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Therapeutisches Reiten - Reittherapie

Forum zum Thema "Heilpädagogisches Reiten" für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, Therapeutisches Reiten für Behinderte.
 
Aktuelle Zeit: 18. Mai 2012, 14:32:44


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Reittherapie
Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd - Claudia Altmann.
Mit allen Sinnen ganzheitliches Erleben der Faszination Pferd.

 
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 Betreff des Beitrags: Cisco's thread
BeitragVerfasst: 07. Jan 2008, 18:31:56 
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OK, werde dann hier mal meine Erfahrungen und Gedanken mit Euch teilen. :)

Muss aber noch mal kurz überlegen, wie ich anfange.


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BeitragVerfasst: 07. Jan 2008, 20:59:29 
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Hi!

Schön! Na, dann mal frischfrechfrei drauf los!!! Bin ja schon sehr gespannt! :D

LG Claudia

_________________
„Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte - das Unum des Universums.“
Novalis


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BeitragVerfasst: 08. Jan 2008, 16:51:43 
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Hallo Cisco,
ich bin auch schon ganz freudig gespannt. :)
Liebe Grüße, Susannah


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BeitragVerfasst: 08. Jan 2008, 22:32:39 
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Also, dann fang' ich einfach mal an:

Ich leide unter sozialer Phobie und depressiven Stimmungen.


Zuletzt geändert von Cisco am 09. Apr 2008, 17:10:28, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 09. Jan 2008, 12:31:03 
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Je älter ich wurde, desto mehr litt ich unter "Lagerkoller," da ich auf Grund der Sozialen Phobie sehr selten schaffte, das Haus zu verlassen.

An den meisten Dingen, die die Gesellschaft anbietet, hatte ich aber eigentlich kein Interesse. Welcher Stil ist mein Stil, was mag ich, was sind meine Interessen? Aber so sehr ich auch versuchte, am Ende kam ich mir immer so vor, als würde ich jemand anderes nachäffen. Dann habe ich das eben auch gelassen und mich irgendwie so durchs Leben gewurschtelt.

Über die Jahre bin ich sehr zynisch und verbittert geworden. Mein größter Wunsch war aber immer ein Haustier. Wie man so schön sagt: Etwas zum liebhaben und umsorgen und jemand, der sich freut, wenn man nachhause kommt. Aber da ich gerade mal so mein eigenes Leben meistern konnte, kam das für mich nicht in Frage.


Zuletzt geändert von Cisco am 09. Apr 2008, 17:13:13, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 09. Jan 2008, 12:50:30 
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So, und jetzt endlich, wie ich zu den Pferden gefunden habe:

Ich habe lange darüber nachgedacht und meine, es waren zwei Filme, die mich stark beeinflußt haben:

"Der mit dem Wolf tanzt" und
"City slickers"

Und wahrscheinlich noch so ein paar andere Filme mit unendlicher Natur und Western Romantik.

Jedes Mal, wenn ich diese Filme gesehen habe, ging es mir echt gut. Ich wußte nun, dass ich die weite unendlich Natur suchte (und im Wilden Westen leben wollte! :wink: )

Mittlerweile hatte ich auch das Internet für mich entdeckt. Ein Segen für Menschen mit Sozialer Phobie.

Ich habe dann irgendwie erfahren, dass es unterschiedliche Reitweisen gibt, eine davon das Westernreiten! :P Das wäre ja dann schon mal der halbe Weg in den Wilden Westen!

Und Reiten = Pferde (und meistens noch ein paar andere Tiere dabei) + weite Natur. :CLAP:

Jetzt mußte ich nur noch einen Weg finden, trotz meiner Ängste meinen Zugang zum Westernreiten zu finden.


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BeitragVerfasst: 09. Jan 2008, 13:21:43 
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Sehr interessant.

Was mich beeindruckt ist die Selbstreflexion die in deinen Berichten steckt. Die Vogelperspektive über die eigene Situation. Ich vermute, da steckt ein weiter Weg dahinter...

Bin gespannt, wie es weiter geht...

Liebe Grüße :D

_________________
Wo kämen wir hin, wenn alle nur sagen würden "Wo kämen wir hin?" und keiner ginge, um zu schauen, wohin man käme, wenn man denn ginge?


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BeitragVerfasst: 09. Jan 2008, 20:14:33 
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Hallo Cisco,
ich finde es sehr gut, dass du mit dem Reiten begonnen hast.
Pferde sind ganz besonders tolle Freunde, sie können einem so viel geben.
Ich verstehe dich übrigens sehr gut, ich selber leide neben meinen "Haupterkrankungen" an Sozialer Phobie, war deshalb schon in Behandlung, nur leider hat das nicht viel gebracht, aber damals wusste ich nicht, dass ich multipel bin und somit konnte man da auch nicht richtig ansetzen.
Ich drück dir weiterhin ganz doll die Daumen, dass du die Freiheit bei den Pferden findest, vielleicht auch die Freiheit vor Ängsten.
Liebe Grüße, Susannah


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BeitragVerfasst: 13. Jan 2008, 23:35:41 
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Zitat:
Ich drück dir weiterhin ganz doll die Daumen, dass du die Freiheit bei den Pferden findest, vielleicht auch die Freiheit vor Ängsten.

