel" viel bewusster wahr.
2. Mein Freund nimmt sie auch deutlicher wahr und kann viel besser reagieren in der einen oder anderen Situation.

zum dritten:
meine Reittherapeutin hat sich dazu bereit erklärt mit mir weiter zu machen. Ich kann bei ihr das gezielte Switchen üben...! Ich glaube, dass das gut gehen wird! Bald gehts los, bin irgendwie ein wenig aufgeregt - wobei ehrlich gesagt switche ich eh ständig, wenn ich dort auf dem Hof bin - es wäre eher erstaunlich oder ungewöhnlich, wenn ich es schaffen würde mal einen Tag lang dort zu sein und nur "erwachsen" zu sein.
Seufz. So wirklich ich, ich meine die, die hier zuhause den Reitunterricht gibt, die zur Uni geht usw., die war noch nicht im Stall der Reittherapeutin wirklich da... PEINLICH....
Mir ist nur wichtig, dass die Reittherapeutin Erfahrung mit Leuten hat, die Traumafolgeschäden haben - und das hat sie. Ich habe immer große Sorge, dass meine Innenkinder vielleicht doch mal was erzählen können außerhalb der eigentlichen Therapie, denn mit das Schlimmste was passieren kann ist, dass ich SCHON WIEDER einmal einem hilflosen Therapeuten gegenüber stehe, der die Geister, die er rief nicht auffangen kann.
Ich meine ganz ehrlich, ich glaube, dass ich mein Leben relativ gut im Griff habe, ich gehe wieder zur Uni, ich lebe in einer festen Partnerschaft. Und ja, ich habe auch mit den Folgen meines Traumas zu kämpfen und das nicht zu knapp. ABER, ich bin nicht völlig verrückt, das Switchen wird von "Orthonormalbürger", den ich irgendwo mal treffe eigentlich nicht wahrgenommen (denn die eigentlich krassen Wechsel kann ich auf den geschützen privaten Raum verlagern). Es gibt Menschen die denken, dass ich unglaublich fit, kompetent usw. bin. Ich glaube, dass das in manchen Bereichen sicherlich zutrifft, gleichzeitig aber trügerisch und gefährlich ist.

Denn wenn ich wirklich mal nen größeren Wechsel auf dem Pferd habe kann ich nicht ausschließen, dass ein Innenkind sich mal verplappert. Und ja, ich habe u.a. miterlebt, wie Kinder g*storb*n wurden, sprich r*tuell mit dem M*sser. Ich habe festgestellt, dass meine Therapeutin in der Klinik da voll gut mit klar kommt. Auch wenn es mal in der Schilderung ins Deteil geht. Aber ich habe auch schon erlebt, wie ich nur aus meiner Sicht eine "Kleinigkeit" erzählt habe und die Therapeutin aus einer anderen Klinik, in der ich früher war, förmlich erstarrt ist.
Wenn ich aber in Innenkinder switche, so gibt es welche dabei, die kennen die Grenze zwischen Leben und Tod - sich verletzen oder auch nicht, nicht so wirklich. Es gibt da so einen kleinen Lemming, wo die Thera in der Klinik sagte, dass diese Innenperson wahrscheinlich von den Tätern her gemacht worden ist, die will tot sein und fühlt auch fast keinen Schmerz. Ich, als Erwachsene und sehr lebensbejahende Frau weiß, dass das nicht gut ist...

Die Reittherapeutin bei der ich jetzt bin, die ist immer extrem "übervorsichtig" und nachdem sie einmal einem Innenkind was zum Thema "Schuld haben oder eben auch nicht" erzählt hat, hat sie wohl erst im Nachhinein gerafft, was da passiert ist und anschließend erstmal ein paar Stunden tunlichst vermieden überhaupt mit einem Innenkind zu reden. Dennoch hat sie es immer geschafft den "Raum" sicher zu machen, d.h. meine Innenkinder wissen nicht, dass die Vergangenheit vorbei ist und rechnen immer noch jeden Moment damit, dass was Schlimmes passiert. Da habe ich aber in der Reittherapie immer das Gefühl, dass alles ganz sicher ist.
Ich glaube fest daran, dass sie mich auffangen könnte, falls ich mal in ein Innenkind switche, wo ich alleine nicht zurück wechseln kann.
Zumindest würde sie sicher aufpassen können, dass alle Wasserhähne anschließend vor mir sicher sind und ich nicht auch noch den Stall flute :-)

Nein mal ehrlich, was ich wichtig finde ist, dass neben der Reittherapeutin auch der Stall "sicher" ist. Dass alles einen gewissen Rahmen hat. Ich brauche die Halle und die festen Stallungen, die Gewissheit, dass es zur Not auch Ecken gäbe, wo ich mich verstecken könnte, wenn ich es müsste. Und wo ich dennoch einen gewissen Überblick habe. Ich weiß, dass ich dort auch in einer Umgebung bin, wo ich nicht gleich was auf den Deckel bekomme, wenn ich peinliche Sachen machen sollte. Ich werde zwar alles versuchen, damit das nicht passiert. Aber falls es mal so sein sollte, dann wäre es auch nicht schlimm...


zum vierten:
Am Freitag habe ich den ersten Termin bei meinem ambulanten Therapeuten - ich bin ja mal gespannt. Hier geht es in erster Linie um Alltagsbewältigung bis zum nächsten Klinikaufenthalt.
Ich weiß noch nicht so recht, was ich von dem halten kann/soll...

Tja und so ist alles gerade sehr spannend und aufregend.
Schaun wir mal, wie sich alles weiter so ergibt...

Viele Grüße Euch allen


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 Betreff des Beitrags: Re: Hoffnung in und durch die Begegnung mit Pferden....
BeitragVerfasst: 02. Dez 2008, 10:09:40 
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Registriert: 26. Jul 2008, 08:27:53
Beiträge: 23
Hallo,

die letzten Wochen war total viel los - nun ... mal wieder Sackgasse... Habe total viel Angst.
Mein Ambulanter Therapeut war ein Reinfall. Jetzt fahre ich einmal im Monat nach Hamburg zur Klinik zum Gespräch. Das ist eigentlich zu wenig.
In der Reittherapie habe ich nach wie vor das Gefühl, dass sich da geniale Chancen für mich hinter verbergen. Ich merke, dass jedes Mal wenn ich da bin, mir das total viel bringt. ABER, ich habe total Angst davor meine Reittherapeutin zu überfordern. Ich habe super Angst weggeschickt zu werden, weil das überall schon so oft passiert ist.
Und, ich habe im Moment noch den Eindruck, dass meine Reitthera oft noch nicht so ganz "versteht" wie ich ticke - besteht manchmal auf ein Pferd mit dem ich so gar nicht kann. Ich versuche mich über Brief zu erklären. Ich kann so etwas nicht persönlich ansprechen - geht gar nicht.
Ich würde mich gerne "fallen" lassen und einfach nur darauf vertrauen, dass alles klappt und gut läuft. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, das mit allem was ich mache und sage ich es für sie schwerer mache, dass ich komme. Eigentlich möchte ich nur verstanden werden.
Ich hatte einen total genialen Lehrgang in dem Reitstall, wo ich auch zur Reitthera gehe. Hat mich auch persönlich sehr viel weiter gebracht.
Trotzdem bin ich jetzt echt down, habe noch keinen neuen Termin zum Reiten - habe nachgefragt - keine Antwort. Ich habe keinen Plan was ich machen soll, wenn ich nicht mehr kommen dürfte.

Vg Anja


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