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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann. Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.
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Joey
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Betreff des Beitrags: Erlebnispädagogischer Reitunterricht kontra Heilpädagogik Verfasst: 04. Dez 2008, 22:10:00 |
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Registriert: 24. Jul 2006, 20:03:35 Beiträge: 1968 Wohnort: tiefstes Niederbayern *gg*
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Hallo!!
Es würden mich Eure Erfahrungen und Meinungen zum Thema Reittherapie/Heilpädagogik mit Pferden und Reitunterricht interessieren.
Zum Hintergrund: Da ich nun vor einem Monat in einen Stall umgezogen bin, bei dem eine Reithalle zur Verfügung steht, habe ich die Möglichkeit ganzjährig wetterunabhängig zu arbeiten. Zusätzlich zum HBP habe ich nun aber auch die Möglichkeit, "normalen" (erlebnispädagogisch orientierten) Reitunterricht zu bieten. Mein Schwerpunkt dabei sind Kinder, Neuanfänger und ängstliche Reiter. Grundkenntnisse und Pferdekunde sind das Ziel. Weiterführenden Reitunterricht kann und will ich nicht geben. Allerdings muss ich sagen, dass es für mich einfach auch ein Mehrverdienst von 40 % ist.
Habt ihr Erfahrungen damit, "zweigleisig" zu fahren? Gute? Schlechte? Was spricht dafür, was spricht dagegen? Meine Berufung ist nach wie vor das HBP. Nur muss ich gestehen, dass es auch hin und wieder ganz erfrischend sein kann, "einfach nur Reitunterricht zu geben". Hoffe sehr, ihr versteht, was ich meine.
LG Claudia
_________________ „Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte - das Unum des Universums.“ Novalis
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hottefarm
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Betreff des Beitrags: Re: Erlebnispädagogischer Reitunterricht kontra Heilpädagogik Verfasst: 05. Dez 2008, 09:41:27 |
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| Postrank 3 |
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Registriert: 23. Jan 2008, 20:07:00 Beiträge: 62 Wohnort: Ringgau
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Hallo Claudia, ich biete ja "Spielend reiten"-Gruppen an. 2-4 Kinder von 3-6 Jahren. Dauer 1 Stunde. Pferd wird gemeinsam geputzt. Meist "normale" Kinder, mit Spaß an Pferden, die in den Regelvereinen keine Lobby haben, da sie noch nicht in das reguläre Reitunterrichtsschema passen. Die Einheiten auf dem Pferd sind immer recht kurz gehalten. Es wird ständig gewechselt. So verlässt die Kinder nie die Kraft und die Konzentration an einer Übung. Wir "spielen" in der Gruppe mit einem Pferd. Spätestens nach der 2. Stunde läuft es immer auf das Selbe hinaus: die Kids entdecken das Tempo! Es werden also Rollen-, Geschicklichkeitsspiele angeboten, bei denen es immer wieder um rasante Einheiten geht. In all meinen Spielend reiten Gruppen kristalisierten sich 2 Schwerpunkte heraus: 1. Aushalten, einfordern,genießen von Geschwindigkeit 2. Sozialverhalten innerhalb der Gruppe (jedes Mal ein schwieriges Thema...) Auch Schnitzeljagd im Wald, oder Äpfelsammeln für die Pferde (Pferd wird dabei mit Einkaufsbeuteln behangen, die die Kids beim Spaziergang dann füllen). Vor 2 Jahren habe ich meinen HIPPOLINI Schein gemacht. Das HIPPOLINI Konzept bereitet Grundschulkinder spielerisch mit kurzen Reitrepriesen auf den Regelunterricht vor, falls Kinder den sportlichen Weg des Reitens gehen wollen. Es wird ohne Gurt und Sattel geritten und schult ungemein das Gleichgewicht. Eine tolle Idee! Kinder führen sich gegenseitig bis hin zum Gallopp, zum Ende hin auch über kleine Sprünge. Das geht natürlich nur mit entsprechend kleinen Pferden. Einlesen kann man sich unter www.hippolini.deDas war für mich eine gute Lösung, pferdeinfizierte Kinder ohne Defizite zu "bedienen", denn von denen gibt es in meiner Region mehr, als das Klientel, auf das ich eigentlich gewartet habe. ...also ein wenig umorientieren und sein Angebot der Nachfrage anpassen... So, nun muss ich erst mal füttern fahren.
_________________ Am Ende der Meisten steht trauernd am Grab das Leben, das nie gelebt wurde.
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Sida
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Betreff des Beitrags: Re: Erlebnispädagogischer Reitunterricht kontra Heilpädagogik Verfasst: 05. Dez 2008, 09:47:28 |
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Registriert: 14. Okt 2007, 12:01:55 Beiträge: 541 Wohnort: Gannertshofen/ Iller
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Hallo Claudia, also ich arbeite ja schon seit 4 Jahren "zweigleisig". Das ist eigentlich daraus entstanden, dass die Kinder bei mir weitermachen wollten, und aber die eigentliche Therapie schon zu ende war. Daraus ist also das Konzept für die integrativen Reitgruppen entstanden. Hier geht es schon darum den Kindern das Reiten korrekt beizubringen, nur geht das alles halt ohne Leistungsdruck und in dem Tempo das sie vorgeben. Und auch bei uns steht die Pferdelehre, und die Pferde als Freund und Partner im Vordergrund. Trotz allem habe ich auch "normale" Kinder, die bei mir das Reiten lernen, weil sie sich in den kl. Reitschulen nicht wohlfühlen. Die Eltern bekommen bei der Anmeldung die Info, das es auch integrativ Kinder gibt, was aber alle ganz bewußt für ihr Kind als gut empfinden. Wir machen jetzt auch schon seit 2 Jahren das kleine Hufeisen, habe hierfür eine sehr nette Richterin. Du mußt halt nur bei der Abrechnung aufpassen, wegen der steuerbefreiung, aber das ist ja dann ein anderes Thema.