Lieben Dank, Susannah! :)
Die Pferde haben mir bisher schon viel gegeben!

Naja, jedenfalls hatte ich es innerhalb eines halben Jahr geschafft, Kontakt zu einem Reitstall aufzunehmen, und meine erste Reitstunde zu nehmen.

Und seitdem habe ich endlich wieder ein Lebensziel, was mich auch immer dann wieder motiviert, wenn's mir mal dreckig geht. Zermartere mir dann immer darüber das Gehirn, wie ich dieses und jenes anstellen kann und nicht mehr so viel über meine Lebenssituation oder Probleme.


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BeitragVerfasst: 16. Jan 2008, 23:29:53 
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Bin ein bisschen sauer, dass ich es seit einigen Wochen schon nicht mehr geschafft habe, zum Reitunterricht zu gehen. Teils kann ich es glücklicherweise ja auf's Wetter schieben, aber eigentlich ist es nur, weil es mir zu stressig ist.

Es ist für mich halt ein riesiger psychischer Kraftakt, mich aufzuraffen und zu überwinden zum Reiten zu gehen. Ich muss ja immer auch erst mal hin und dann wieder weg kommen. Hat halt nicht jeder ein Auto oder einen privaten Chauffeur.

Naja, ich lese dafür Fachbücher und versuche dann "mentales" Reiten, um die einzelnen Hilfegebungen und den Ablauf etwas zu trainieren.

Reittherapie krieg' ich dagegen glücklicherweise immer gut hin, denn dahin gehe ich ja nicht zum Reitenlernen, sondern...naja...mehr zum Schmusen... :oops:
Das ist natürlich ein größerer Motivator als Unterricht! :)


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BeitragVerfasst: 17. Jan 2008, 08:53:28 
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Gehst Du denn zu zwei verschiedenen Ställen für Reittherapie und Reitunterricht?
Wenns der "Aufrafffaktor" ist, den musst Du doch bestimmt auch für die RT überwinden, oder?


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BeitragVerfasst: 17. Jan 2008, 12:43:31 
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Ja, es sind zwei verschiedene Ställe.

Gehe ich zum Unterricht bin ich unter Leistungsdruck und werde mehr oder weniger bewertet. Wobei ich dort wirklich nicht angemotzt werde, oder so, aber es ist halt eine Lehrsituation.
Außerdem muss ich mich anstrengen, gut zu funktionieren und meine Fassade aufrecht zu erhalten.

Lässig über den Hof zu gehen und das Pferd zu holen, wenn man sich ununterbrochen wie auf dem Präsentierteller fühlt und die letzten 20 Jahre kaum aus dem Haus traute, ist sowas von anstrengend und demütigend (vom Gefühl her).

Pferdeleute sind recht forsch, sehr praktisch veranlagt und machen nicht viel Gedönst um die Dinge. Mir gefällt das extrem, aber ich benötige auch ein dickeres Fell, um es zu ertragen und um mitzuhalten (was ich auch unbedingt möchte!).

Zur Therapie gehe ich ja quasi zur Behandlung.
Die äußeren Umstände und meine innere Einstellung sind völlig anders. Es ist für mich da völlig OK, wenn ich da mal nicht funktioniere oder man mich durchschaut.


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BeitragVerfasst: 17. Jan 2008, 19:57:13 
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Hallo Cisco,
ich wollte dir nur schnell sagen, dass ich das gut nachvollziehen kann.
Ich selber war früher einige Zeit in einem "normalem" Stall und obwohl ich gerne zu den Pferden dort hinbin habe ich aus Angst versucht zu vermeiden und mir für mich selber immer neue Ausreden einfallen lassen.
Seit ich in dem Therapiestall bin fühle ich mich dort relativ frei. Anders ging es eh nicht mehr, weil ja zur Zeit immer wieder andere außen sind und naja, wer würde schon verstehen, wenn ich plötzlich "wie ein Kind bin", wenn ein Kind draußen ist.
Ich wollte eigentlich nur sagen, dass ich dich da gut verstehen kann, dass das ein Unterschied für dich macht.
Liebe Grüße und dir ganz viel Daumen drücken, dass du deine Angst managen kannst und dir beides erhalten bleiben kann und dir viel Spaß im Umgang mit den Pferden, Susannah


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BeitragVerfasst: 17. Jan 2008, 21:29:36 
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Hallo Susannah,

es hilft sehr viel, zu hören, dass jemand die Problematik nachvollziehen kann und auch lieben Dank für das Daumen drücken. :)


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BeitragVerfasst: 19. Jan 2008, 22:49:58 
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Beiträge: 654
Hi,

ich lass Dir einfach mal liebe Grüße da.

Rolli-Pferdenärrin

_________________
Dein Pferd ist dein Spiegel,
der deine guten und schlechten Launen unverfälscht wiedergibt.

Sieh hinein in das Auge deines Pferdes,
aber erschrecke nicht vor der Wahrheit.
(Bent Branderup)


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