LG Simone
_________________ Aber wenn du mich zähmst, werden wir uns brauchen, du wirst für mich einzigartig sein und ich für dich. (der kleine Prinz)
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Joey
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Betreff des Beitrags: Re: Erlebnispädagogischer Reitunterricht kontra Heilpädagogik Verfasst: 06. Dez 2008, 21:57:55 |
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Registriert: 24. Jul 2006, 20:03:35 Beiträge: 1968 Wohnort: tiefstes Niederbayern *gg*
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Hallo!
Danke Euch für Eure Einträge!
Sida: Allerdings ein Thema, das mich jetzt hier mehr als interessiert. Denke mal, das ist schon sehr informativ. Magst mir mehr dazu sagen? Wie ist das dann mit der Steuer? Und warum Steuerbefreiung?
LG
_________________ „Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte - das Unum des Universums.“ Novalis
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Martina
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Betreff des Beitrags: Re: Erlebnispädagogischer Reitunterricht kontra Heilpädagogik Verfasst: 06. Dez 2008, 23:09:22 |
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| Postrank 7 |
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Registriert: 25. Mär 2006, 20:23:41 Beiträge: 708
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Hallo Joey,
ich kenne auch einige, die 2-gleisig arbeiten. Das Problem dabei ist bei denen öfter, das auch in den "regulären Reitunterricht" oft Kinder mit "Förderbedarf" etc. kommen, so das zwangsläufig auch im normalen Unterricht auch heilpädagogisch gearbeitet wird. Was an sich okay ist, aber wenn beides unterschiedlich viel kostet zum Problem werden kann.
Was die Steuer angeht, ich vermute, Sida meinte, das der Reitunterricht ja unter "Gewerbe" fällt, also nicht unter "freiberuflich" wie therapeutisches reiten. (Wobei Du vermutlich nie so viel verdienen wirst, daß Du Gewerbesteuern zahlen mußt, das geht erst ab großen Größenordnungen los). Wie das mit der MWSt. bei RU ist, weiß ich auch grad nicht...
Und Deine Berufshaftpflicht, die der Pferde etc. mußt eben ggf. anpassen.
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Jo-Anna
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Betreff des Beitrags: Re: Erlebnispädagogischer Reitunterricht kontra Heilpädagogik Verfasst: 07. Dez 2008, 11:46:31 |
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Registriert: 24. Okt 2007, 19:13:20 Beiträge: 54
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Bei mir läufts auch „Mehrglesig“. Ich bin in einer Einrichtung für Suchtkranke angestellt und gebe HPR für diese Klienten, dazu noch für Kinder von außerhalb. Und mittlerweile kommen ganz viele Kinder zum „normalen“ Reitunterricht. Ich bin ganz ehrlich, ich kann gar keinen „normalen“ Reitunterricht geben (nur bei den „ganz Großen“ ab ungefähr 12/13 Jahren). Bei mir schlägt das Pädagogische immer durch und das wissen auch die Eltern. Wenn neue Kinder kommen, dann sag ich den Eltern ganz klar, dass ich die Kinder nicht auf Turnier-Niveau bringe, sondern eher Erlebnis orientiert arbeite. (Es gibt bei uns in der Gegend genügen Reiterhöfe, die auch Turniere durchführen. Daher sage ich den Eltern, wenn sie dies möchten, oder die Kinder dies möchten, sie zu einem dieser Höfe gehen sollen) Und wie Martina schon geschrieben hat, ich habe eigentlich in jeder Gruppe mindestens ein Kind, was auf irgendeine Art Förderbedarf hat. Ich gehe zum Teil auch darauf ein, aber nicht so intensiv, wie ich das bei Kindern mache, die zum HPR kommen!
Wegen der Steuer: Ich muß auf den Quittungen immer folgendes schreiben: Umsatzsteuerfrei nach § 4 Nr. 25 UStG (gilt aber nur beim Reitunterricht für Kinder und ich glaube auch Behinderten)
lg
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FYLGJA
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Betreff des Beitrags: Re: Erlebnispädagogischer Reitunterricht kontra Heilpädagogik Verfasst: 08. Dez 2008, 12:30:15 |
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| Postrank 4 |
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Registriert: 24. Okt 2006, 18:32:36 Beiträge: 162
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Moin zusammen,
wir arbeiten seit jeher integrativ, d.h. in unseren kleinen Gruppen sind Menschen mit 'besonderem Förderbedarf' genauso wie ganz 'normale' Menschen. Unser Blickwinkel ist jedoch immer 'heilpädagogisch', d.h. die individuelle Förderung steht bei jedem/jeder, der/die bei uns reitet im Vordergrund. Die Inhalte des Unterrichts richten sich nach unserem jeweiligen Klientel und reichen von spielerischem Umgang mit dem Pferd bis zum Dressurunterricht für Fortgeschrittene oder auch Fahrunterricht. Der Einzel- und Gruppenpreis ist für alle immer derselbe, egal wer was bei uns lernt.
Steuerbefreiung: Lediglich ReittherapeutInnen, die HeilpraktikerInnen, PsychologInnen, ErgotherapeutInnen oder ähnliches sind, sind von der Umsatzsteuer für das HPR/HPA auf Antrag befreit. Alle anderen müssen Umsatzsteuer zahlen. Für reinen Reit- und Fahrunterricht/-kurse müssen alle Umsatzsteuer zahlen.
Gruß, Anne von Hof FYLGJA
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